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Up, up and away Schnappatmung auf der Trittleiter

Zehn Orte in luftigen Höhen

Schnappatmung auf der Trittleiter

Wer auf einer Trittleiter schon Schnappatmung bekommt, sollte den Kletterpark an der Dammühle meiden. Er meidet dann aber auch den spektakulären Waldblick. OP-Autorin Nadja Schwarzwäller hat sich ganz oben umgesehen.

Treppen sind eines der weniger auffälligen, aber umso ermüdenderen Wahrzeichen Marburgs. Um all die anderen schönen Wahrzeichen zu erreichen, muss man sehr oft Treppensteigen.

© Nadja Schwarzwäller

Nehmen wir nur die Hügel: Vom Frauen- über den Christen- bis hin zum Rimberg. Man muss noch nicht einmal wirklich heraus aus Marburg, um „bergsteigen“ zu können: Schlossberg und Dammelsberg, Hohenstein und Lichter Küppel, Gebrannter Berg und Klamberg... Aber, liebe ortsunkundige Studenten, aufgepasst: Nicht einfach irgendwo hochlaufen! Die Legende besagt, dass man nicht vor der Zwischenprüfung wagen sollte, den Spiegelslustturm zu besteigen, weil man diese sonst nicht besteht. Den höheren Semestern, die selbige Hürde erfolgreich genommen haben, sowie allen anderen Menschen mit Lust auf „Höhenflüge“ legen wir dieses Ausflugsziel aber gern ans Herz – es warten ein fantastischer Blick auf Marburg sowie das Elisabeth-Herz am Kaiser-Wilhelm-Turm und ein Stückchen weiter südlich ein Ausflugslokal, ebenfalls mit toller Sicht hinunter in die Stadt.

Mit dem Wort „hinauf“ ist in Marburg aber natürlich zuallererst „aufs Schloss“ verbunden. Das Wahrzeichen, das über der Stadt thront, möchte erklommen werden. Hier gilt: Alle Wege führen nach oben. Eine genauere Beschreibung brauchen letztlich auch all die wissbegierigen Touristen nicht, die einen in der Oberstadt ansprechen. Schloss? Einfach bergan. Irgendwann kommt jeder hin. Wurscht, ob über die Ludwig-Bickell-Treppe oder die Landgraf-Philipp-Straße. Lauft einfach. Ich hatte zu Beginn meines Studiums in Marburg den ehrgeizigen Plan, irgendwann einmal alle Treppen in der Stadt hinauf oder hinab gegangen zu sein. Nachdem ich mehr als zehn Jahre später immer noch ab und an selbst in der Oberstadt eine Kurve entdecke, hinter die ich noch nie zuvor geschaut habe, verfolge ich den allerdings nicht mehr allzu ernsthaft.

Wer wirklich hoch hinaus will, der ist auf dem nächstgelegenen Flughafen in Cölbe-Schönstadt wohl am besten aufgehoben. Und all jenen, die schon auf der Trittleiter Schnappatmung kriegen, ist wohl kein Besuch im schicken neuen Kletterpark an der Dammühle anzuraten – bis auf 12 Meter kann man sich da hinaufarbeiten. Schwindelfrei sollte man auch unbedingt sein, wenn man eine der Sonderführungen in der Elisabethkirche bis hinauf in den Glockenturm mitmachen möchte. Akrophobiker können sich ja an etwas weniger spektakulären Aufstiegen üben – zum Beispiel über das Michelchen zur Augustenruhe, oder auch auf die Elsenhöhe in der Marbach. Aussicht genießen und die nächste Stufe der Konfrontationstherapie planen.

Apropos Aussicht: Im Ahrens-Restaurant hat man einen sensationellen Blick hinüber aufs Schloss. Bei mir führt das immer zu einem wohligen Touristen-Gefühl, als sei ich auf Urlaub. Außerdem müssen wir zu diesem Thema natürlich auch die Aufzüge erwähnen, die zwischen Pilgrimstein und Oberstadt verkehren. Da wäre zunächst der berühmt-berüchtigte „Elwert“-Aufzug, der über mehrere Etagen und Gebäude die beiden Läden der Buchhandlung miteinander verbindet. Der Oberstadtaufzug und die beiden Aufzüge im Parkhaus Oberstadt sind gemeinsam mit dem Aufzug am Ortenbergsteg übrigens Teil des öffentlichen Nahverkehrs. (Dass es das nur in ganz wenigen deutschen Gemeinden, zum Beispiel Helgoland gibt, kann man bei Wikipedia lernen...) Und manchmal vermisse ich aber klammheimlich doch die muffige, klapprige alte Zahnradbahn!

von Nadja Schwarzwäller

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