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Hinterland Biedenkopf gedenkt Thomas Schäfer
Landkreis Hinterland Biedenkopf gedenkt Thomas Schäfer
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16:00 04.05.2022
Mit dem nach ihm benannten Platz verneigt sich die Stadt Biedenkopf vor den Leistungen Thomas Schäfers.
Mit dem nach ihm benannten Platz verneigt sich die Stadt Biedenkopf vor den Leistungen Thomas Schäfers. Quelle: Sascha Valentin
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Biedenkopf

„Ich spüre noch heute die Fassungslosigkeit jenes 28. März 2020“, erinnert sich Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) an den Moment, als er die Nachricht vom Tod des damaligen hessischen Finanzministers Thomas Schäfer erhielt. „Schon damals war mir klar, dass wir ihm in seiner Heimat ein bleibendes Andenken schaffen müssen“, ergänzte er. Zwei Jahre später ist dieses Andenken mit der Einweihung des Dr.-Thomas-Schäfer-Platzes an der Ecke Kottenbachstraße und Hasenlauf unweit Schäfers ehemaligem Wohnhaus geschaffen.

Mit dieser Geste verneige sich Biedenkopf vor einem seiner prominentesten Söhne und dessen Leistungen, die weit über die Stadt und auch das Land hinausgingen, sagte Thiemig weiter. „Biedenkopf wäre eine andere Stadt ohne sein Wirken“, bekannte er weiter.

Seiner Heimat treu geblieben

Auch wenn er beruflich nach Wiesbaden gegangen sei, sei er seiner Heimat stets treu geblieben, habe den Kontakt zu seinen alten Schulfreunden gehalten und sich auf vielfältige Weise um seine alte Heimat verdient gemacht. Thiemig charakterisiert Thomas Schäfer als weltoffen und doch zugleich auch bodenständig, als humorvoll und doch auch zielstrebig in seinem Handeln. „Wir werden uns immer gerne an ihn erinnern“, betonte der Bürgermeister.

Dessen Erinnerungen an Schäfer schloss sich Stadtverordnetenvorsteher Siegfried Engelbach (CDU) an: „Wir hatten großes Glück, diesen außergewöhnlichen Menschen gekannt haben zu dürfen.“ Und auch wenn Schäfer nicht mehr unter uns sei, verbänden viele Menschen doch sehr schöne Erinnerungen mit ihm. „Das ist gut so“, stellte Engelbach fest. „Denn der Tod verliert seinen Schrecken durch die Erinnerungen derer, die zurückgeblieben sind.“

Kultusminister Alexander Lorz bei der Gedenk- und Einweihungsfeier

Zu den Gästen der Gedenk- und Einweihungsfeier gehörte Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU), der Thomas Schäfer bescheinigte, als Finanzminister Maßstäbe gesetzt zu haben, die bis auf Bundesebene Beachtung fanden. Seit fast 40 Jahren habe er ihn gekannt, erzählte Lorz.

Gemeinsam hätten sie schon die Jugendorganisationen der CDU besucht, sich für gleiche Ziele eingesetzt, aber auch manche Kämpfe ausgefochten. „Thomas Schäfer war ein besonderer Mensch, der Großes geleistet hat“, sagte Lorz und unterstrich diese Aussage mit einer Anekdote: „Wie viele Menschen wird es schon geben, die Markus Söder einmal das Mikrofon abgestellt haben, weil er zu lange geredet hat? Thomas hat das gemacht.“

Lorz sagte auch, obwohl er schon so lange politisch tätig sei, „habe ich noch nie eine Straße oder einen Platz eingeweiht“. Umso mehr freue es ihn, dies zu Ehren eines guten Freundes tun zu dürfen.

Kinder enthüllen Straßenschild und Gedenkstein

Die Ehre, das Straßenschild mit dem neuen Namen des Platzes und den Gedenkstein an Thomas Schäfer zu enthüllen, gebührte jedoch dessen beiden Kindern Greta und Gustav, die ebenso wie Schäfers Ehefrau Monika an der Feier teilnahmen. Bei der Edelstahltafel, die derzeit noch an dem Stein angebracht sei, handele es sich allerdings nur um ein Provisorium, sagte Bürgermeister Thiemig. Sie werde noch durch eine Bronzetafel ersetzt, die aufgrund von Lieferengpässen nicht mehr rechtzeitig in Biedenkopf eingetroffen sei.

Seinen Dank sprach Thiemig auch der Burschenschaft Hasenlauf aus, deren Gründungsmitglied Schäfer war. Sie hatte nicht nur den Maibaumplatz für die Umbenennung zur Verfügung gestellt, sondern eröffneten die Gedenkfeier auch mit dem traditionellen Aufstellen des Baums. Dem außergewöhnlichen Anlass entsprechend, hatten sie sich ein ebenso besonders schönes, wie auch hohes Exemplar ausgesucht, das fast eine Stunde lang benötigte, bis es schließlich senkrecht gen Himmel ragte und die Mädchen die Tannengirlande um den Stamm geschlungen hatten.

Viele der Gäste – gerade auch solche, die von weiter weg angereist waren – bekundeten voller Staunen, noch niemals eine solche Zeremonie miterlebt zu haben. Zum Abschluss des Tages wurde dann der Mai gebührend gefeiert – ganz so, wie es Thomas Schäfer selbst wohl am liebsten gewesen wäre.

Von Sascha Valentin