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Landkreis Mit Fleiß eigene Themen vertreten
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17:33 16.11.2020
Neun der zehn ersten Kandidaten im Corona-Abstand: Sigurd Meier (von links) Anja Kerstin Lercher, Inge Sturm, Miguel Sanchez, Christian Bubel, Maximilian Peter, Anna Hofmann, Ingeborg Cernaj und Bernd Hannemann. Quelle: Götz Schaub
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Fronhausen

Die Partei Die Linke hat am Samstag im Bürgerhaus Fronhausen ihre Liste für die Wahl zum neuen Kreistag aufgestellt, der im Zuge der Kommunalwahlen am 14. März 2021 gewählt wird. Zuvor verabschiedeten die Teilnehmer der Mitgliederversammlung das entsprechende Wahlprogramm.

Anna Hofmann, die erneut zur Spitzenkandidatin gewählt wurde, umriss die Zielsetzungen. Die Klimaschutzziele des Landkreises, bis 2040 den Energiebedarf durch hundert Prozent erneuerbare Energien aus der Region zu decken, werde nie gelingen, wenn man jetzt keine neuen Ideen dazu entwickle. Das neue Programm der Linken zeigt viele umweltpolitische Themen auf, wie die Sicherung des Trinkwassers, Maßnahmen gegen das Waldsterben, eine nachhaltige Forstwirtschaft, die Forderung nach mehr Engagement, die Artenvielfalt zu erhalten. Doch bleibt auch der Mensch und dessen Bedürfnisse im Fokus. Dabei geht es gezielt um die Hilfe für sozial schwächere und sonstig benachteiligte Menschen. Die Bürgerbeteiligung müsse zu einer echten Bürgerbeteiligung ausgebaut werden, nicht zu einer Beteiligung, bei der Bürger letztendlich nur das bestätigen, was der Kreis selbst wolle. Auch Menschen mit Migrationshintergrund bräuchten eine merkliche Stimme. Inklusion und Teilhabe müsse selbstverständlich werden, für alle auf allen Gebieten. Es könne auch nicht sein, dass es in ländlichen Gebieten zu einer Unterversorgung von Allgemeinmedizinern komme, in Angelburg, Steffenberg und Biedenkopf sei man schon an der Schmerzgrenze angekommen, so Hofmann. Auch dürften kranke Menschen nicht nach Kosten- und Gewinn-Rechnungen eingeteilt werden.

Kampf um aussichtsreiche Plätze

„Die Corona-Krise, so schlimm sie ist, hat aber auch gezeigt, dass es in der Bevölkerung Solidarität gibt, sich gegenseitig zu helfen, Schwächeren zu helfen. Das muss man jetzt nutzen und ausbauen“, meinte Bernd Hannemann, der übrigens am Samstag seinen 70. Geburtstag feierte. Das Programm kam ohne Änderungswunsch aus, wurde von 19 Stimmberechtigten einstimmig verabschiedet. Maximilian Peter nannte auch den Grund für diese Einstimmigkeit: „Das Programm zeigt auf, dass wir tatsächlich etwas tun können, es wirkt positiv.“ So sehen das auch die derzeitigen Mitglieder des Kreistages. Viele ihrer Idee würden zwar abgelehnt, aber einige auch über Änderungsanträge der Koalition aufgegriffen, diese Erfahrung habe man gerade einen Tag zuvor im Kreistag wieder machen können, als es um das von den Linken aufgebrachte Thema Luftreiniger in Schulen ging.

Der Kampf um die aussichtsreichen vorderen Plätze war mitunter von Kampfabstimmungen geprägt. Das freute nicht nur die unumstrittene Listen-Erste Anna Hofmann. Sie bescheinigte allen, die unter den ersten zehn kandidieren, den Willen, sich stark einbringen zu wollen und auch Ergebnisse erzielen zu wollen. Die Wahlliste wurde bis Platz 89 erstellt, wobei nur die ersten 81 auch auf dem Stimmzettel stehen werden, weil der Kreistag nur aus 81 Personen bestehen wird.

Sie führen die Liste an:

Die ersten zehn Kandidaten der Partei Die Linke für den neu zu wählenden Kreistag:

1. Anna Hofmann, 2. Bernd Hannemann, 3. Ingeborg Cernaj, 4. Christian Bubel, 5. Anja Kerstin Lercher, 6. Maximilian Peter, 7. Bärbel Schwarz-Köppl, 8. Sigurd Meier, 9. Inge Sturm, 10. Miguel Sanchez.

von Götz Schaub