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Zehn Dinge . . . High Heels und Hollandräder
UNIversum Zehn Dinge . . . High Heels und Hollandräder
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19:49 02.11.2010
Da hat jemand alles richtig gemacht: Nachdem er einen Kasten Bier geleert hat, das Fahrrad stehen lassen und ordnungsgemäß abgesichert. Quelle: Nadja Schwarzwäller

Neben den Dingen, die man in Marburg unbedingt tun sollte, gibt es natürlich auch Einiges, das man lassen sollte. Der geographischen Berg- und Tallage Marburgs sind einige dieser Tipps zum "Nicht-Tun" geschuldet:

1. Mit einem Hollandrad fahren.
2. Auf High Heels in die Oberstadt stöckeln.
3. Vor der Zwischenprüfung die Spiegelslust besuchen (sagen jedenfalls Abergläubische. Wir nicht.).
4. Beim Tretbootfahren dem Wehr zu nahe kommen. Teuer.
5. Denken, es sei der Hahn, der zur vollen Stunde auf der Uhr am Rathaus kräht. Klingt so, ist aber der Trompeter.
6. Bei Minusgraden Schuhwerk tragen, das nicht geländegängig ist. Rutschgefahr.
7. Die Stadtteile Moischt (sprich: Möscht) und Schröck verwechseln. Böser Fauxpas, denn diese ähnlich klingenden Nachbarn sind sich schon aus konfessionellen Gründen nicht sooo grün!
8. „Der Ketzerbach" (eine Straße) oder „in Marbach" (ein Stadtteil) sagen. Korrekt führt „die Ketzerbach" nämlich in „die Marbach".
9. Versuchen, in der "Betonpost" an der Zimmermannstraße einen Brief aufzugeben. Die Schalterhalle dort ist seit einigen Jahren geschlossen, während drinnen fleißige Menschen vor allem Verwaltungsaufgaben verrichten.
10. Sein Fahrrad nachts draußen stehen lassen.

Es gibt in Marburg genau zwei Arten von Frauen, die auf High Heels durch die Oberstadt stöckeln: solche, die es können und solche, die es noch nicht besser wissen. Um zur ersten Kategorie zu gehören, muss man hier aufgewachsen sein, mehrere schmerzhafte, dramatische und blutige Stürze hinter sich gebracht haben und in langen, leidvollen Jahren eine spezielle Muskulatur entwickelt haben, glaube ich. Wahrscheinlich spielen auch Gene eine Rolle. Das hat bislang meines Wissens noch niemand erforscht – ran an den Wadenspeck, liebe Wissenschaftler, was für ein herrliches Projekt! Die, die es noch nicht besser wissen, lernen es im Zweifel auf die harte Tour. Besonders schnell geht das im Wintersemester, an einem herrlich nassen Tag im Oktober oder bei Schneeflöckchen und Glatteis rund um Weihnachten. Dann erkennt man sie untrüglich an ihrem „schwangere Ente auf Grönland“-Gang. Die „Eingeborenen“ – nicht im ethnologischen, sondern nur im Schuh-technischen Sinn – hingegen halten sich so aufrecht und souverän, als wären 12 Zentimeter nichts als ein bisschen höhere Turnschläppchen.