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Hinterland Informationen über 100 Berufsbilder
Landkreis Hinterland Informationen über 100 Berufsbilder
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15:43 03.09.2021
Robin Samel von der Firma Meissner zeigt Schülern am Messestand, wie ein Zerspanungsprozess im Kleinen abläuft.
Robin Samel von der Firma Meissner zeigt Schülern am Messestand, wie ein Zerspanungsprozess im Kleinen abläuft. Quelle: Stefan Dietrich
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Dautphe

Es ist gewissermaßen eine Premiere: Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie findet in der Region eine Ausbildungsmesse nicht digital, sondern wieder in Präsenz statt. Die IHK Lahn-Dill gehört mit der Ausbildungs-Studienmesse, die am Freitag in der Hinterlandhalle in Dautphe begann, bundesweit zu den Vorreitern. Hunderte Schülerinnen und Schüler kamen zum Auftakt in die Halle, um sich an 48 Ständen über insgesamt rund 100 Berufsbilder zu informieren.

An diesem Samstag ist die Messe noch bis 15 Uhr geöffnet. Während am Freitag vor allem Schulklassen kommen, nutzen das Angebot am Samstag häufig Familien mit Jugendlichen, die sich über Ausbildungs- und Praktikumsangebote informieren wollen. Die Messe, die die IHK in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Biedenkopf und der Agentur für Arbeit organisiert, findet normalerweise im März statt – in diesem Jahr musste sie in den Herbst verlegt werden.

Erfreut über Veranstaltung

Bei der Eröffnung zeigten sich Eberhard Flammer, Präsident der IHK Lahn-Dill, und Vize-Landrat Marian Zachow (CDU) sehr erfreut darüber, dass die Veranstaltung trotz Corona wieder vor Ort stattfinden kann. „Mut ist der wichtigste Rohstoff“, lobte Zachow mit Blick auf die heimische Wirtschaft im Allgemeinen, aber auch auf die Veranstaltung im Besonderen. „Ich bin froh, dass es diese Ausbildungsmesse gibt und dass es sie in Präsenz gibt.“ Ausbildung sei systemrelevant, fügte er hinzu.

Bei der Ausbildungs-Studienmesse gelten selbstverständlich Corona-Regeln: In die Halle darf nur, wer einen Mund-Nasen-Schutz trägt und nachweisen kann, dass er oder sie geimpft, getestet oder genesen ist (3G-Regel). Die Schülerinnen und Schüler kamen offensichtlich mit großem Interesse zu den Messeständen – sie ließen sich technische Geräte zeigen, sprachen mit Ausbilderinnen und Ausbildern und nahmen Info-Broschüren mit.

Schülerin: „Es ist sehr informativ“

Von der Bäckerei über Industriebetriebe bis zu Rettungsdienst und Zoll sind auf der Messe ganz verschiedene Branchen vertreten. Auch die Beruflichen Schulen Biedenkopf und die Marburger Philipps-Universität stellen ihre Bildungsangebote vor, soziale Träger informieren über Möglichkeiten, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst zu leisten.

„Es ist sehr informativ“, lobte Ruxandra von der Mittelpunktschule Hartenrod die Messe. „Man findet viele unterschiedliche Berufe“, fügte ihre Mitschülerin Julia hinzu. Sie habe eigentlich noch nicht den Plan, eine Ausbildung zu machen, sagte eine andere Mitschülerin, die ebenfalls Julia heißt, sie wolle noch weiter zur Schule gehen und studieren – „aber es ist trotzdem sehr interessant“. Rund 850 Schülerinnen und Schüler wurden am Freitag bei der Messe erwartet, wie Andrea Kraft von der IHK Lahn-Dill sagte.

Betriebe „halten Tür offen“ für Ausbildungssuchende

Die meisten kommen aus dem Hinterland, einige aber auch aus dem Rest des Landkreises und des IHK-Bezirks. Für den Samstag seien bereits 50 Familien angemeldet – ein Besuch der Messe sei aber auch ohne Anmeldung möglich.

IHK-Präsident Flammer warb bei der Eröffnung um Auszubildende: „Die duale Ausbildung steht nicht ohne Grund am Anfang der ganz großen Karrieren“, sagte er. Flammer bedauerte, dass die Zahl der Ausbildungsverträge im IHK-Bezirk in den vergangenen Jahren gesunken sei – von 4.500 vor einigen Jahren auf derzeit 3.410 aktive Ausbildungsverträge.

Durch die Corona-Pandemie ist die Suche nach Auszubildenden für Unternehmen noch schwieriger geworden. Auch für Schulabgängerinnen und Schulabgänger ist die Berufsorientierung in Corona-Zeiten eine besondere Herausforderung, weil beispielsweise Praktika monatelang nicht möglich waren. Wegen Corona hätten viele persönliche Begegnungen gefehlt, sagte Flammer.

Wunsch nach Fachkräfte-Nachwuchs

Die Ausbilder an den Messeständen würden „alles dafür tun, dass wir Fachkräfte-Nachwuchs bekommen“. Für Ausbildungssuchende, die derzeit noch keine Stelle haben, sei ein Einstieg auch noch im Herbst möglich, hob der IHK-Präsident hervor: „Wir halten die Tür offen bis weit in den Dezember hinein.“

Die Ausbildungs- und Studienmesse in der Hinterlandhalle in Dautphe ist am Samstag von 9.30 bis 15 Uhr geöffnet. Besucherinnen und Besucher müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen und nachweisen, dass sie gegen Corona geimpft, genesen oder getestet sind.

Von Stefan Dietrich

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