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Wohnen im Bruderweg auch Schwestern?

...auf Straßenschildern Wohnen im Bruderweg auch Schwestern?

Marburg ist ein Paradies für Sammler kurioser Straßennamen. Apropos „Paradies": Auch das ist eine Straße in der Universitätsstadt.

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Bei so viel Straßennamen-Kreativität kann man sich um Kleinigkeiten wie die korrekte Schreibweise nicht immer kümmern.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Doch zunächst einmal die Liste der skurrilsten Straßennamen in Marburg, zusammengestellt von Nadja Schwarzwäller und Sabine Nagel-Horn:

1. Scheppe Gewissegasse: Der steile Weg mit dem „schlechten Gewissen“ führt von der Weintrautstraße zur früheren Hinrichtungsstätte, wo 1864 die letzte öffentliche Hinrichtung in Marburg stattfand.
2. An den Siechengärten: Die Bezeichnung einer Straße in der Nähe der Kurt-Schumacher-Brücke bezieht sich auf das Aussätzigen-Krankenhaus, das es dort früher gab.
3. Bunter Kitzel: führt hinauf zum Schlosspark und erinnert an ein Wirtshaus, das dort früher einmal stand und unter anderem ein beliebter Treffpunkt für studentische Fechtduelle war.
4. Speckkuchengasse: Verbindung zwischen Hofstatt und Wendelgasse.
5. Enge Gasse: Bis in die 1970er Jahre hieß die Gasse offiziell (!) „Dreckloch“, weil dort früher die Abwässer des Schlosses und der Oberstadt hinunterflossen.
6. Schubbelackerweg
7. Unter dem Gedankenspiel: Ganz so philosophisch ist es dort gar nicht. Die Straße in Marburgs Ortsteil Wehrda liegt unterhalb eines bewaldeten Gipfels, der „Dankersbühl“ heißt. Im Volksmund verballhornt zu „Gedankenspiel“.
8. Rubenstein: ein Gässchen in der Oberstadt, das den Namen des Berghanges trägt, an dem er liegt. Und das schon seit 1483.
9. Barfüßerstraße: Bis 1528 gab es dort (etwa an der Stelle der heutigen Uni-Turnhalle) ein Kloster, dessen Mönche zur Armut verpflichtet waren und daher barfuß liefen.
10. Krummbogen: Diese Straße, ungefähr parallel zur heutigen Stadtautobahn vom Hauptbahnhof in Richtung Philfak, heißt mindestens seit dem 16. Jahrhundert so, weil die Lahn dort einen Bogen macht.

Ja, so weit die Liste. Und was sagt OP-Autorin Nadja Schwarzwäller dazu? Sie gerät in einen regelrechten Straßenschilder-Rausch. Das einzige, was sie noch bremsen könnte, wäre vielleicht ein Stopp-Schild. Aber lesen Sie selbst:

Wundervoll. Einfach wundervoll. Über fast jeden Straßennamen könnte ich mich hier auslassen. Und selten dürfte die Auswahl für eine Top Ten so schwer gefallen sein. Was gibt es zwischen „Schepper Gewissegasse“ und „Enger Gasse“ nicht noch alles Herrliches in dieser Stadt zu entdecken. Eine bunte Palette, im Zweifel sogar im wahrsten Sinn des Wortes: „Roter Graben“, „Grünschiebel“, „Blaue Hofstatt“ und „Bunter Kitzel“ befinden sich im Stadtgebiet. Die Botanik ist natürlich wie in vielen anderen Orten auch prominent vertreten – vom „Ahornweg“ bis „Zur Birke“ hätten wir jede Menge Bäume im Angebot, „Blütenhöhe“, „Pflanzgarten“ oder auch die „Heide“ verheißen Idylle pur und „An den Gärten“ lässt es sich in Marburg ebenso residieren wie „Am Teich“.

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... Orte, die man nicht gesehen haben muss

Fast wäre gleich zu Beginn alles schief gegangen. Und OP-Autorin Nadja Schwarzwäller gar nicht in Marburg geblieben. Glücklicherweise fanden sich nach einem markanten Punkt unserer Liste aber noch genügend andere Orte, die sie überzeugten.

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