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Schaurig ist's übers Moor zu gehn

Zehn schaurige Orte Schaurig ist's übers Moor zu gehn

Marburg gruselig: OP-Redakteurin Sabine Nagel-Horn zog aus, um das Fürchten zu lernen − und kam mit einer Zehnerliste zurück.

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„Hier starb plötzlich...": Die Inschrift auf dem Dittmarstein zwischen Wehrda und den Behringwerken lässt auch heute noch gruseln. Zumal die Gegend nach wie vor ein beliebtes Jagdrevier ist...

Quelle: Sabine Nagel-Horn

1. Die Mordeiche am Dammelsberg: Im Schatten dieses Baumes tötete am 12.9.1861 ein Ockershäuser Geselle eine junge Frau, die von ihm schwanger war. 1864 wurde er deshalb enthauptet. Das war die letzte öffentliche Hinrichtung in Marburg, und sie geschah an der...

2. ...Hinrichtungsstätte am Rabenstein. Heute ist sie ein schaurig-schönes Ausflugsziel mit Kinderspielplatz.

3. das Museum Anatomicum in der Robert-Koch-Straße.

4. der Hexenturm am Schloss, wo im 16. Jahrhundert angebliche „Hexen" gefangengehalten und grausam gefoltert wurden.

5. der Kerner am Lutherischen Kirchhof: ein Gebäude, das im Mittelalter als Sammelstelle für Menschenknochen diente.

6. der Gedenkstein am Gisonenweg, der an den Marburger Aufstand gegen die französische Besatzung erinnert. Ein Marburger Professor und ein Offizier wurden 1809 wegen ihrer Beteiligung standrechtlich erschossen. Besonders schaurig: Der Offizier soll angeblich mit seiner Pfeife seine eigene Hinrichtung kommandiert haben.

7. Die Schirne, die ehemalige Arrestzelle im Untergeschoss des Rathauses

8. Für viele ältere Marburger ein Ort grausiger Erinnerungen: die in den Berg gegrabenen Luftschutzkeller, zum Beispiel hinter dem Hotel "Marburger Hof", dessen Eingang man von der Elisabethstraße aus durch eine Toreinfahrt sehen kann.

9. Der Dittmarstein im Wald zwischen Wehrda und Marbach, Ort eines tödlichen Jagdunfalls im Jahre 1879.

10. Mehr schön als schaurig: der Uni-Karzer, das historische Studentengefängnis im Dachgeschoss der Alten Universität.

Nein, unsere Liste der schaurigen Orte ist nichts für Zartbesaitete. OP-Autorin Nadja Schwarzwäller lässt sich vom Thema allerdings nicht erschrecken und erklärt ohne mit der Wimper zu zucken oder einen Finger auf der Tastatur erzittern zu lassen, warum uns der Grusel sogar faszinieren kann.

„O, schaurig ist's übers Moor zu gehn“, lässt sich von Anette von Droste-Hülshoff lesen, Dichterkollege Paul Scheerbart bat: „Nun lach nicht mehr so schaurig“ und die Prinzen fühlen sich in einem Lied „so schaurig traurig“. Was hat es nur mit diesem Schauer auf sich? Ein „schaurig süßes Gefühl“ nennt Friedrich Hölderlin das, was ihn im Angesicht eines brausenden nächtlichen Sturmes und des nahenden Frühlings beschleicht und da kommen wir der Sache schon näher.

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