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Hinterland Adventsmärkte stehen vor Absage
Landkreis Hinterland Adventsmärkte stehen vor Absage
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11:56 19.08.2020
Ob der Adventsmarkt auf dem Marktplatz in Marburg und die Aktion „Marburg b(u)y Night“ in diesem Jahr stattfinden können, steht noch nicht fest. Archivfoto: Thorsten Richter
Ob der Adventsmarkt auf dem Marktplatz in Marburg und die Aktion „Marburg b(u)y Night“ in diesem Jahr stattfinden können, steht noch nicht fest. Quelle: Thorsten Richter/Archiv
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Die Sonne lacht, die Menschen genießen draußen ein Eis oder ein kaltes Getränk – und selbst in einem ungewöhnlichen Jahr wie diesem denkt noch kaum jemand daran, wie er die Weihnachtszeit verbringen wird.

Und doch ist jetzt genau die richtige Jahreszeit, um eine Frage zu stellen: Finden im Corona-Jahr eigentlich die Weihnachts- und Adventsmärkte in der Region statt?

Diese werden mit reichlich Vorlauf geplant. Erste organisatorische Schritte ein halbes Jahr zuvor sind daher normal. Und in der Tat können einige Veranstalter bereits jetzt sagen, ob man sich auf Glühwein im Winter freuen darf oder nicht.

„Wir haben einstimmig beschlossen, den Adventsmarkt in diesem Jahr ausfallen zu lassen“, berichtet Jörg Saffrich, Vorsitzender des Förderkreises des FSV Buchenau. Dessen Adventsveranstaltung ist über die Grenzen der Gemeinde Dautphetal, sogar des Hinterlandes hinaus bekannt. „Gesund geht über alles“, stellt Saffrich klar – darin seien sich Förderkreis und Vereinsvorstand einig. Vor allem, weil ein Teil des Adventsmarkts im Gemeindehaus stattfindet, sei das Risiko zu groß.

„Lichterglanz“ steht auf der Kippe

„Natürlich ist es sehr schade, zumal es unser 25. Adventsmarkt gewesen wäre“, meint der Vorsitzende. Er habe bereits die Händler angeschrieben, von denen einige dem Förderkreis schon seit 24 Jahren die Treue halten. Er habe um Verständnis gebeten – und sie für das kommende Jahr eingeladen. „Dann veranstalten wir unseren 25. Markt eben ein Jahr später“, sagt er.

Der Gladenbacher Gewerbeverein wartet zum Jahresende stets mit mehreren Veranstaltungen auf, die den Kunden den vorweihnachtlichen Einkaufsbummel versüßen sollen. Ob die Aktion „Einkauf bei Kerzenschein“ am Vorabend des ersten Advents und der kleine Weihnachtsmarkt „Lichterglanz“ am ersten Dezember-Wochenende stattfinden werden? „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen“, erklärt Rainer Schmidt, Vorsitzender des Gewerbevereins.

Veranstalter betonen: Sicherheit geht vor

Die Volkstanz- und Trachtengruppe Gladenbach hat ihren Kunsthandwerkermarkt „Winterfenster“ bereits abgesagt. „Schweren Herzens“, wie Vorsitzender Uwe Happel berichtet. Die Platzverhältnisse im Bürgerhaus Erdhausen würden den Markt in der bisherigen Form nicht zulassen.

„Uns geht die Sicherheit unserer Besucher, unserer Aussteller und unseren Vereinsmitgliedern vor“, betont Happel. Bereits der Frühlingsmarkt der Volkstanzgruppe war der Pandemie zum Opfer gefallen. Nun hofft der Verein, dass sich die Lage bis zum Frühjahr 2021 deutlich verbessert, um dann wieder einen Markt auszurichten.

Jan-Bernd Röllmann beschäftigt sich gleich mit der Planung mehrere Märkte: Als Geschäftsführer des Marburger Stadtmarketings stehen nicht nur der Weihnachtsmarkt rund um die Elisabethkirche und der Adventsmarkt am Marktplatz in seinem Kalender, sondern auch der Elisabethmarkt und die Veranstaltung „Marburg b(u)y night“.

Marktkommission in Hartenrod entscheidet noch

„Die aktuelle Lage ist für Veranstalter herausfordernd: Zwar sind Veranstaltungen bis 250 Teilnehmende und auch Weihnachtsmärkte grundsätzlich erlaubt“, sagt er. „Ob sie durch die notwendigen Zugangsbeschränkungen und Hygieneregeln für uns aber dieses Jahr tatsächlich sinnvoll durchführbar sein werden, wird in intensiven Gesprächen mit den zuständigen Behörden und den beteiligten Akteuren zu klären sein.“

Klar sei, dass auch für die Marburger Veranstalter die Gesundheit an erster Stelle stehe. Ob der Adventsmarkt des Werbekreises Oberstadt und der Weihnachtsmarkt, den das Stadtmarketing selbst organisiert, stattfinden, lasse sich aber noch nicht sagen.

Ende August will die Marktkommission in Hartenrod entscheiden, ob der Weihnachtsmarkt stattfinden wird, sagt die Vorsitzende Julia Haus. Offen ist auch noch, was aus dem Michaelismarkt Ende September wird.

Kunstmarkt Biedenkopf fällt aus

Der Weihnachtsmarkt in Biedenkopf wird ebenfalls in diesem Jahr keine Neuauflage erfahren – allerdings ist nicht Corona der Grund. Die Organisatoren, Dirk Wetzlar und Stephanie Bastian, hatten den Markt rund ums Schloss schon 2019 nicht mehr veranstaltet. Die Gründe waren mangelnde Wirtschaftlichkeit und zu hohe Auflagen. Auch in diesem Jahr werde es den Markt allein aus diesen Gründen schon nicht geben, bestätigte Bastian auf Nachfrage.

Nicht stattfinden wird in Biedenkopf in diesem Jahr zudem der traditionsreiche Kunstmarkt der Kunstfreunde Biedenkopf. In den vergangenen Jahren nahmen rund 50 Aussteller daran im Biedenkopfer Bürgerhaus teil. „Uns ist die Gesundheit der Aussteller und der Besucher gleichermaßen wichtig, deshalb können wir aufgrund der derzeit und sicher noch längerfristig geltenden Bestimmungen keinen Markt in der bekannten Größenordnung durchführen“, heißt es auf der Internetseite des Vereins. Der nächste Markt ist nun für das kommende Jahr geplant.

Von Markus Engelhardt, Michael Tietz, Regina Tauer und Hartmut Bünger