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Hinterland Große Hilfe für kleinere Betriebe
Landkreis Hinterland Große Hilfe für kleinere Betriebe
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14:00 25.01.2021
Mit Abholservice und Onlinehandel versuchen sich während der Corona-Krise viele Firmen über Wasser zu halten.
Mit Abholservice und Onlinehandel versuchen sich während der Corona-Krise viele Firmen über Wasser zu halten. Quelle: Thorsten Richter
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Biedenkopf

„Biedenkopf Online“ – unter diesem Namen betreiben drei Biedenkopfer seit 2020 eine Internetseite und eine Facebook-Gruppe. Ehrenamtlich. Im Frühjahrs-Lockdown 2020 ging das Projekt an den Start – mit dem Ziel, Händler und Gastronomen mit Online-Werbung zu unterstützen. Heute sind gut 270 Firmen auf der Internetseite vertreten. Und die Facebook-Gruppe zählt fast 2 000 Mitglieder.

Lokaler Einzelhandel profitiert von der Gruppe

Im ersten Lockdown hatten Sabine Busch (Mobile Hundeschule Hinterland) und Jürgen M. Reh (Wüstenrot Bausparkasse) die Facebook-Gruppe unter dem Namen „Unterstütze deine Region Biedenkopf“ ins Leben gerufen. Später stieß noch Klaus Ackermann (Versandhandel „Die Beetfreunde“) zum Team. Jetzt – im zweiten Lockdown – läuft das Projekt auf Facebook unter dem Titel „Biedenkopf Online“ weiter.

Das Prinzip ist dasselbe wie im letzten Frühjahr: Jedes Mitgliedsunternehmen darf seine aktuellen Angebote posten: Gibt es Liefer- oder Abholservice? Besondere Aktionen? Bietet ein Geschäft neue Mode, Schmuckstücke, Schuhe oder Bücher, die bestellt, abgeholt oder geliefert werden können? Bietet ein Fitness-Studio Online-Kurse? Hat ein Restaurant eine neue Speisekarte und Lieferdienst?

Dass die Angebote auf der Facebook-Seite immer aktuell sind, dafür sorgt das dreiköpfige ehrenamtliche Team. Insbesondere Busch und Reh sitzen dafür täglich am Computer, stellen neue Posts ein, werfen alte raus. „Es ist wieder das Gleiche wie im letzten Frühjahr“, sagt Sabine Busch, „wir posten und teilen und machen und tun.“ Es klingt durch, wie frustrierend es für alle drei ist, dass sich die Situation für Gastronomen und Händler nun wiederholt. Ja, sie machen sich viele Sorgen. Um die kleinen Unternehmen in der Region. Darum, wie die Innenstädte und Ortskerne im Hinterland aussehen werden, wenn Corona vorbei ist. Um die Lebensqualität und um das Miteinander in der Region.

„Biedenkopf Online“: Drei Biedenkopfer treiben Internet-Projekte für den Einzelhandel und die Gastronomie voran Quelle: Screenshot

Aber runterziehen lassen wollen sie sich von diesen Sorgen eben nicht. „Jammern hilft ja niemandem“, sagt Reh. „Wir wollen was Positives schaffen“, ergänzt Busch. Bestärkt werden sie dabei von den Nutzern ihrer Facebook-Seite. Im Mai 2020 waren 1 200 Mitglieder registriert. Heute sind es fast 2 000. Hinzu kommen noch all jene, die die Seite nutzen, ohne Mitglied zu sein. Und: Unternehmer melden dem Team auch zurück, dass ihre Werbung auf der Seite die Kunden erreicht. „Gerade von den Restaurants bekommen wir viele positive Rückmeldungen. Die verkaufen wirklich deutlich mehr Essen, wenn wir ihre Speisekarte teilen“, erzählt Reh.

Was die drei aber auch motiviert, ist, dass sie täglich sehen, wie sehr sich heimische Geschäftsleute anstrengen, um ihre Unternehmen durch die Krise zu bringen. „Da gibt es Einzelhändler, die beeindrucken mich wirklich. Die posten jeden Tag, das läuft richtig gut“, berichtet Ackermann und nennt als Beispiel ein Modegeschäft, das mit Liebe zum Detail täglich Fotos online stellt, um auf schöne Stücke aufmerksam zu machen und einen funktionierenden Abholservice aufgebaut hat.

Sabine Busch freut sich besonders, dass inzwischen auch kleinere Unternehmen das Thema Online-Werbung für sich entdeckt haben, die dem Thema zu Beginn der Corona-Krise noch kritisch gegenüber gestanden hätten. Dass heimische Firmen das Internet stärker als Chance wahrnehmen, sehen Busch, Reh und Ackermann aber auch anhand ihres zweiten „Babys“: Mit der Internetseite www.biedenkopf.online bauen sie seit letztem Sommer ein Branchenverzeichnis für die Region auf, das über die Corona-Krise hinaus langfristig wachsen und bestehen soll. Auf 273 Firmeneinträge können die Macher inzwischen schon verweisen. Tendenz steigend.

Kostenfreie Präsentation auf der Internetseite möglich

Auf der Internetseite können sich Firmen mit kurzem Text, Foto, Logo und Wegbeschreibung präsentieren – wohlgemerkt kostenfrei. Denn auch diese Seite pflegen die drei Macher ehrenamtlich.

Das Ergebnis ihres Einsatzes: Die Zahl der Firmeneinträge wächst und die verschiedenen Kategorien füllen sich immer mehr. 32 Einträge zählt etwa die Kategorie „Gastronomie & Übernachten“ schon. 74 sind es im Bereich „Einzelhandel“, 98 bei den „Dienstleistungen“ und 38 im Bereich „Gesundheit“. Suchen können Nutzer nach vielen Unterkategorien, unter anderem „Bäckereien“, „Tierärzte“, „Versicherungen“ oder „Massagen“.

Da immer mehr Einträge hinzukommen, wird die Seite zunehmend interessant für potenzielle Kunden – also die Bürger. Das sieht offenbar auch die Stadt Biedenkopf so, von deren Homepage es inzwischen einen Link zu www.biedenkopf.online gibt.

„Bei manchen Firmen, die sich bei uns eintragen, sind wir selbst überrascht, was es in der Region alles gibt“, erzählt Sabine Busch schmunzelnd. Sie hofft, dass auch die Menschen im Hinterland dieses breite Angebot vor Ort stärker wahrnehmen und – in der Krise und darüber hinaus – in der Region einkaufen.

von Susan Abbe

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