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Es gibt noch Tee auf den Bahamas Vielleicht hilft's ja mal beim Jauch

Marburg-Wissen

Vielleicht hilft's ja mal beim Jauch

Willkommen in der Welt des Wissens. Trillionen von Dingen wären mir eingefallen, die man auch noch auf diese Liste hätte setzen können. Genauso wie ich Trillionen anderer Informationen in einer abgelegenen Region meines Gehirns gespeichert habe, die so gut wie kein Mensch braucht. Ich liebe zum Beispiel sinnlose Statistiken, medizinische Fachausdrücke und Fußballerzitate. Alles, was sich unter „unnützem Wissen“ subsumieren lässt. Zugegeben, die Begründung, man könnte etwas davon mal brauchen, wenn man bei Günther Jauch auf dem Stuhl sitzt, mag die Wahrscheinlichkeitsrechnung als Humbug entlarven. Aber erstens: Es sage keiner, ich hätte ihn nicht gewarnt, wenn die 500 000 Euro-Frage dereinst mal lautet: „Wie hoch war die Anzahl der Studenten anno 1802 an der Marburger Philipps-Universität?“. Und zweitens: punktuelles Blenderwissen hat noch keinem geschadet.

Helfen kann das überall. Sogar in der Uni. Wer sich mal wieder nicht ordentlich auf sein Seminar vorbereitet hat, kann sich vielleicht mit einem einzigen, winzigen kleinen Wissensfetzen retten, wenn er nur irgendwie entfernt zum Thema passt: Man nehme ihn, kaue auf ihm herum, blase ihn auf, stricke um ihn herum. Wenn man nur unerschrocken genug wirkt, hat man eine Chance. Motto: Souveränes Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit. Klappt natürlich noch besser an Stellen, wo niemand im Raum ist, der darauf trainiert ist, dieses Auftreten zu entlarven.

Geschickt ist: aus allen möglichen Wissensgebieten ein paar Fakten abspeichern. Geologie, Naturheilkunde, Baseball, Free Jazz, Philosophie, die Außenpolitik Kirgisiens – man weiß nie, wo man was brauchen kann. (Im Zweifel immer, um ein Gegenüber von sich einzunehmen oder auch mal echt alt aussehen zu lassen. Zumindest kurzzeitig.) Und Marburg ist ein Füllhorn an Wissen und Geschichten und Kuriositäten. Ich bin immer wieder begeistert, was es hier zu entdecken und zu lernen gibt. Um zu unserer Liste zurückzukehren: Wussten Sie übrigens, dass es Kneipen in Marburg gibt, in denen man absolut keinen Handy-Empfang hat? Oder in denen man sich besser nicht mehr blicken lassen sollte, nachdem man es jemals gewagt hat, einen Tee zu bestellen? Und dass die Durchschnittstemperatur von neun Grad der des oberen Bereichs eines Kühlschranks entspricht? (Brrr...) Fünfzehn Grad drauf und wir sind auf den Bahamas. Da gibt es aber weder die Grimms noch den Christian.

von Nadja Schwarzwäller

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...die man tun sollte

OP-Autorin Nadja Schwarzwäller hat so ihre Probleme mit den „Dingen, die man in Marburg tun sollte". Diese Probleme sind vor allem physischer Natur, wie ihre persönlichen Anmerkungen zur Liste zeigen:

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