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Hinterland Hoher Alkoholkonsum führt zu Problemen
Landkreis Hinterland Hoher Alkoholkonsum führt zu Problemen
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19:58 09.07.2019
Bereits am Mittwoch zur inoffiziellen Eröffnung des Kirschenmarktes feierten die Partygänger im Festzelt.  Quelle: Sascha Valentin
Gladenbach

Die Fahrgeschäfte auf dem Marktplatz sind längst abgebaut und Normalität ist nach dem viertägigen Volksfest wieder in die Kirschenmarktstadt Gladenbach eingezogen. Allerdings ­überschattet eine Messerattacke im Festzelt die positive ­Volksfeststimmung. Am Samstagmorgen gegen 3.30 Uhr soll ein 21-Jähriger einem Gleichaltrigen nach einem Streit mit einem Messer ins ­Gesicht gestochen haben.

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, Zeugen und die Polizei beendeten die Auseinander­setzung. Das Opfer musste ins Krankenhaus. Der festgenommene Beschuldigte war betrunken und sitzt wegen eines ­versuchten Tötungsdelikts in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an.

Unterm Strich kam es während des Festes zu 7 Strafanzeigen, 3 Platzverweisen und 53 Personalienfeststellun­gen. Vier der Strafanzeigen 
waren die Folge körperlicher Auseinandersetzungen.

„Der Kirschenmarkt ist für die Polizei und die anderen Sicherheitskräfte erneut eine besondere Herausforderung. Insbesondere der zunehmende ­Alkoholpegel zur fortgeschrittenen Stunde, ab etwa 2 Uhr, zeigt bei einigen der noch verbliebenen Besucher Wirkung, die sich in zunehmender ­Aggressivität gegenüber den Sicherheitskräften äußert“, erklärte Rainer Höhn, Leiter der Polizeistation Biedenkopf.

In vier Fällen gab es Anzeigen und teilweise Festnahmen. Zwei weitere gemeldete Schlägereien hatten sich vor dem Eintreffen der Polizei erledigt. Bereits am Mittwoch, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung, musste die Polizei massiv eingreifen, weil die Stimmung im Festzelt zwischen mehreren Menschengruppen aufgeheizt war (die OP berichtete).

Trockenheit führte zu Absage des Feuerwerks

Unberührt von den Vorkommnissen im Festzelt blieb der Rummel. „Es war ein ­gutes Jahr“, sagt der Kirschenmarkt-
Generalpächter Konrad ­Ruppert im Gespräch mit der OP. Es sei besser gewesen als 2018. Aller­dings hätten sich die Schul­ferien bei den Besucherzahlen bemerkbar gemacht, gibt Ruppert zu bedenken.

Das war was los in der Kirschenmarktstadt. (Fotos: Nadine Weigel)

Auch das Wetter habe mitgespielt, wenn auch die langanhaltende Trockenheit dafür sorgte, dass das Höhenfeuerwerk am Sonntagabend als Abschluss des alljährlich stattfindenden größten Volksfestes im Landkreis Marburg-Biedenkopf abgesagt wurde.

Deswegen bauten einige Schausteller früher als ursprünglich geplant ihre Fahrgeschäfte oder Buden ab. Denn wegen der Absage kamen am Sonntagabend deutlich weniger Kirschenmarktbesucher als üblich.

Allerdings sei die Absage des Feuerwerks etwas, womit die Schausteller in der jüngsten Vergangenheit immer öfter konfron­tiert werden. Aber für Ruppert ist klar: „Sicherheit geht vor.“ Aufgrund der Erfahrungen in der jüngsten Vergangenheit kam für ihn die Absage des Höhenfeuers nicht überraschend. 2018 sei dies in Gladenbach ebenfalls der Fall gewesen – wie auch in anderen Orten.

Mischung bei Fahrgeschäften passte

Für ihn von großer Bedeutung war, dass die Zusammenstellung der Anbieter in der „Fressgasse“ bei den Besuchern gut angekommen ist. Diesmal ­seien zwei Neuheiten dabei gewesen: Vegetarisches Essen sowie Kartoffelspiralen. Auch ein neuer Fischstand befand sich in der Fressgasse.

Der langjährige Beschicker der Fischbude ­hatte aufgehört, deshalb hatte sich Ruppert nach einem neuen Anbieter umsehen müssen. Mit seiner Wahl ist er sehr zufrieden. Auch das Angebot an vegetarischen Essensständen ist „ausbaufähig“, sagt er.

Bei den Fahrgeschäften habe sich gezeigt, dass das Kettenkarussell, die „Villa Wahnsinn“ und das Fahrgeschäft „Frisby“ sehr gut angenommen worden sind. „Die Mischung hat ­gepasst“, sagt er.

Diesmal gab es vor dem Gladenbacher Kirschenmarkt auch keinen Streit wegen des Autoscooter-Fahrgeschäfts. Der Diedenshäuser Schaustellerbetrieb Kreuser hatte sich durchgesetzt. Beim Losverfahren als Resultat eines ­gerichtlichen Vergleichs blieb nur noch Kreuser übrig – die anderen Bewerber verzichteten.

von Silke Pfeifer-Sternke