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Blende 2020 Sportbegeisterung zahlt sich aus
Landkreis Blende Blende 2020 Sportbegeisterung zahlt sich aus
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12:54 11.06.2021
Das Foto „Der mit dem Wasser spielt“ errang Platz zwei in der Kategorie „Elemente“.
Das Foto „Der mit dem Wasser spielt“ errang Platz zwei in der Kategorie „Elemente“. Quelle: Joachim Striepecke
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Marburg

Der Seepark Niederweimar ist ein Eldorado für Wakeboarder und Wassersportfans. Halsbrecherische Sprünge und akrobatische Drehungen bekommen die Gäste auf der Terrasse gratis zu ihrem Kaffee. Joachim Striepecke ist mit seiner Tochter dort. Die Anlage läuft, die Sportler fliegen übers Wasser und zeigen ihr Können eindrucksvoll.

Einige von ihnen scheinen mit dem Wasser zu spielen – sind eins mit diesem Element. Diese Verbindung ist in Striepeckes Foto mit dem Titel „Der mit dem Wasser spielt“ gut zu erkennen. Er belegt beim Blende Fotowettbewerb in der Kategorie Elemente den zweiten Platz und zeigt wirkungsvoll die Kraft und die Kunst dieses Sports.

Wassersport und Fußball

Im vergangenen Sommer wollte Striepeckes Tochter Clara an einem Wakeboard-Kurs in Niederweimar teilnehmen. „Das Licht an diesem Tag war sehr schön“, erinnert sich der 52-Jährige. „Das Wetter war gut und entsprechend viele Sportler nutzten die Wassersportanlage.“ Seine Kamera, eine Nikon D500, hatte der Hobbyfotograf natürlich dabei. Schon alleine deswegen, weil er die ersten Versuche seiner Tochter auf dem Wakeboard dokumentieren möchte. Mit im Gepäck ist sein Lieblingsobjektiv, ein 70-200mm mit Blende 4, denn „das ist perfekt für die Aufnahmen am See.“

Während Clara die ersten Runden auf dem Wasser dreht, sucht sich der leidenschaftliche Sportfotograf einen guten Platz zum Fotografieren. „Es ist dort gar nicht einfach, die optimale Position zu finden.“ Nach einigen Probeaufnahmen fand er den idealen Platz. Am Hang, direkt am Wasser und ohne Zuschauer, die die Sicht versperren. So entstand sein Sieger-Bild. Seit 2016 fotografiert der Berufsschullehrer. „Damals spielte seine ältere Tochter, Annika, beim FSV Hessen Wetzlar Fußball“, erinnert er sich und ist stolz auf die Leistung, die seine Tochter in der U17-Bundesliga als Spielerin auf den Rasen brachte. 

Fußball und Volleyball

Den Posten des Mannschaftsfotografen hat Joachim Striepecke dann schnell inne, denn als Vater und Fahrer der Tochter ist er auf den Sportplätzen in der Region immer mit dabei. „Ich bin damals ziemlich viele Meter an der Grundlinie hin und her gelaufen, um alle Spielerinnen mindestens einmal vor die Linse zu bekommen“, erinnert er sich und fügt an, dass er die Emotionen in den Gesichtern der Sportlerinnen faszinierend findet.

Joachim Striepecke belegt Platz 2 in der Kategorie Elemente und den 62. Platz im Bundesentscheid des Belnde Fotowettbewerbes Quelle: Annika Striepecke

Wichtig ist dem Hobbyfotografen, dass „die Fotografierte stolz auf ihr Foto sein kann“ und sich niemand beim Betrachten unwohl fühlt. Mit einem entsprechend kritischen Auge schaut Striepecke auf seine Fotos, und seine Töchter sind seine schärfsten Kritikerinnen. Positives Feedback bekommt er auch auf der Community-Plattform „Fupa.net“ – eine Seite für den Amateurfußball, auf der er seine Aufnahmen hochlädt. Dort können Interessierte sich die Fotos ansehen. Auf die neue Saison, auf viele gute Fußballspiele und ausdrucksstarke Fotos freut er sich schon sehr. Aber Fußball ist nicht die einzige Sportart, die den 52-Jährigen fesselt. Auch die Volleyballerinnen von den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg hat er schon ins richtige Licht gesetzt.

Gutes Foto besser machen

„Seit 2016 habe ich viel fotografiert, Workshops besucht, Tutorials angesehen und Fachliteratur gelesen“, erzählt der Familienvater. Auch in die Bildbearbeitung investiert er viel Zeit, um das Beste aus seinen Fotos holen zu können. An seinem Blende-Foto hat Striepecke allerdings gar nicht viel bearbeitet. „Etwas zugeschnitten, die Schärfe angepasst und die Kontraste, das reichte schon“, sagt er.

Das Nikon-eigene Bildbearbeitungs-Programm nutzt er hauptsächlich und zudem noch Affinity Photo, „ein sehr gutes Programm zur schnellen Korrektur und detaillierten Retusche.“ Natürlich weiß Striepecke, dass ein Foto schon vorher gut sein sollte, aber mit entsprechenden Korrekturen kann er es zum Strahlen bringen. „Ich möchte keine Kunst am Computer erstellen, sondern das Beste aus meinen Aufnahmen rausholen“, sagt er.

Ein Traum bleibt

Seit der Corona-Pandemie und den dadurch bedingten Einschränkungen hat Joachim Striepecke die Naturfotografie für sich entdeckt und probiert aus, was direkt vor der Haustür möglich ist. „Das schult den Blick für die Dinge.“ Ein weiteres sehr beliebtes Motiv ist seine Familie - ob zu Weihnachten, den Geburtstagen oder im Urlaub. Aus den schönsten Fotoserien, wie beispielsweise die vom Skiurlaub im Skigebiet Silvretta, entstehen Kalender. „So haben wir das ganze Jahr etwas davon und zudem ist es ein schönes Geschenk.“

Joachim Striepecke ist Fußball-Fan. Sein Verein ist der 1. FC Köln. Und das schon sehr lange. „Ins Stadion gehe ich, seit ich zehn Jahre alt bin“, berichtet er begeistert und erinnert sich noch genau an sein Idol von damals: Pierre Littbarski, der von 1978 bis 1986 in der Domstadt spielte. Mit großer Begeisterung blickt Striepecke auf die Fotografen, die immer am Rand des Spielfeldes sitzen und für die großen Agenturen ihre Aufnahmen machen. Sein Traum: einmal dort sitzen und ein Spiel des FC fotografieren.

Von Melanie Weiershäuser

07.05.2021
23.04.2021