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Portraits Blendegewinner 2019 Ein Strandkorb auf Wangerooge
Landkreis Blende Portraits Blendegewinner 2019 Ein Strandkorb auf Wangerooge
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14:11 02.10.2020
„Eternal Love“ hat Isabell Matthäi ihren Schnappschuss aus dem Urlaub auf Wangerooge genannt. Platz 3 Special Moment Quelle: Isabell Matthäi
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Niederasphe

Die Liebe zur Nordsee, zur Ursprünglichkeit und zur Natur ist groß. Es ist die Ruhe, der schöne Strand, die Abgeschiedenheit und das herrliche Klima, was Isabell Matthäi auf die kleine Insel Wangerooge geführt hatte. Es sollte ein kleiner Urlaub im Herbst sein, ganz alleine mit ihrem kleinen Sohn Noah. Geplant hatten Mutter und Sohn lange Spaziergänge und viel gemeinsame Zeit am Strand. „Wangerooge ist autofrei“, erzählt sie mit dem Hinweis, dass Urlaub dort deswegen sehr entspannt sei. Der Blick von Isabell Matthäi wendet sich vom Tisch hin zur Theke, die vor der Küchenzeile steht. Neben einem Kuchen, Obst und Trinkbechern ihrer Kinder steht ein kleines, quadratisch gerahmtes Bild. „Da ist unser Foto“. Es ist der Schnappschuss aus dem Strandkorb, den sie für den Blendewettbewerb eingereicht hatte. „Das Wetter schlug gerade mal wieder um und überraschte uns beim Spaziergang am Strand. Noah zieht das Bild zu sich, und schon plappert der Dreijährige los. „Da war es heiß“, ruft er und erzählt weiter, dass er dort mit seiner Mama am Strand war. „Damit meint er sicher den Sommerurlaub dieses Jahr am Rhein, da war es heiß. Das Wetter auf Wangerooge war wechselhaft, manchmal sehr kühl, aber es waren auch schöne Tage dabei“, ergänzt Noahs Mutter. Auf dem Foto haben Mutter und Sohn eine Mütze auf, Regenjacken an. „Wir haben lange Spaziergänge unternommen und die frische Seeluft genossen“. Das Foto, mit dem Isabell Matthäi den dritten Platz in der Kategorie „Special Moments“ gewonnen hat, sei eigentlich zufällig entstanden. Es war einfach dieser schöne Moment gewesen, als Noah sie so glücklich und zufrieden anschaute, im Strandkorb am Hauptstrand der Insel, in dem beide Schutz vor dem plötzlichen Regen suchten. „Eternal Love“ (ewige Liebe) hat sie es genannt. Und das trifft es auch ganz genau.

Das Smartphone ist immer dabei

Eine große Kamera hatte die 42-Jährige nicht dabei, aber ihr Handy, das schon etwas in die Jahre gekommen sei, sagt sie und erzählt von der Situation im Strandkorb, dem starken Regen und wie großartig dieser Moment war. Und davon, wie sie das Galaxy A3 aus der Tasche zog, um den Schnappschuss aufzunehmen. „Noah hat das gar nicht bemerkt“, lacht sie. Aber die Mutter hat diesen besonderen Moment noch sehr genau in ihrer Erinnerung. Der Urlaub im Herbst 2019 war für die alleinerziehende Mutter und ihren Sohn etwas Besonderes. Hinter ihnen lag eine schwere Zeit und Noahs Diagnose „Diabetes“, die ihr ganzes Leben schlagartig veränderte. „Das ist nicht leicht, weder für ihn noch für mich“, sagt Isabell und fügt hinzu, „für die ganze Familie ist das nicht leicht“. Deswegen war die gemeinsame Zeit so wichtig gewesen.

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Wangerooge ist autofrei und besonders ruhig

Mit dem Auto fuhren sie in den hohen Norden bis nach Harlesiel. Dort müssen die Autos stehen bleiben und die Fähre bringt einen dann auf die Insel. „Wir haben in der Jugendherberge im historischen Westturm gewohnt“, sagt die Mutter von fünf Kindern. Vom Hafen fahre zwar eine Inselbahn, aber die haben Mutter und Sohn nicht genommen, sondern gleich die Gelegenheit für einen langen Spaziergang genutzt – mit Kinderwagen und dem ganzen Gepäck. „Noah ist ein Sonnenschein, ein wirklicher Kämpfer. Er ist ein Energiebündel, und der Weg bis zum Turm war ein großes Abenteuer für ihn“, sagt Isabell Matthäi. Der Westturm sei das Wahrzeichen von Wangerooge. Sieben Stockwerke und 56 Meter ist er hoch. „Der Ausblick aus unserem Zimmer in der obersten Etage war beeindruckend“, schwärmt die Mutter. Bis zum Strand legten die beiden jeden Tag etwa fünf Kilometer zurück – einfache Strecke. Aber das habe sich gelohnt, denn der Strand sei einfach wunderschön. Während diesem kleinen Urlaub hatte Isabell Geburtstag. „Wir haben an diesem Tag Kuchen gegessen und uns einen schönen Tag gemacht“, erinnert sich die gebürtige Niederaspherin. „Ich bin drei Jahre“, ruft Noah laut dazwischen und lacht über das ganze Gesicht.

Robben kamen bis auf den Strand

Viele schöne Momente konnten die beiden in den sieben Tagen auf der Nordsee-Insel erleben. Isabell erinnert sich auch noch an eine ganz besondere Begegnung. Es war im Hafen von Wangerooge. „Dort kamen die Robben bis an den Strand“, berichtet die Mutter und zeigt ein Bild, das sie in der Foto-Galerie ihres Handys gesichert hat. Noah fand den Spielplatz im Hafen ganz toll, deswegen seien sie dort häufig gewesen. Das Zusammentreffen mit den Robben sei schon etwas Besonderes gewesen. Die Auswahl an Urlaubsfotos in ihrem Smartphone ist groß. „Wir haben viel fotografiert, allerdings immer nur mit dem Handy“, sagt die Arzthelferin und Fremdsprachensekretärin. Am liebsten mache sie Landschaftsfotos. Sie mag das Ursprüngliche und die Natur. Ihre Sympathie für die Nordsee leugnet sie nicht, aber trotzdem möchte sie aus Niederasphe – vorerst – nicht wegziehen. In dem kleinen beschaulichen Ort ist sie mit ihren Kindern zu Hause. Dort haben sie ihren Lebensmittelpunkt. Um Kraft für den Alltag zu tanken und auch mal abschalten zu können, fährt Isabell Matthäi an die Nordsee. Fotos wird sie dort weiter mit dem Handy machen, denn das sei sehr praktisch und leicht. „Keine komplizierte Technik, die ich erst lernen muss“, sagt Isabell Matthäi und fügt hinzu, dass sie das an der „Handyfotografie“ schätze. Aber wer weiß, vielleicht wird es ja doch einmal eine bessere Kamera, räumt sie ein.

Von Melanie Weiershäuser

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