Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Blende 2020 Schuhe im Rampenlicht
Landkreis Blende Blende 2020 Schuhe im Rampenlicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 07.05.2021
Schuhe im Rampenlicht belegte Platz 2 in der Jugendkategorie „Farben und Kontraste“.
Schuhe im Rampenlicht belegte Platz 2 in der Jugendkategorie „Farben und Kontraste“. Quelle: Julian Textor
Anzeige
Marburg

Mit der Kamera experimentieren, ausprobieren, was geht, und wie Licht funktioniert: So etwa ist das Foto von Julian Textor aus Marburg entstanden. Er belegt beim Blende Fotowettbewerb 2020 der Oberhessischen Presse in der Jugendkategorie „Farben und Kontraste“ mit seiner ersten Teilnahme gleich den 2. Platz und sichert sich Platz 19 beim Bundesentscheid.

Im Flur stehen die neuen Chucks, von Converse – noch ungetragen. Sie glänzen, kein Schmutz, keine Gebrauchsspuren. Der Kontrast zwischen dem dunkelgrünen Stoff, der weißen Sohle und den Schnürsenkeln in leuchtendem Orange: perfekt – grell, aber perfekt. „Das hat mir gefallen“, erzählt Julian. Das Set für sein Blende-Foto hat der Schüler im Flur der elterlichen Wohnung aufgebaut, den Spiegel hat er mit einem weißen Tuch verhüllt. Er sollte als Reflektor und zweite Lichtquelle von hinten dienen.

Julian Textor hat den zweiten Platz in der Jugendkategorie „Farben und Kontraste“ gewonnen. Quelle: Privat

Die Wand im Hintergrund war ihm zu kahl. Deswegen hat er Zeitungsseiten der Oberhessischen Presse daran befestigt. Eine Lichterkette im Vordergrund rundete das Arrangement ab.

Ein Geschenk zu Weihnachten

Dann fehlte nur noch der Blickfang, die neuen Schuhe. Nur wer die Marke Converse kennt, weiß, dass die Schuhe falsch stehen – nämlich links und rechts vertauscht. „Eigentlich ist das Converse-Logo im Bereich der Knöchel, aber auf der Innenseite“, verrät Julian.

Die Spiegelreflexkamera, eine Canon EOS 2000d, war vor einigen Jahren ein Geschenk zu Weihnachten. Nach ersten erfolgreichen Versuchen war sein Interesse geweckt. Mit dem Kit-Objektiv hat der Abiturient viele Fotos aufgenommen. Heute hat er verschiedene Linsen im Schrank, je nachdem, welche Motive er fotografieren möchte. Denn für die Landschaftsfotografie benötigt der Hobby-Fotograf ein anderes Objektiv wie etwa für die Portraitfotografie.

Neben der Fotografie ist der Fußball

„Für Sportfotos habe ich mir ein 70-200 mm zugelegt. Das macht echt Spaß“, erzählt er. Damit steht er manchmal an der Seitenlinie der Jugendspielvereinigung Amöneburg/Schröck und wartet auf den richtigen Moment seiner Kameraden. Er selbst ist auch begeisterter Fußballspieler in diesem Verein. Mit der A-Jugend steht er auf dem Platz.

Bildbearbeitung ist ein Thema, mit dem sich Julian in Zukunft noch mehr beschäftigen will. Hauptsächlich nutzt er für die Korrektur seiner Fotos die Lightroom-App, die er auf seinem Tablet installiert hat. „Die kostenlose Version ist schon sehr gut und kann viel“, erläutert er und erklärt, dass er doch eventuell auf die umfangreichere und kostenpflichtige Version umsteigen möchte. „Die Möglichkeiten sind dann einfach viel größer, aus dem Bild etwas Besonderes zu machen.“

Ziel: Eigenen Stil finden

Sein Ziel ist, einen eigenen Stil zu finden, und den persönlichen Look entwickeln. „Fotos mit einem Wiedererkennungswert.“ Wenn Workshops wieder stattfinden können, dann ist das auch eine Option für den Schüler, die er zur Weiterentwicklung nutzen möchte. Neben der Fotografie singt der 17-Jährige im gemischten Chor des Gesangvereins Kleinseelheim. Ein Freund hat ihn vor einiger Zeit mit zu den Proben genommen. „Es hat dann so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin“, sagt er und erzählt von den Auftritten beispielsweise bei Dorffesten in der Region.

Der Chor war 1893 als reiner Männerchor gegründet worden. Und obwohl der Altersdurchschnitt hoch ist, reicht das Repertoire von kirchlichen Liedern bis zu modernen Stücken. Die Vielfalt mache den Reiz aus.

Schreiner oder Informatiker?

Julian besucht die 12. Klasse an der Steinmühle in Cappel. Die Vorbereitungen zum Abitur laufen, die Prüfungen beginnen bald. Was nach dem Abi kommt, dazu hat er zwei unterschiedliche Ideen: „Ich könnte eine Ausbildung als Möbel-Schreiner im Betrieb meines Vaters machen. Aber ein Informatik-Studium kann ich mir auch sehr gut vorstellen.“

Beides interessiert den Jugendlichen und könnte ihm Spaß machen, auch wenn sie nichts gemeinsam haben. Eines weiß Julian Textor aber ganz sicher, neben Fußball, Chor und Abitur, will er sich weiter mit der Fotografie beschäftigen und an seinem persönlichen Bildstil arbeiten. Dazu gehört unter anderem Weiterbildung im Bereich Technik, Bildgestaltung und Bildbearbeitung.

Von Melanie Weiershäuser

23.04.2021