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Hinterland UKGM-Sprecher fühlt sich falsch zitiert
Landkreis Hinterland UKGM-Sprecher fühlt sich falsch zitiert
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19:05 16.03.2012
Frank Steibli, Pressesprecher des Uniklinikums Marburg, bezieht Stellung zur OP-Berichterstattung. Foto: Archiv Quelle: Thomas X. Stoll
Marburg

Marburg. Hintergrund der Reaktion ist ein Artikel, der am 13. März mit dem Titel "Uniklinikum hält an Abbau fest: Zahl offen" in der Oberhessischen Presse erschienen ist. UKGM-Sprecher Frank Steibli wird darin mit den Worten zitiert: "Es wäre unredlich, jetzt eine Form von Entwarnung zu geben."

Dieser Satz fiel im Interview mit dem Hessischen Rundfunk, der Frank Steibli in seiner Sendung "Arbeit und Soziales" zitiert und am Samstag, 10. März, als Podcast auf seiner Internetseite zur Verfügung stellte.

Steibli wurde außerdem mit den Sätzen zitiert, die Sparpläne seien durch die Ankündigung Bouffiers nicht einfach vom Tisch. Man werde alle Kosten unter die Lupe nehmen müssen

Dazu der UKGM-Sprecher in der Reaktion: Die "Oberhessische Presse" hat am 13. März ein Interview des UKGM-Sprechers vom 6. März mit dem Hessischen Rundfunk zum Anlass genommen, mit folgendem Aufmacher zu erscheinen: "Uniklinik hält an Stellenabbau fest: Zahl offen". Die Inhalte seien nicht korrekt wiedergegeben und aus dem Zusammenhang gerissen worden.

- Zur Frage der in Rede stehenden 500 Stellen habe UKGM immer wieder deutlich gemacht, dass es zu keinem Zeitpunkt feste Pläne gegeben habe, 500 Menschen einfach auf die Straße zu setzen.

- UKGM und die Rhön-Klinikum AG hätten ausschließlich auf eine zusätzliche Kostenbelastung in 2012 von rund zehn Millionen Euro hingewiesen. Auf diese Kosten habe sich auch das Zitat des Sprechers "Es wäre unredlich, jetzt eine Form von Entwarnung zu geben" bezogen.

- In der gemeinsamen Erklärung von UKGM, der Rhön-Klinikum AG und dem Land Hessen vom 6. März heißt es dazu: "Zugleich soll ein ergebnisoffenes Verfahren eingeleitet werden, das die Prozesse und Betriebsabläufe der UKGM einer genauen Prüfung unterzieht, um die medizinische und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Klinikums weiter sicherzustellen. Dabei steht stets die hochwertige medizinische Versorgung der Patienten im Mittelpunkt. Vor diesem Hintergrund versichern die Geschäftsführungen der Rhön-Klinikum AG und der UKGM, dass an dem in der Öffentlichkeit diskutierten Abbau von 500 Stellen nicht festgehalten wird." Das gelte, so Steibli abschließend.

Soweit die Reaktion drei Tage später. Noch am Erscheinungstag des Artikels in der OP, also am Dienstag, kam es zu Gesprächen zwischen Redaktion und dem Leiter Kommunikation der Uniklinikums. Die OP wollte dem UKGM erneut die Möglichkeit geben, sich in einem Interview zu den Hintergründen und Fakten zu äußern und fertigte einen Fragenkatalog mit folgendem Inhalt an:

- Während die Landesregierung davon spricht, dass ein Stellenabbau einer Größenordnung von 500 Mitarbeitern vom Tisch sei, sagen Sie, es wäre unredlich, jetzt bereits Entwarnung zu geben. Was heißt das im Klartext?

- Sie begründen einen umfassenden Sparkurs mit dem Kostendruck im Gesundheitswesen und steuerlichen Effekten. Worauf muss sich der Standort Marburg und Gießen kurz- und mittelfristig einstellen?

- In welcher Höhe müssen Personalkosten gespart werden und wie viele Stellen sind das?

- Die Arbeitnehmerseite beklagt mangelnde Kommunikation und einen schon laufenden Stellenabbau, indem unbefristete Verträge nicht verlängert werden. Wie wollen Sie wieder zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit kommen?

Die Antworten, so wurde es vereinbart, wären abgedruckt worden. Steibli signalisierte Bereitschaft. Am Nachmittag folgte dann aber die Kehrtwende. Via Telefon kündigte Frank Steibli an, die Beantwortung sei von höherer Stelle abgelehnt worden. Am Donnerstag-Abend folgte dann die Pressemeldung.

Den Podcast des Hessische n Rundfunks mit dem Titel "Kliniken, Energie und ÖPNV: Privatisieren oder nicht?" finden Sie unter: http://podcast.hr-online.de/hr-info_arbeit_soziales/podcast.xml

von Carsten Bergmann

Am Freitag tagte der Wirtschaftsausschuss des Uniklinikums. Betriebsrat und Geschäftsführung saßen sich gegenüber, eine Annäherung gab es dennoch nicht. "Die Geschäftsführung konnte uns keine Konzepte zur Zukunft des UKGM vorlegen", sagt Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher. "Der schleichende Personalabbau durch das Nicht-Verlängern auslaufender Verträge geht unvermindert weiter." Ergebnislos wurde die Sitzung auf den 22. März vertagt. Dann kommt der Aufsichtsrat in Gießen zusammen. Dort soll es dann ab 13.30 Uhr auch wieder zu Protestkundgebungen am Haupteingang des Klinikums kommen.

200000 Euro sollen in die Lahn-Dill-Bergland-Therme investiert werden, weil die Saunalandschaft an ihre Kapazitätsgrenze stößt. Die Detail-Planung und die Ausschreibung der Arbeiten beginnen nicht vor April.

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Um 13 Uhr wurde am Freitag der Beschluss der 9. Kammer des Verwaltungsgerichtshofes in Kassel bekannt. Die Fällung von Bäumen auf allen geplanten Standorten für den Windpark auf dem Hilsberg sind vorläufig einzustellen.

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Alle Bürger sollen mitmachen: Biedenkopfs Eigenbetrieb nimmt bis zum 18. Mai Bestellungen zum Kauf von Stadtfahnen mit Wappen zum bevorstehenden Grenzgang entgegen.

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