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Portraits Blendegewinner 2019 Moderner Plattenteller für 3. Platz
Landkreis Blende Portraits Blendegewinner 2019 Moderner Plattenteller für 3. Platz
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13:26 02.10.2020
"Sleepless" Platz 3 in der Kategorie "Nightlife" Quelle: Tim Trela
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Marburg

Ein Fotokurs während der Schulzeit brachte Tim Trela zur Fotografie. Er liebt die Kreativität und die Möglichkeiten, mit Licht zu experimentieren. Trotzdem legte der 20-Jährige während seines Abiturs eine kurze fotografische Pause ein. Vor zwei Jahren nahm er sein Studium der Rechtswissenschaften in Marburg auf und wohnte zunächst in einem Verbindungshaus und zog später in die Marburger Altstadt um. Sein kreatives Hobby nahm der gebürtige Bonner mit seinem Umzug nach Marburg dann auch wieder auf. „Ich habe mir eine gebrauchte Canon 2000D angeschafft“, sagt Tim Trela und betont dabei seine Kunstaffinität. „Meine Mutter ist Kunsthistorikerin, und meine Schwester hat Kunst studiert“, erzählt er und fügt hinzu, seine Eltern haben sich trotz seiner kreativen Ader gewünscht, dass er zunächst etwas „vernünftiges studiert“. Sehr gerne besucht Tim Trela Museen und Ausstellungen, denn dies sei ein guter Ausgleich zum eher trockenen Stoff des Jura-Studiums. Neben der Fotografie beschäftigt sich Tim auch mit der Bearbeitung seiner Fotos. In unterschiedlichen Internet-Foren rund um die Fotografie, in denen er sich mit anderen Usern zum Thema austauscht, sei er auch durch diverse Tutorials auf YouTube auf die Möglichkeiten der Bildbearbeitung aufmerksam geworden. „Die verschiedenen Programme zur Bearbeitung wollte ich natürlich kennenlernen und dann auch meine Fotos damit bearbeiten“, berichtet der Student und schwärmt von den Möglichkeiten, die Photoshop und Lightroom bieten. „Am Anfang bearbeitet man natürlich sehr viel, aber ich habe schnell gemerkt, dass weniger mehr ist.“ Seine Fotos möchte er zeigen, wie sie in der Realität auch wirklich sind und keine überbearbeiteten Ergebnisse erhalten, die am Ende ein falsches Bild zeigen.

Party lieferte das Foto zum Wettbewerb

Eine Freundin hat den Marburger Studenten auf den Blende-Fotowettbewerb der Oberhessischen Presse aufmerksam gemacht. Neugierig habe ihn das Thema „Nightlife“ gemacht. Die Partys in den Verbindungshäusern sind meist legendär. In seiner Verbindung, hat das Partyleben in den vergangenen Jahren wieder Fahrt aufgenommen, erzählt er. „Alles wurde neu organisiert. Der Saal, der sehr traditionsreich aussieht, wurde mit Boxen und einer Lichtanlage ausgestattet und in eine moderne Disco verwandelt.“ Unter den Verbindungs-Kollegen war Tim der Mann mit Kamera und dem Händchen für gute Fotos. „Ich wurde gefragt, ob ich die Fotos am Abend der Party machen könne, auch damit das Haus später für die Social-Media-Kanäle schöne und vorzeigbare Fotos hat“, berichtet der Student und erzählt von seinen Erfahrungen im Bereich der Nacht-Fotografie: Die waren nämlich gar nicht so groß. Er hatte großen Respekt vor diesen Aufnahmen. Bis dahin habe er sich überwiegend mit Landschaftsfotografie beschäftigt, aber auch schon Porträts aufgenommen. „Das sind Dinge, die sich nicht bewegen.“ Die Schwierigkeit an diesem Abend bestand also darin, in den unterschiedlichen Lichtsituationen und mit Menschen, die sich bewegen, ein gutes Foto zu erzielen. „In der ersten Stunde war ich damit beschäftigt, die perfekte Einstellung an der Kamera zu finden. Welche ISO eignet sich am besten, ohne dass die Fotos am Ende zu sehr rauschen“, sagt Tim Trela und spricht begeistert über die Wahl der Blende und die richtige Verschlusszeit, denn die Hand am Plattenteller sollte scharf sein, aber gleichzeitig sollten die Menschen im Hintergrund auch noch zu erkennen sein. Sein Vorteil an diesem Abend im Verbindungshaus war, dass er dort quasi zu Hause ist und sich überall aufhalten durfte. Seinen Platz fand der Jura-Student hinter dem DJ in einer kleinen Ecke. „Ich habe mich dort reingezwängt und so aus dem Hintergrund fotografiert“, sagt er und geht weiter auf die Wahl des richtigen Objektivs ein. Überall war es sehr dunkel, deswegen musste es ein lichtstarkes Objektiv sein. „Der Nachteil einer Festbrennweite ist, dass man sich sehr viel bewegen muss. Das war an diesem Abend nicht einfach, denn es war eng und ich hatte wenig Platz.“ Das Foto, mit dem Tim Trela den dritten Platz in der Kategorie „Nightlife“ belegt hat, ist unter eher schlechten Bedingungen entstanden. Umso mehr freut es den 20-Jährigen, dass sein Foto auch im Bundesentscheid des Fotowettbewerbs punkten konnte und er dort den 67 Platz belegte. „Es freut mich total, dass mein Foto es in die engere Auswahl geschafft hat. Bei Nachtleben habe ich als Student sofort an Klubs, Discos oder Bars gedacht.“ Tim Trela hat seitdem viel fotografiert und sich von der alten gebrauchten Kamera getrennt. Seine fotografische Entwicklung geht weiter, jetzt mit einer spiegellosen Canon RP, denn die Vorteile der neuen spiegellosen Vollformat-Kameras sind enorm. Zum einen lösen sie fast lautlos aus, da kein Spiegel mehr hochklappen muss, und zum anderen ist sie im Rauschverhalten viel besser.

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Marburg ist ein Paradies für Fotografen

Der Jura-Student liebt die Kneipenkultur in Marburg und den Kontrast, den die Stadt bietet. Marburg sei ein kleines Paradies für Fotografen, sagt er und erzählt von seinem nächsten Foto-Projekt. Eine Ausstellung zum Thema Handwerk in Marburg, beziehungsweise Marburger Betriebe. Zunächst möchte er fünf alteingesessene Betriebe darstellen und ihre Handwerkskunst in Fotos festhalten. „Ich möchte damit das Handwerk stärken und zeigen, was und wer hinter der Tätigkeit steckt“, berichtet Tim. Dabei liegt das klassische Handwerk in seinem Fokus. Hierfür hat er schon Kontakt zu einigen Betrieben in der Stadt aufgenommen und erste Fotos von Menschen bei ihrer Arbeit gemacht. In der Ausstellung sollen dann etwa zwei bis drei Fotos zu jedem Handwerk gezeigt werden. Einen Termin für die Ausstellung habe er noch nicht, aber die Planungen laufen. Auch politisch engagiert sich der Jura-Student gerne in der Stadt. Die Marburger Kommunalpolitik interessiert den 20-Jährigen. Er ist Beisitzer bei der FDP und Mitglied bei den Jungen Liberalen, zudem unterstützt er die Partei auch fotografisch bei Veranstaltungen.

Von Melanie Weiershäuser

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