Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Hochzeitskuss wieder ohne Maske
Landkreis Hinterland Hochzeitskuss wieder ohne Maske
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:57 07.06.2020
Biedenkopf geht nach den strengen Corona-Auflagen bei Eheschließungen einen Schritt Richtung Normalität. Quelle: Christin Klose/dpa/Archiv
Anzeige
Biedenkopf

Die Corona-Pandemie hat die Hochzeitspläne vieler Paare über den Haufen geworfen. Die große ausgelassene Feier dürfte – wegen der Abstandsregeln – nach wie vor schwierig sein.

Die Stadt Biedenkopf will aber zumindest wieder Trauungen im größeren Kreis im Rathaus möglich machen. Auch im Biedenkopfer Schloss können sich Paare wieder das Ja-Wort geben – dorthin dürfen sie aber nur wenige Gäste mitbringen.

Anzeige

Die Rahmenbedingungen für alle Trauungen sind weiterhin klar: Alles steht und fällt mit der Einhaltung der Abstandsregeln. Abgesehen davon habe das Land zum Thema Trauungen aber „nichts exemplarisch vorgegeben“, erklärt Biedenkopfs Ordnungsamtsleiter Thomas Rößer.

„Wie das umgesetzt wird, bleibt den Kommunen überlassen“, so Rößer. Das Ergebnis dürfte sein, dass auch das Thema Trauungen in den Städten und Gemeinden unterschiedlich gehandhabt wird, erwartet Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD).

In den Saal passen bis zu 40 Menschen

Die Biedenkopfer Stadtverwaltung hat sich das Trauzimmer schon vor Wochen angeschaut. Maximal acht Personen – inklusive Brautpaar und Standesbeamter – passen dort nach den geltenden Abstandsregeln hinein. Um auch Paaren mit größerem Familien- und Freundeskreis Möglichkeiten zu bieten, weicht die Stadt deshalb auf Wunsch der Brautleute in den großen Rathaussaal aus.

Rein rechnerisch passen dort laut Ordnungsamtsleiter Rößer rund 40 Leute rein. So viele Gäste seien allerdings auch in den Zeiten vor Corona kaum zu Trauungen mitgekommen. Üblich seien eher Hochzeitsgesellschaften mit etwa 25 Personen. Und das werde im großen Sitzungssaal möglich sein. Mehr Aufwand als früher bedeutet die Trauung in Corona-Zeiten für die Brautpaare und die Verwaltung aber auf jeden Fall.

Mit Abstand geht’s auch ohne Maske

„Die Brautleute müssen uns vorab die Zahl der Gäste mitteilen und auch schon Namen, Adressen und Telefonnummern“, erklärt Rößer. Auch die Frage, inwiefern Gäste demselben Hausstand angehören und somit keinen Abstand halten müssen, werde vorab besprochen.

Am Tag der Hochzeit werden die Brautpaare und ihre Gäste am Eingang des Rathauses abgeholt und von Verwaltungsmitarbeitern zum Trauzimmer oder Rathaussaal geleitet. Auf den Fluren und im Treppenhaus müssen dabei alle Mund-Nasen-Masken tragen.

Während der Trauung selbst – dann sind ja alle an ihrem Platz und der Abstand gewahrt – darf die Maske abgenommen werden. „Wir wollten nicht, dass die Brautleute bei der Trauung Masken tragen müssen“, betont Rößer.

Nur wenige Hochzeiten aufgeschoben

Der Ordnungsamtsleiter, der auch für alle Fragen des Standesamtes zuständig ist, rät heiratswilligen Paaren, sich einfach telefonisch im Rathaus zu melden. Dann könne – je nach Wunschtermin und Größe der Hochzeitsgesellschaft – besprochen werden, welche Regeln einzuhalten sind und was möglich ist.

Möglich sind auf Wunsch auch wieder Trauungen im Biedenkopfer Landgrafenschloss. Der Landkreis als Eigentümer des Schlosses habe sein Einverständnis erteilt, erklärt Bürgermeister Thiemig.

An der Trauung teilnehmen dürfen aber maximal acht Personen – inklusive Brautpaar und Standesbeamter. Insgesamt, so weiß Ordnungsamtsleiter Rößer zu berichten, habe die Pandemie in den vergangenen Wochen aber nicht dazu geführt, dass viele Paare die Hochzeit aufgeschoben haben.

„Die eine oder andere Hochzeit wurde abgesagt. Aber der Großteil der Trauungen findet statt“, berichtet Rößer. Sein Eindruck sei, dass viele Paare sich wie geplant trauen lassen und lediglich die Hochzeitsfeier auf einen späteren Termin verschieben.

Von Susan Abbe

Anzeige