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Hinterland Wettläufer lassen Peitschen knallen
Landkreis Hinterland Wettläufer lassen Peitschen knallen
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14:00 01.08.2019
Über den Köpfen der Bürger ließen die beiden Wettläufer Timo Hanikl und Steffen Roemer ihre Peitschen knallen. Quelle: Sascha Valentin
Biedenkopf

Mit künstlerischen und humorvollen Beiträgen begeisterten mehrere Gruppen das Publikum. Dabei präsentierten sich die Damen als tanzende Cowgirls zu „Cotton Eye Joe“ und stellten bei einer Irish-Dance-Einlage ihre flinken Beine unter
Beweis.

Die Männer gewährten tiefe Einblicke darauf, was sich so alles zwischen ihren Beinen regt, wenn die Glocken schlagen. Wem das noch nicht die Lachtränen in die Augen trieb, der prustete spätestens beim Beitrag der Eckelshäuser Abteilung los. Die bescherte den ­Anwesenden in Anlehnung an ihre eigene geografische Lage einen Auftritt der „Abtei(lung) Süd“.

Höhepunkt des Show-­Programms war aber ein Beitrag der Damen, mit dem sie der 90er-Jahre-RTL-Show „Tut er’s oder tut er es nicht?“ zu einer Renaissance verhalfen. Dazu hatten sie vorab verschiedene Funktionsträger der Gesellschaft mit der Videokamera besucht und ihnen Aufgaben gestellt, deren Erledigung mitunter schon ein wenig Überwindung kosteten.

Wiesengrund-Führer betonen Zusammenhalt

Umso herrlicher und überraschender fielen denn die Ergebnisse aus, an denen der Saal auf der großen Leinwand teilhaben konnte. So sahen die Versammelten etwa, wie Bürger­oberst Jens Nassauer mit dem Pferd durch den Drive-in-Schalter eines Schnellrestaurants ritt, um sich ein Juniormenü zu bestellen, Männerführer Michael­ Schäfer mit dem Bobbycar durch die Waschanlage fuhr und dort ordentlich eingeseift wurde, und Frauenführerin Nina Müller im lasziven Outfit beim öffentlichen Car Wash selbst dem heißesten Heißwachs Konkurrenz machte.

„Unsere Gesellschaft ist einfach etwas Besonderes und alle ziehen perfekt mit. Das ist genial“, sagte sich Michael Schäfer, und Burschenführer Pascal Weimann stimmte ihm zu: „Einen solchen Zusammenhalt zwischen Männern, Frauen, Burschen und Mädchen kenne ich sonst nirgends.“

Gekrönt wurde der heitere­ Abend durch die feierliche ­Überreichung der Schleife, der ein „Platzkonzert“ der beiden Wettläufer mit ­ihren Peitschen vorausging. Frauenführerin ­Nina Müller stellte die Schleife, die bewusst schlicht in den Hemdfarben der Gesellschaft gehalten ist, vor und überreichte sie Gesellschaftsführer ­Michael Schäfer, dem die Ehre ­gebührte, sie an der Fahne anzuheften.

Bürgeroberst Jens Nassauer, der selbst der Gesellschaft „Im schönen Wiesengrund“ angehört, und daher mit den Worten „Der Oberst ist zu Hause“ empfangen wurde, sagte schließlich begeistert: „Nirgendwo sonst, wie bei den Schleifenüberreichungen, ist man den Bürgern so nah. Hier spürt man den Stolz und die Vorfreude auf ­unser geliebtes Heimatfest. Das schweißt die Bürgerinnen und Bürger zusammen.“

von Sascha Valentin