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Blende 2021 Mit „Minus“ auf den dritten Platz
Landkreis Blende Blende 2021 Mit „Minus“ auf den dritten Platz
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12:51 21.04.2022
Hans-Peter Hardt belegt mit seinem Foto den dritten Platz in der Kategorie „Fit und Fun“.
Hans-Peter Hardt belegt mit seinem Foto den dritten Platz in der Kategorie „Fit und Fun“. Quelle: Hans-Peter Hardt
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Wohratal

Er ist Frühaufsteher, Tierfotograf und ab April im wohlverdienten Ruhehand. Hans-Peter Hardt aus Wohratal-Langendorf war selbst viele Jahre im Turnierhundesport aktiv und sehr erfolgreich. Dass er ein Auge für Tiere hat, zeigt auch sein Foto mit dem Titel „Inclination“. Beim Blende-Fotowettbewerb sichert ihm das den dritten Platz in der Kategorie „Fit und Fun“.

Unzählige Pokale stehen in einer Vitrine im Esszimmer von Hans-Peter Hardt. Sie stammen aus seiner aktiven Zeit, in der er selbst Hundesport betrieben hat. „Eine Medaile ist von der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg. 2009 haben wir den 7. Platz in der Altersklasse über 50 gemacht“, erzählt der Hobbyfotograf. Im vergangenen Jahr sprach ihn eine Bekannte an, ob er nicht ein paar Fotos von ihr und ihrem Hund machen könne. Diese Bitte lehnte der 63-Jährige nicht ab. „Ich mache das sehr gerne“, sagt er und erzählt, dass sie sich gemeinsam zum Hundesportverein Ederbergland nach Burgwald aufgemacht haben.

Hans-Peter Hardt. Quelle: Wolfgang Zeidler

An einem Wochenende im September wurde dort während einem Turnierhundesportwettbewerb die Disziplin „Vierkampf 3“ ausgetragen. Dabei sind Mensch und Hund in vier Disziplinen gleichermaßen gefordert. Während des Wettbewerbes wurde der passionierte Tierfotograf auf ein interessantes Team aufmerksam. „Ich sprach den Mann an, ob ich ihn fotografieren darf.“ Hans-Peter Hardt suchte sich eine gute Position hinter einem Maschendrahtzaun. Von dort aus hatte er eine gute Sicht und störte den Hund in seiner Konzentration nicht. Wie aus einem Guss und in voller Anspannung lief er mit seinem Besitzer durch die Stangen des Slalom-Parcours. „Ich habe eine ganze Serie geschossen“, erzählt Hardt. Die Augen des Husyks, der auf den Namen „Minus“ hört, sind klar und der Blick ist immer bei seinem Herrchen Dietrich Hofmann aus dem Taunus. Aufgenommen hat Hardt das Foto mit einer Nikon D850, einem 200 Millimeter Objektiv mit Blende 2,8 und einer 6400stel Sekunde.

Wildtiere - am liebsten am Morgen

Hans-Peter Hardt ist gebürtig aus der Eifel. Zum Studieren kam er nach Gießen und blieb anschließend gerne in der Region. In Marburg hat er bis zu seinem Rentenbeginn beim Studentenwerk als Abteilungsleiter gearbeitet. Ausgleich findet der Vater eines erwachsenen Sohnes in der Tierfotografie. Am liebsten hat er Wildtiere vor seinem Objektiv. „Ich bin Frühaufsteher, das ist sehr praktisch, denn viele Tiere erwischt man dann am besten“, berichtet er. Wenn der Hobbyfotograf morgens nach Gemünden fährt, um Brötchen für das Frühstück zu holen, ist der Fotorucksack immer dabei. „Man weiß ja nie, welches Motiv einem über den Weg läuft.“ Füchse beispielsweise verlassen in den frühen Morgenstunden ihren Bau. Im Bereich der Radenhäuser Lache, ein Feuchtbiotop unterhalb der Amöneburg, ist Hans-Peter Hardt oft unterwegs, etwa um Störche und andere Tiere zu beobachten. „Im vergangenen Jahr habe ich dort über einen Zeitraum von 4 Wochen junge Kraniche beobachtet. Das ist für einen Naturfotografen sehr interessant.“ Doch an einem Morgen, es war gegen 05.30 Uhr morgens, sah er dort keine Kraniche. In den flachen Gewässern standen zwei kämpfende Galloway-Bullen. „Das war spannend anzusehen. Und ein paar Fotos sind natürlich auch dabei entstanden.“

Ein interessantes Reiseziel für Tierfotografen ist Zingst an der Ostsee. Dort fährt er gezielt hin, um Rotwild zu fotografieren. „Das ist ein ganz besonderes Erlebnis“, erinnert er sich und beschreibt die Gegend als ein unheimlich faszinierendes Revier. Die Fotoexkursion, an der er teilnahm, leitete ein ehemaliger Revierförster. „Röhrende Hirsche in unberührter Landschaft erleben, war ein einmaliges Erlebnis“, erzählt Hardt.

Junger Rehbock als Glücksfall

Aber auch vor der eigenen Haustür macht sich Hardt gerne mit dem Fotorucksack auf den Weg. Gemeinsam mit seinem Freund und ehemaligen Jäger Hartmud Papendorf erkunden die beiden Männer die Gegend am Rande des Burgwaldes. „Gleich vor dem Ortsrand, im Feld, stand plötzlich ein junger Rehbock vor uns. Die Kamera hatte ich griffbereit und konnte schnell genug ein Foto machen.“ Das Tier hatte den Blick direkt in die Kamera gerichtet. „Ein wirklicher Glücksfall war das“, erinnert sich der Langendorfer.

Ruhestand für Weiterbildung nutzen

Ab April ist Hans-Peter Hardt im Ruhestand. Langweilig wird es ihm ganz sicher nicht, denn er hat viel vor. „Fotografie ist ein zeitaufwendiges Hobby“, weiß er und ergänzt, dass es nicht nur um das Machen geht, sondern auch die Nachbearbeitung einige Zeit in Anspruch nimmt. Dazu nutzt er das Programm Lightroom. Um in Zukunft seine Fotos nicht nur auf dem Tablet zu organisieren, unternimmt Hardt einen Bildungsurlaub zum Thema Webseitenerstellen. Sein Ziel ist es, eine eigene Webseite zu erstellen, um seine Fotos auch anderen Menschen zeigen zu können. In einem weiteren Kurs beschäftigt er sich dann mit der Fotodokumentation der Industriekultur in Mittelhessen. „Als Tier- und Landschaftsfotograf ist dieser Kurs für mich eine ganz neue Erfahrung.“

Von Melanie Weiershäuser