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Blende 2020 Gleich doppelt erfolgreich
Landkreis Blende Blende 2020 Gleich doppelt erfolgreich
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13:59 05.08.2021
Mit „Vergänglichkeit“ errang Frank Kremer Platz2 beim Blende-Wettbewerb.
Mit „Vergänglichkeit“ errang Frank Kremer Platz2 beim Blende-Wettbewerb. Quelle: Frank Kremer
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Marburg

Frank Kremer aus Marburg ist beim Blende-Fotowettbewerb 2020 gleich doppelt erfolgreich. Mit seinem Foto „Vergänglichkeit“ sicherte er sich den zweiten Platz in der Kategorie „Street Art“. Den dritten Platz in der Kategorie „Schwarz-Weiß-Fotografie“ erreichte er mit dem Foto „Fahrt ins Ungewisse“, das im Bundesentscheid den 95. Platz belegte.

Im Sommer 2019 war das gebuchte Urlaubsziel von Frank Kremer und seiner Lebensgefährtin die Hauptstadt der zu Portugal gehörenden Insel São Miguel – die größte der Azoren. „Ponta Delgada ist keine überfüllte Hauptstadt. Perfekt zum Entschleunigen“, erzählt Frank Kremer und schwärmt von der herrlichen Altstadt inmitten der vulkanisch geprägten Landschaft und ihren mediterranen Gassen, in denen das typisch portugiesische Leben stattfindet. Wunderbare Sehenswürdigkeiten und unzählige Kunstwerke an den Hauswänden prägen das Bild Ponta Delgadas. Dort ist auch das Foto mit dem Titel „Vergänglichkeit“ entstanden. „Die Augen der beiden Personen haben mich gleich angesprochen“, erinnert sich Frank Kremer. Sie blicken ernst und sind sehr ausdrucksstark. Die Gesichter lachen nicht und das Gesamtwerk wirkt düster. Die Fassadenbemalung stammt von Frederico Draw, er ist Portugals bester StreetArt-Künstler und bekannt für seine sehr speziellen Werke. „Um ein bisschen Dynamik im Bild zu haben, musste ich warten bis eine Person vorbeikam. Den Auslöser meiner Canon EOS 1200D drückte ich, als die ältere Dame sich genau zwischen den beiden Köpfen befand“, sagt der 55-Jährige. Bevor Kremer sein Bild beim Blende-Fotowettbewerb einreichen wollte, sollte es noch etwas bearbeitet werden. Dafür nutzt der kaufmännische Leiter eines Marburger Handwerkbetriebs meistens Adobe Lightroom. „Im vergangenen Jahr wurde ich auf die zusätzlichen Möglichkeiten von Impressions von Topaz aufmerksam gemacht“, berichtet er und erklärt die Arbeitsweise des Programms. Dabei kommt eine künstliche Intelligenz zum Einsatz und der Fotograf hat unzählige Möglichkeiten, seine Bilder komplett neu zu inszenieren. „Ein Filter mit Struktur beispielsweise erweckt den Anschein, die Hauswand sei aus Backsteinen.“ Der Hobbyfotograf erwähnt, dass man beim genauen Betrachten ins Grübeln kommen könne, denn der Filter überdeckt auch die Dame, die durch das Bild läuft. Ein Fehler? „Nein, so gewollt.“

Nebel auf dem Königsee

Die „Fahrt ins Ungewisse“ oder ein Elektroboot, das in den frühen Morgenstunden im Nebel auf dem Königssee fährt: Mit diesem Motiv erreichte Frank Kremer den 3. Platz in der Kategorie „Schwarz-Weiß-Fotografie“. „Es war ein Kurz-Urlaub im Sommer 2020 – zu Coronabedingungen - den wir im Berchtesgadener Land verbracht haben“, so der Marburger und erzählt von den langen Wanderungen am Hintersee in Ramsau und von der wunderschönen Wallfahrtskirche St. Batholomä, die am Westufer des Königssees auf der Halbinsel Hirschau steht. Eine wirklich malerische Kulisse und für jeden Fotobegeisterten ein schönes Motiv. Die Aufnahme musste der Familienvater auch nicht mehr viel bearbeiten. „Ein bisschen zuschneiden, Kontraste anpassen und das war es dann schon.“

Fahrt ins Ungewisse Foto: Frank Kremer Quelle: Frank Kremer

Fahrt ins Ungewisse Foto: Frank Kremer

Hobbys miteinander verbinden

Wandern ist ein weiteres Hobby des Paars, das sich gut mit der Leidenschaft des Fotografierens verbinden lässt. „Wir sind zum ersten Mal in Ramsau gewesen. Besonders begeistert hat uns der Zauberwald.“ Durch einen Bergsturz entstand dieses einmalige Gelände. Die Trümmer durchsetzen den Wald und schaffen dadurch eine sehr romantische Atmosphäre. Für den Landschaftsfotografen eine Herausforderung, bei der Vielzahl der Motive. „Das Naturschutzgebiet bot viel Raum – mitten in der Pandemie.“ Aber auch Städtereisen sind in der Patchwork-Familie beliebt. Sie sind an den Geschichten der Städte, aber auch der Umgebung, den Sehenswürdigkeiten und an den Besonderheiten, die jede Stadt zu bieten hat, interessiert. Paris, Rom, Berlin, Hamburg, London, Brüssel und Amsterdam konnten die Kremers schon von der Liste streichen. Ein Ziel haben sie sich noch fest vorgenommen. „Eine Fahrt nach Prag, darauf warten wir noch. Geplant war sie schon einmal, musste dann jedoch verschoben werden“, sagt Frank Kremer.

So kam ich zu Fotografie

„Das hat sich so ergeben“, sagt er lachend auf die Frage wie er das Hobby Fotografieren für sich entdeckt hat. Schon als Kind habe ich gerne während unserer Urlaubsreisen fotografiert, erinnert Kremer sich zurück. Und im Laufe der Zeit hat auch seine Lebensgefährtin das Talent erkannt und das er einen guten Blick fürs Motiv hat. Das erkannte auch sein Arbeitgeber. „So kam ich zu meiner ersten Spiegelreflexkamera“, erzählt Kremer. Im Betrieb gab es vieles, was dokumentiert werden musste. Auch dafür nutzte er die Kamera gerne. Mit der Zeit hat sich Frank Kremer ausgiebig mit dem Thema beschäftigt, er liest gerne in Fachzeitschriften- und Bücher und tauscht sich mit anderen Hobby-Fotografen aus. In der Fotocommunity Marburg engagiert er sich seit Anfang 2020. „Leider finden die monatlichen Treffen derzeit nur online statt“, berichtet er. Außerdem schätzt er den netten Austausch und die Kontakte zu Gleichgesinnten. An einigen Foto-Kursen, die an der vhs Marburg angeboten werden, hat er auch schon teilgenommen. „Man lernt ja nie aus und erfährt immer etwas Neues.“ Besonders stolz ist Kremer auf seine Foto-Kalender, die online erhältlich unter www.calvendo.de sind. Beispielsweise der Kalender mit dem Titel „Malerisches Marburg“, in dem zwölf Fotos der schönen Universitätsstadt enthalten sind, die Kremer mittels „eines Malfilters“ bearbeitet hat. Natürlich fallen auch von den gemeinsamen Ausflügen und Reisen immer eine große Menge Fotos ab, die Kremer für die Kinder in persönlichen Kalendern zusammenfasst. „Fotos sind eine wunderbare Erinnerung an die gemeinsam verbrachte Zeit“.

Von Melanie Weiershäuser

05.08.2021