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Hinterland 28 Heimbewohner positiv getestet
Landkreis Hinterland 28 Heimbewohner positiv getestet
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16:39 13.01.2021
Eine Altenpflegerin in Schutzkleidung hält die Hand eines Heimbewohners. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Themenfoto
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Bad Endbach

Weit mehr als ein Drittel der Bewohner des im Bad Endbacher Alten- und Pflegeheims „Waldesruh“ ist mit dem Corona-Virus infiziert. Genauer gesagt: 28.

Von den Mitarbeitern wurden bislang acht positiv auf das Virus getestet. Das hat der angekündigte Massentest ( die OP berichtete ) durch das Gesundheitsamt ergeben, teilte der Landkreis Marburg-Biedenkopf auf Anfrage mit.

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Ein Heimbewohner, der aufgrund großer Beschwerden im Krankenhaus war, sei am Sonntag in der Klinik verstorben, sagte Heimleiter Wilfried Herbolsheimer.

Die Tests bei den Mitarbeitern im „Waldesruh“ gingen unterdessen weiter. „Heute wurden zudem auch von bisher noch nicht getesteten Mitarbeitenden Abstriche genommen, sodass sich die Fallzahl noch erhöhen kann“, sagte Kreis-Pressesprecher Sascha Hörmann.

Landkreis berät Heimleitung

Herbolsheimer befürchtet, dass die Infektionszahlen bei den Mitarbeitern noch steigen werden. Und damit die Probleme. „Die Pflege ist noch nicht zusammengebrochen, wir haben relativ normale Dienste hinbekommen“, sagte er. Der Grund: Der Heimleiter kann dabei zurzeit noch auf Personal zurückgreifen, das sonst in der Tagespflege eingesetzt wurde. Diese ist seit dem 14. Dezember geschlossen. Eine Maßnahme, die helfen sollte, durch weniger Kontakte von außen die Heimbewohner besser vor dem Virus zu schützen. Auch Herbolsheimers Ehefrau, eine gelernte Altenpflegerin, hilft mit.

Externe Pflegekräfte zu bekommen sei sehr schwierig, sagte Herbolsheimer. Da sei zum einen der generelle Personalmangel, dazu komme noch, dass keiner so gern dort arbeite, „wo es bereits viele Corona-Fälle gibt“. Auf Antworten auf seine Anfragen bei Leiharbeitsfirmen wartet er noch.

„Wie auch in jedem anderen Fall eines Ausbruchsgeschehens in einer solchen Einrichtung wurde auch mit der Heimleitung in Bad Endbach bereits das weitere Vorgehen bezüglich der verschiedenen Schutz- und Hygienemaßnahmen besprochen“, teilt der Landkreis mit. Es gehe um Fragen zum Bestand der persönlichen Schutzausrüstung in der Einrichtung, zur Isolierung positiv Getesteter und ihrer Kontaktpersonen, Trennung von Wohnbereichen sowie das weitere Vorgehen bei den Testungen.

Von Regina Tauer