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Blende 2020 Der Walchsee und das Alpenpanorama
Landkreis Blende Blende 2020 Der Walchsee und das Alpenpanorama
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15:03 16.04.2021
Das Bild „Wasser und Luft“ erreichte Platz 1 in der Kategorie „Elemente“.
Das Bild „Wasser und Luft“ erreichte Platz 1 in der Kategorie „Elemente“. Quelle: Burkhardt Schaaf
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Marburg

Jedes Jahr zieht es Burkhardt Schaaf an die Ostsee oder in die Berge. Im September 2020 war es das beeindruckende Alpenpanorama über dem Walchsee in Österreich, das den Hobbyfotografen aus Marburg lockte. Der Walchsee liegt dem imposanten Kaisergebirge zu Füßen. Der See und der gleichnamige Ort gehören zum Bezirk Kufstein, nahe der Grenze zum Chiemgau. Laut einer Sage soll dort vor vielen Jahren anstelle des Sees ein großer Wald gewesen sein.

Zwei Bauern erhoben Anspruch auf diesen und stritten lange darum. Es kam zu einem Kampf - aufgeben wollte keiner der beiden. Daraufhin verdunkelte sich der Himmel und ein schreckliches Gewitter zog über das Gebiet. Es endete mit einem lauten Knall. Daraufhin entstand eine Quelle, aus der sich ein See bildete. Die Bauern wurden nie mehr gesehen…

Morgenstimmung am Walchsee im Nebel

Das eingereichte Foto zeigt den Walchsee in den frühen Morgenstunden. Der Nebel liegt wie ein Schleier auf dem Wasser und die ersten Sonnenstrahlen durchdringen diesen sanft. Im Hintergrund das Bergpanorama der Alpen und ein kleines Waldstück. Im See schwimmt etwas. Vielleicht Boote, doch es sind Badeinseln, die tagsüber von Touristen genutzt werden. Das Bild beschreibt die Elemente Wasser und Luft mit ihrer Leichtigkeit wunderbar.

„Ich bin bereits früh aufgebrochen. An diesem Tag wollte ich eine Bergtour machen und kam am Walchsee vorbei“, erzählt Burkhardt Schaaf und erinnert sich, dass ihn die besondere Stimmung morgens am See sehr fasziniert hat. Er machte Halt und packte die Kamera aus, um das Spiel von Licht und Nebel zu fotografieren. Dann setzte er seine Wanderung fort. „Ich fotografiere, um die Schönheit der Welt um mich herum festzuhalten“, sagt Schaaf mit dem Blick auf sein eingereichtes Foto.

Wasser und Luft, Platz 1 - Elemente von Burkhard Schaaf, Marburg

Fotogruppen und Vereine reizen den Marburger derzeit nicht. Aber er engagiert sich gerne im Marburger Haus der Romantik. Dort hat er bereits zwei Ausstellungen begleitet. Zum einen die Ausstellung von Dorothea Bamberger, die kleine Puppenstuben herstellt und diese Meisterwerke 2017 dort ausstellen durfte. Burkhardt Schaaf setzte die Kunstwerke ins rechte Licht. Seine Fotos hingen begleitend zur Ausstellung an den Wänden. 2019 durfte er die Ausstellung „Die Künstlerpostkarten von Otto Ubbelohde“ – eine Sammlung von Wolfgang Bamberger aus Marburg - ebenfalls im Marburger Haus der Romantik fotografisch abbilden.

Zwischen Lieblingsobjektiv und Bildbearbeitung

Der kaufmännische Angestellte fotografiert am liebsten mit seiner Canon EOS 5d Mark III. Bei seinen Bergtouren nutzt er meistens sein Lieblingsobjektiv, ein 24 – 105mm. „Damit bin ich gut aufgestellt für die Landschaftsfotografie“, erklärt er. Seine zweite Kamera ist eine Sony Alpha 6400 – spiegellos, leise und schnell. „Spiegellose Kameras haben durchaus Vorteile. Trotzdem möchte ich auf die Canon nicht verzichten. Ich verlasse mich nicht auf das Bild, das aus der Kamera kommt“, sagt Schaaf. Seine Fotos werden alle in Photoshop bearbeitet. „Die Möglichkeiten des RAW-Konverters sind absolut ausreichend. Ich habe einen guten Workflow, um meinen Fotos den letzten Schliff zu geben.“ Die Liebe zur Fotografie hat er im Jahr 2000 entdeckt, als sein Sohn zur Welt kam.

Gemeinsam mit seinem 20-jährigen Sohn geht der 60-Jährige gerne auf Reisen. Beispielsweise nach Schottland, London oder nach Paris. „Schottland ist ein großartiges Land“, sagt Schaaf und weiß, dass er dort noch einmal hinreisen möchte – wenn Corona überstanden ist. Bis dahin ist Deutschland sein erklärtes Reiseziel. Sein Tipp ist der Urwald Sababurg im Naturpark Reinhardswald in Hofgeismar. Der Wald ist beeindruckend mit meterhohem Adlerfarn, knorrigen alten Hute-Eichen – auffällig, markant und oft Jahrhunderte alt - und geheimnisvollen Gebilden aus Totholz. Der Urwald ist eine Herausforderung für Fotografen.

Tiere vor der Linse

Wenn Tierparks und Zoos wieder öffnen dürfen, dann ist Burkhardt Schaaf dort gerne vormittags unterwegs, um Tiger, Elefanten und Erdmännchen vor die Linse zu bekommen. „Die Vormittagsstunden sind ideal, dann sind die Tiere in ihren Gehegen aktiv. Nach dem Mittagessen liegen sie meist herum oder schlafen“, berichtet der Hobbyfotograf und freut sich bereits auf den nächsten Besuch im Opel-Zoo. Bis dahin vertreibt er sich mit kleinen Fotoprojekten zu Hause die Zeit.

Dann kramt der Logistikleiter schon mal alle möglichen Haushalts-Gegenstände zusammen, baut sich ein Set auf dem Küchentisch und experimentiert ein bisschen. Beispielsweise mit einer Gemüsereibe und Wunderkerzen. „Jetzt habe ich eine neue Reibe“, lacht er, denn er habe nicht bedacht, dass die Reibe einen Griff aus Kunststoff hatte. Die Funken der Wunderkerze sprühten durch die Öffnungen aus der Reibe heraus, der Griff wurde heiß und löste sich auf, aber „das Foto ist sehr gut geworden“. Wer das und viele weitere Fotos von Burkhardt Schaaf sehen möchte, kann sich auf der Plattform von heise.de in der Galerie unter www.­heise.de/foto/­galerie umschauen.

Von Melanie Weiershäuser