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Welcher Job darf es sein?

Nebenjob Welcher Job darf es sein?

Entgegen der weit verbreiteten Meinung der häufigste Nebenjob sei der des Kellners, steht auf Platz eins der Bürojobber. Auch das so genannte „Fräullein" wird nicht mehr zum Bezahlen an den Tisch gerufen.

Tatsächlich sieht die Realität der studentischen Aushilfen oft anders aus, als wir sie uns vorstellen. Zwei „typische Nebenjobs" unter der Lupe:

„Ich würde gerne zahlen!", ist einer der häufigsten Sätze, die Lea-Cassandra Geßner bei ihrer Arbeit hört. Mitlerweile haben wohl alle Deutschen erkannt, wie man eine Bedienung formell richtig an den Tisch ruft.

Die 20-Jährige Studentin ist Kellnerin in der „Brasserie". Seit einem Jahr studiert sie in Marburg Medienwissenschaften, hat aber erst im Mai dieses Jahres angefangen zu kellnern. An der Tür des Lokals hing ein Zettel, auf dem auf die Suche nach Aushilfskräften hingewiesen wird. Geßner fragte an und wurde nach zweimaligem Probearbeiten eingestellt. Mitlerweile ist sie schon ein „alter Hase" und wird sowohl im Service als auch an der Theke eingesetzt. Das Einarbeiten dauert in diesem Job nicht sehr lange, sagt sie. „Am Anfang ist man immer zu langsam, aber nach zwei Monaten macht es klick und man ist drin."

 

Dass man diesen Job nicht unterschätzen sollte, zeigt ein Blick auf den so genannten „Orderman". Dabei handelt es sich um einen kleinen Computer mit dem per Knopfdruck die Bestellungen aufgenommen werden. Wurde erst einmal etwas eingegeben, erfordert es viel Verständnis und Geschick um draufhin eine Umbuchung vornehmen zu können.

Man sollte immer gute Laune haben, Multitasking beherrschen und gerne mit Menschen arbeiten, so die gebürtige Berlinerin. Und einen kühlen Kopf bewahren: „Wenn man von Kollegen angeschnauzt wird, hat das nichts zu bedeuten." Auch Probleme mit den Kunden verneint die Kellnerin und verweist lediglich auf die geringe Entscheidungsfreudigkeit mancher Gäste.

Damit hat die Schuhverkäuferin Mandy Schmidt kein Problem. Sie ist eher an der Entscheidungsfindung beteiligt. „Eine gute Verkäuferin ist ehrlich, freundlich und geduldig", so die 27-Jährige. Sechs Jahre studiert sie schon in Marburg Politikwissenschaften, seit zwei Jahren jobbt sie nebenbei in dem Schuhgeschäft „New Beat" unterhalb der Wasserscheide. Über eine Freundin ist sie an die Stelle gelangt, rät aber jedem Jobsuchenden einfach durch die Oberstadt zu gehen und überall anzufragen. Bevorzugen würde sie immer wieder ein Einzelhandelsgeschäfft anstelle eines größeren Konzerns.

 

„Die Arbeit gefällt mir sehr, sie ist spaßig und die Atmosphäre stimmt", freut sich Schmidt. Damit man in der Kunden- und Lagerbetreuung brilliert, sollte man rechnen können, freundlich sein „und Schuhe aus dem Laden haben". Die ebenfalls aus Berlin Stammende ist sichtlich stolz auf das Schuhgeschäft. Schwierige Kunden gäbe es nie. Der Kundenstamm bestehe hauptsächlich aus Schülern, Studenten und Älteren, „die gerne jugendlich bleiben wollen".

Auf die Frage, ob sich ihr Verhalten als Kunde verändert habe, seit sie einen Nebenjob haben, antworteten beide Frauen gleich: „Ja". So sei Geßner geduldiger und gebe den Kellnern mehr Trinkgeld. Schmidt dagegen meint, von anderen Verkäufern schnell als eine von ihnen erkannt zu werden - meist mit Blick auf ihre Schuhe.

von Nora Goldschmidt

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