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Blende 2020 Von Pompeji, meterlanger Pizza und dem Schutzpatron Neapels
Landkreis Blende Blende 2020 Von Pompeji, meterlanger Pizza und dem Schutzpatron Neapels
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12:42 09.04.2021
Bernd Küllmer aus Marburg hat mit dem Foto Hausfassade in Neapel, den 3. Platz in der Kategorie Street Art belegt.
Bernd Küllmer aus Marburg hat mit dem Foto Hausfassade in Neapel, den 3. Platz in der Kategorie Street Art belegt.  Quelle: Bernd Küllmer
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Marburg

Die Straße aus Kopfsteinpflaster, stahlblauer Himmel, ein paar Wolken, mehrstöckige Häuser und unzählige Balkone, die über die Straße ragen. Es wirkt unaufgeräumt und bunt, nicht zuletzt durch das riesige Street-Art-Gemälde an der Hauswand. Mit dem Foto von dieser Szene schaffte es Dr. Bernd Küllmer aufs Siegertreppchen des Blende-Wettbewerbs. Er belegt Platz 3 in der Kategorie „Street Art“.

Reise im September 2019

Aufgenommen hat er das Foto während einer Reise im September 2019, die ihn und seine Frau an den Golf von Sorrent führte. „Es war eine achttägige Marco-Polo-Reise. Jeder Tag war gut durchgetaktet“, erzählt der fotobegeisterte Mediziner. Das Basislager war ein nettes Hotel zwischen Amalfi und Pompeji, wunderschön gelegen und nicht weit vom örtlichen Bahnhof entfernt.

Hausfassade in Neapel Platz 3 Street Art Bernd Küllmer, Marburg Quelle: Bernd Küllmer

Von dort aus starteten die jeweiligen Touren. „Jeder Tag hatte seine Höhepunkte“, erinnert sich der 76-Jährige. Gemeinsam mit neun weiteren Personen erlebte das Ehepaar die reizvolle Natur und Kultur zwischen Meer, Vulkan und Stadtleben.

Eine der schönsten Reisen

„Wir haben die Museen der Region besucht, die Ausgrabungen in Pompeji bewundert und sind den Vesuv hochgekraxelt“, schwärmt Bernd Küllmer und erzählt weiter von der schönen Amalfi-Küste, den stimmungsvollen Gassen Neapels und von den blühenden Zitronenplantagen. Jeder Tag sei großartig und sehr spannend gewesen – die Eindrücke hielt das Ehepaar in unzähligen Fotos fest. „Das war eine unserer schönsten Reisen und sehr empfehlenswert.“

Stimmungsvolles Neapel

Mit der Bahn erreichte die Gruppe das lebhafte Zentrum Neapels. Neben der pompösen Galleria Umberto hat die Stadt noch viel mehr zu bieten: Hübsche kleine Cafés, geschäftige Fischverkäufer und fleißige Pizzabäcker, die buntes Leben in die Gassen Neapels bringen. Bestens bekannt sind wohl die Piazza des Plebiscito mit dem Königspalast und auch das Nationalmuseum.

Küllmer erinnert sich, dass sie abends in Vico Equense einkehrten. Dort gibt es die beste Pizza – gleich meterlang. „Ein Meter Pizza, das war sehr eindrucksvoll, so etwas hatte ich vorher noch nicht gesehen“, erzählt Bernd Küllmer begeistert und findet, dies sei auch eine gute Idee für Marburgs Pizzerias.

Gemälde an Hauswänden

Neapel erlebte in den vergangenen Jahren eine richtige Welle von Street Art. Kunstwerke vieler verschiedener Stile zieren ganze Hauswände. Das prämierte Foto wurde vom bekannten Straßenkünstler Jorit Agoch an die Hausfassade gemalt und zeigt den Heiligen San Gennaró. Er ist der Schutzpatron Neapels, und der Glaube an ihn ist in der Stadt seit Jahrhunderten fest verwurzelt.

Durch Beruf zur Fotografie

Bernd Küllmer ist Internist und hatte seine Praxis in Kirchhain. Vor sechs Jahren hat der heute 76-jährige Marburger die Praxis an seine beiden Töchter übergeben. Als Internist habe er durch das Röntgen und die Sonografie zwar nur am Rande etwas mit Fotografie zu tun gehabt, doch bildgebende Techniken haben ihn schon immer fasziniert. Und so fand die Fotografie auch den Weg in sein Privatleben.

Auf Reisen hat der Hobbyfotograf seine Sony-Kamera immer dabei. Neben der Landschaftsfotografie interessiert er sich auch für die Tierfotografie. „Vögel sind sehr spannende Objekte“, sagt er und bemerkt, dass durch den Lockdown auch Marburg sehr interessant war.

Fotografie und Malerei

Neben dem Fotografieren widmet der Rentner sich mittlerweile auch der Malerei: am liebsten abstrakt. Und das Ehepaar spielt leidenschaftlich gerne Golf. „Besonders schön ist, dass wir dann an der frischen Luft sind, uns bewegen und die Natur genießen können“, beschreibt Küllmer sein drittes Hobby. Wenn Reisen wieder erlaubt seien, dann natürlich gerne mit Kamera und den Golfschlägern.

In die Bildbearbeitung hat sich der Internist gut eingearbeitet. Sein meist genutztes Programm ist Adobe Lightroom, aber gelegentlich kommt auch Photoshop zum Einsatz. Der Vorteil von Lightroom sei, dass der Benutzer eine gute Übersicht über seine Fotos erhält und sich sogenannte Presets von seinen bevorzugten Bearbeitungen anlegen kann.

Freude über Veröffentlichungen

Vor allem wenn man von einer Reise kommt und viele Fotos zu bearbeiten hat, dann lohne sich diese Vorgehensweise. Als Abonnent der Oberhessischen Presse sendet Bernd Küllmer auch regelmäßig Leserfotos ein – und er freut sich jedes Mal über eine Veröffentlichung.

Von Melanie Weiershäuser