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Geht's hier immer nur bergauf?

...die man tun sollte Geht's hier immer nur bergauf?

OP-Autorin Nadja Schwarzwäller hat so ihre Probleme mit den „Dingen, die man in Marburg tun sollte". Diese Probleme sind vor allem physischer Natur, wie ihre persönlichen Anmerkungen zur Liste zeigen:

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Der Berg ruft – nach Ansicht unserer Autorin dürfte er das ruhig hin und wieder sein lassen.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Doch zunächst einmal die Liste – das sind die zehn Dinge, die man in Marburg tun sollte:

1. Zum Marburger Landgrafenschloss hochlaufen und die Aussicht genießen.
2 . Open-Air Kino auf der Schlossparkbühne mit 200m² Bildwand besuchen.
3. Mit dem Fahrrad bei schönem Wetter zum Badesee, mit eigener Wasserskianlage, in Niederweimar fahren.
4. Die 100 Treppenstufen bis zum Dachstuhl der Elisabethkirche erklimmen. Führungen finden jeden 2. Samstag des Monats um 10 Uhr statt.
5. Den 20 Hektar großen Marburger Botanischen Garten auf den Lahnbergen besuchen.
6 . Mit der Buslinie 10 die Abenteuerfahrt hoch zum Landgrafenschloss durch die Marburger Oberstadt wagen.
7. Tretbootfahren auf der Lahn.
8. Zum Spiegelslustturm wandern. Aber Achtung: erst nach der Zwischenprüfung, besagt ein alter studentischer Aberglaube.
9. Im Sommer an der Lahn grillen.
10. Bei schlechtem Wetter im Schwimmbad Aquamar rutschen, schwimmen und saunieren.

„Hochlaufen“. „Erklimmen“. „Wandern“. Bei dreien der zehn Dinge, die man in Marburg gemacht haben muss, ist bereits auf den ersten Blick ersichtlich, dass man aus der Nummer nicht rauskommt, ohne sich zu quälen. Glückwunsch.

Wer sich in der Stadt schon etwas auskennt und die Liste genauer betrachtet, wird bemerken, dass es nicht bei diesen drei Punkten bleibt. Das Open-Air-Kino liegt nämlich ebenfalls am Schloss (folglich muss man bei dem Punkt ebenfalls „hochlaufen“). Gleiches gilt für die Camera obscura. Treetbootfahren auf der Lahn ist genau genommen auch nichts anderes als Folter für die Beine und „lustwandeln“ schließlich soll einfach nur poetisch klingen, meint aber dasselbe wie „wandern“. Nur da zur Abwechslung mal in halbwegs flachem Gelände. (Wir folgern daraus: Punkt 11 auf der Liste muss lauten „Einen guten Orthopäden finden“!)

Es war im März 1998. (Die meisten der heutigen Studenten waren da nicht mal geboren, oder?) Im Oktober zuvor war ich zum Studium nach Marburg gezogen – nicht als eine der zahllosen ZVS-Geschädigten, sondern aus freien Stücken und mit einer unerklärlichen Begeisterung, die bis heute anhält. Auch wenn sie zwischenzeitlich immer mal wieder Dämpfer erhalten hat. Zum Beispiel an meinem allerersten Tag in der Stadt, als ich auf „Asthma-Treppe“ in der Oberstadt hereinfiel. Die, die einem „och, sieht doch gar nicht so weit aus“ vorgaukelt und dann eine Kurve macht. Und noch eine. Und – ich denke, man versteht mich. Außerdem ist sie steil. Danach war ich gewarnt. Und hatte sämtliche Wege, die nach oben führten, für eine lange Zeit tunlichst gemieden.

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