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Hinterland Start mit Mozart und zeitgenössischer Musik
Landkreis Hinterland Start mit Mozart und zeitgenössischer Musik
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17:13 29.05.2022
Zum Auftakt der 32. Eckelshausener Musiktage spielte das Georgische Kammerorchester Ingolstadt unter der Leitung von Chungki Min im Manfred Roth Atrium in Buchenau.
Zum Auftakt der 32. Eckelshausener Musiktage spielte das Georgische Kammerorchester Ingolstadt unter der Leitung von Chungki Min im Manfred Roth Atrium in Buchenau. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Eckelshausen

Mit dem Gastspiel des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt wurden am Samstagabend (28. Mai) die 32. Eckelshausener Musiktage eröffnet. Im Manfred Roth Atrium spielte das Orchester unter der Leitung von Chungki Min zunächst Mozarts „Kleine Nachtmusik“, bevor mit Manuela Kerers Komposition „Penumbra“ für zwei Violoncelli und Streichorchester eine Uraufführung auf dem Programm stand. Die Südtirolerin hatte „Penumbra“, was so viel wie Halbschatten bedeutet, im Auftrag von Hyun-Jung Berger und Julius Berger komponiert. Bezog sich Manuela Kerer in ihrem Werk auf Ludwig van Beethoven, so lebt Markus Schmitts „Geläut für B.“ von den Initialen und Lebensdaten Benjamin Brittens. Der 1965 in München geborene Schmitt lässt in diesem Werk dem Solocello einen einzigen Ton – ganz klar: Das eingestrichene B. Brittens „Simple Symphony op. 4“ – ein ursprünglich für Schulorchester komponiertes Werk – folgte, zuvor hatte das Publikum im Buchenauer Atrium noch Luigi Boccherinis drittes Cellokonzert gehört.

Ein ebenso stimmiger wie kontrastreicher Auftakt also zu einem Festival, das nach zweijähriger coronabedingten Pause nun wieder auflebt. Unmittelbar vor dem Beginn der Musiktage war deren Gründerin, Annemarie Gottfried, im Alter von 98 Jahren gestorben. Gottfrieds Enkelin Mareile Zürcher hatte die Leitung der Eckelshausener Musiktage schon vor einigen Jahren übernommen – in Erinnerung an ihre Großmutter.

Abschluss in Wetter

Insgesamt fünf Konzerte bietet die 32. Auflage der Musiktage bis zum 5. Juni, Motto des Festivals ist der „Phoenix“: „Der Phoenix steht für Unsterblichkeit und Ewigkeit, also auch für Auferstehung nach einer Pandemie“, hatte der künstlerische Leiter, der Cellist Julius Berger, schon vor dem Start der Veranstaltungsreihe gesagt. Zudem sei der Phoenix auch eine politische Botschaft, sagte Berger: „Ein Wunsch für die vom grausamen Krieg betroffene Ukraine, ein Gegenpol zu Mächten, die die Werte der Menschen mit Füßen treten, eine stete Mahnung, die kostbaren Werte der Menschheit zu leben.“

Am Sonntag (29. Mai) spielten – ebenfalls in Buchenau – Julius Berger und Hyun-Jung Berger mit dem Polnischen Cello-Quartett sowie dem ukrainisch-belarussischen Duo Andrei Pushkarev (Vibraphon und Percussion) sowie Pavel Beliaev (Marimba) ein Programm unter anderem mit für diese Besetzung bearbeiteten Werken Frédéric Chopins, Johann Sebastian Bachs und Astor Piazzollas.

Programm

  • Am Freitag (3. Juni) gibt es ab 17 Uhr unter freiem Himmel im Schartenhof Eckelshausen ein Konzert für Kinder mit der Pyrmonter Theatercompagnie Schade und dem Bläser-Ensemble Prismakonzert: „Papa Haydn“ arbeitet an seiner neuen Tier-Sinfonie „Die Giraffe“ – mithilfe des Publikums.
  • Das tschechische Bennewitz Quartett ist am Samstag (4. Juni) ab 19 im Eckelshäuser Glaspavillon VelteUhr zu Gast. Zu hören sind dann Kompositionen von Haydn, Mozart, Antonín Dvorák und Erwin Schulhoff.
  • Der Abschluss der 32. Eckelshausener Musiktage findet dann am Pfingstsonntag (5. Juni) ab 19 Uhr in der Stiftskirche Wetter statt. Die Camerata Köln spielt dort Barockmusik von Bach, Telemann und Vivaldi.

Von Carsten Beckmann