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Wissenschaft und Ethik

„Zahlreiche Erkenntnisse“ aus Tierversuchen

Tiere quälen oder gar töten, um die Wisenschaft voranzubringen. Ein ethisches Dilemma, welches sich in jedem Semester auch den Verantwortlichen in Marburg stellt.
Eine Tierpflegerin hält eine Versuchsmaus.

Eine Tierpflegerin hält eine Versuchsmaus.

© Thorsten Richter

Marburg. 13042 Versuchstiere wurden im vergangenen Jahr an der Philipps-Universität zu Forschungszwecken eingesetzt. Für den Fortschritt in der Forschung der Fachbereiche Medizin, Biologie, Pharmazie und Psychologie werden die Versuche mit den Tieren benötigt. Dabei handelt es sich beispielsweise um Ratten und Meerschweinchen, Kleintiere wie Heuschrecken oder Fliegen werden in der Statistik nicht berücksichtigt. Die allermeisten der Versuchstiere sind jedoch Mäuse - sie machen einen Anteil von 91 Prozent aus.

Eine solche Masse von teils für die Tiere sehr schmerzhaften Versuchen klingt zunächst einmal sehr hoch - die Rechtfertigung dafür fällt daher nicht immer leicht, da Gegner der Tierversuche deren Effektivität und tatsächlichen Sinn bestreiten. Laut Uni-Leitung sprächen jedoch „zahlreiche Beispiele für Erkenntnisse aus der lebenswissenschaftlichen Grundlagenforschung“ dafür.

"Besseres Verständnis von Krankheiten"

„Das Tierschutzgesetz stellt - aus unserer Sicht zu Recht - außerordentlich hohe Anforderungen an die Zulässigkeit von Tierversuchen“, so Präsidentin Professorin Katharina Krause. Ein kompletter Verzicht darauf wäre trotzdem „weitaus problematischer“, da Medikamente dann direkt an Menschen getestet werden müssten, betont sie. Auch für Grundlagenforschung könne es sinnvoll sein, denn „deren Bedeutung für ein besseres Verständnis von Krankheiten und die Entwicklung von Therapien“ stelle sich manchmal erst später heraus.

Auch Dr. Cornelia Exner widerspricht dem nicht. Ihre Aufgabe als Tierschutzbeauftragte der Universität sei aber, Forscher schon im Vorfeld zu beraten, ob der Tierversuch tatsächlich notwendig sei sowie dessen Ablauf zu begleiten und zu kontrollieren.

von Peter Gassner


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