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Hinterland 2021 rollen Bagger für Hotel und Wohnpark
Landkreis Hinterland 2021 rollen Bagger für Hotel und Wohnpark
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09:57 05.11.2020
Auf dem Gelände der Alten Gärtnerei in Bad Endbach soll ein Wohnpark mit 46 Wohneinheiten entstehen. Quelle: Regina Tauer
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Bad Endbach

Das geplante Neubaugebiet „Alte Gärtnerei“ hat eine weitere Hürde genommen. Das Gemeindeparlament beschloss bei einer Gegenstimme von Rolf Herrmann (FW), die Änderungen des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans offenzulegen.

Auf dem Gelände will das Gießener Unternehmen Depant 24 Reihenhäuser und 22 Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern bauen. Herrmann begründete seine Ablehnung damit, dass nicht geklärt sei, welche finanziellen Belastungen auf die restlichen Anlieger der Straße „Am Sonnenhang“ zukämen, wenn die Straße eines Tages ausgebaut werde. Ein Teil der Straße liegt in dem Bebauungsplangebiet. Dessen Endausbau soll von Depant übernommen werden.

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Auch die Pläne für die Erweiterung des Hotels „Heckenmühle“ sind einen Schritt weiter. Dafür müssen der Flächennutzungsplan im Bereich der Heckenmühle und der Bebauungsplan für die Sebastian-Kneipp-Straße geändert werden. Das Parlament beschloss dies bei wenigen Enthaltungen.

Schweitzer: Keine pauschalen Parkverbote

Zuvor hatte sich der Bau- und Planungsausschuss mit dem Verkehrsgutachten für die Sebastian-Kneipp-Straße beschäftigt. Es war in Auftrag gegeben worden, um zusätzliche Belastungen in dem Quartier hochzurechnen. Das Planungsbüro Müller hatte von der Notwendigkeit kleinerer Eingriffe gesprochen und dabei unter anderem parkende Autos erwähnt – ein Hemmnis für den Verkehrsfluss.

Rolf Bernshausen, Fraktionsvorsitzender der SPD, berichtete im Gemeindeparlament von besorgten Bürgern. Doch Bürgermeister Julian Schweitzer (SPD) versprach: „Wir werden uns in aller Ruhe und mit der notwendigen Sachlichkeit damit beschäftigen. Es werden keine pauschalen Parkverbote in der Sebastian-Kneipp-Straße verhängt.“

Grünes Licht gab das Gemeindeparlament für das Bauvorhaben eines Architekten aus Günterod. Er will die alte Dreschhalle in ein Wohnhaus umbauen.

Kostenfrage für Leerrohre noch offen

Da das Areal am südöstlichen Ortsrand zum Teil bislang dem Außenbereich zugeordnet war, muss der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Schweitzer nannte das Vorhaben ein interessantes Projekt, das dem langfristigen Erhalt eines Kulturgutes diene. Jörg Jakob (SPD), Ortsvorsteher in Günterod, erinnerte daran, dass die Dreschhalle derzeit kein Schmuckstück sei. Der Ausbau sei für Günterod von großem Vorteil.

Die Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH beabsichtigt für die nächsten Jahre einen Komplettausbau der Breitbandinfrastruktur im Landkreis. Dabei soll jeder Haushalt die Möglichkeit auf schnelles Internet bekommen. Da in Bad Endbach 2021 drei Straßensanierungen anstehen – in Wommelshausen, Bottenhorn und Günterod – will die Gemeinde Breitband-Leerrohre gleich mitverlegen lassen.

Wie viel diese Vorleistung Bad Endbach kosten wird, ist noch offen. Er gehe davon aus, dass die Gemeinde ihr Geld wieder zurückbekäme, wenn die jeweiligen Anbieter in dem Gebiet tätig würden, sagte Schweitzer. Doch „wir können nicht in Gänze ausschließen, dass ein Versorgungsträger diese Leitungen nicht von uns übernimmt“, sagte Schweitzer. Für die Gemeinde bleibe ein Restrisiko. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschloss das Gemeindeparlament, in Vorleistung zu gehen.

Von Regina Tauer

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