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Anlaufstelle für die ganze Familie

Familienservice Anlaufstelle für die ganze Familie

Von der schwangeren Erstsemesterin bis zum Familienvater, der eine neue Stelle in Marburg antritt, reicht die Klientel von Karen Albrecht. Sie arbeitet beim Familienservice der Universität und ist für alle familiären Organisations-Fragen von Studierenden und Mitarbeitern zuständig.

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Theresa Heyd (links) freut sich über die Beratung von Karen Albrecht vom Familienservice der Philipps-Universität.

Quelle: Gabriele Neumann

Marburg . "Der Inhalt meiner Arbeit ist es, Menschen zu helfen. Etwas Schöneres kann man nicht haben", sagt Karen Albrecht. Kurz gesagt hilft Karen Albrecht allen Menschen, die Fragen zum Thema "Universität und Familie" haben. Sie hilft schwangeren Studentinnen, Möglichkeiten zur Kinderbetreuung in den Uni-Kitas auszuloten. Sie vermittelt Informationen zu Elternzeit und Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Elternpause für Mitarbeiter der Universität. Sie hilft neuen Mitarbeitern mit Familie bei Wohnungssuche und Suche nach Kinderbetreuung. Sie hilft Partnern von neuen Mitarbeitern bei der Jobsuche. Nicht immer klappt alles. Bei Theresa Heyd hat alles geklappt. Die 31-Jährige kann es kaum fassen, dass sie innerhalb weniger Monate Wohnung, Kinderbetreuung und zumindest ein Übergangsstipendium gefunden hat - und das alles von den USA aus mit Hilfe des Familienservice.

Im April ist Theresa Heyd ihrem Mann und dem zehn Monate alten Sohn aus den USA nach Marburg gekommen. Ihr Mann hat eine Stelle bei der Universität bekommen, er ist Nachwuchsgruppenleiter in der Biochemie. Sie selbst ist Sprachwissenschaftlerin und arbeitet an der Uni Gießen. "Das war auch ein Grund für uns, uns für Mittelhessen zu entscheiden. Hier liegen zwei Universitäten so dicht zusammen, da sind die Chancen auf zwei Stellen etwas größer", berichtet sie. Fünf Jahre lang war das Ehepaar Heyd in Nordamerika, zuletzt in Philadelphia (USA). Jetzt ist die Familie größer geworden - im vergangenen Jahr wurde Sohn Jonathan geboren - und zurück in Deutschland. In Zeiten des Internet werden viele organisatorische Dinge auch global, aber Wohnungssuche und Ämtergänge bleiben heikel. "Wir hätten vieles sicher auch alleine hinbekommen, aber viel komplizierter und langwierieger. So eine Anlaufstelle ist einfach toll", schwärmt Theresa Heyd. Die Wohnung in der Oberstadt zum Beispiel war nicht im Internet annonciert, sondern nur ein einziges Mal in der Oberhessischen Presse - als Chiffre-Anzeige. Karen Albrecht machte die Familie darauf aufmerksam, und am 1. Juni ziehen sie ein. Die Suche nach Kinderbetreuung hat Karen Albrecht ebenfalls begleitet. Schon seit einigen Wochen wird Jonathan von einer Tagesmutter betreut: "Es klappt prima", sagt seine Mutter. Die ersten Wochen wohnten die drei Neuankömmlinge im Gästehaus der Uni. Jetzt freuen sie sich auf die eigene Wohnung.

Karen Albrecht arbeitet derweil an einem etwas sperrig klingenden Projekt: der Re-Auditierung der Philipps-Universität als familienfreundliche Hochschule. Seit 2005 darf die Uni die Bezeichnung "familienfreundliche Hochschule" tragen. Alle drei Jahre wird geprüft, ob die Hochschule dieses Prädikat weiter tragen darf. 2008 wurde das Projekt Family-Welcome-Centre ins Leben gerufen, um die Familienfreundlichkeit der Uni zu verbessern. Seit Januar 2011 ist es eine feste Einrichtung und läuft seither unter dem Namen Familienservice, um Verwechslungen mit dem Welcome Centre für internationale Wissenschaftler auszuschließen.

Die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie, familiengerechte Studienbedingungen und eine familienbewusste Personalpolitik sind die Ziele, die die Uni verfolgt. Dazu gehört zum Beispiel, dass Sitzungen mit den Kinderbetreuungszeiten abgestimmt werden. "Wir versuchen, das Bewusstsein für solche Probleme zu schaffen, denn das ist der erste Schritt, etwas zu ändern", sagt Karen Albrecht. Die studierte Betriebswirtin ist seit Januar für den Familienservice verantwortlich. In ihrem Büro in der Bunsenstraße mit spektakulärer Aussicht auf Elisabethkirche und Oberstadt arbeitet sie momentan auch an der Ferienbetreuung für Kinder von Uni-Mitarbeitern in den Sommerferien. "Das ist eine ständig wiederkehrende Herausforderung", scherzt sie. Diesmal wird es zum ersten Mal zwei Wochen Programm im Neuen Botanischen Garten auf den Lahnbergen geben. Auch in den Oster- und Herbstferien wird Kinderbetreuung angeboten. "Weihnachten gibt es kaum Nachfrage", sagt Albrecht. Denn über die Weihnachtsfeiertage hat die Uni zwei Wochen lang geschlossen - und die Mitarbeiter haben Urlaub.

Begeistert ist Albrecht von der Zusammenarbeit mit der Stadt. "Das klappt prima", sagt sie im Hinblick auf Kinderbetreuung oder den Ausbau der Zahl von Krippenplätzen. Gerade wurde die Kita Zappelphilipp erweitert. Dort werden künftig 30 statt bisher 20 Kinder bis zum Alter von drei Jahren betreut. Auch die Nachmittagsbetreuung in Schulen sei in Marburg exemplarisch gut. Sie wisse von einer Professorin, die sich aus diesem Grund für Marburg entschieden habe, "weil hier die Kinderbetreuung klappt".

Manchmal sind es aber auch kleine Dinge, die Albrecht bewegen kann. So gibt es seit kurzem eine Spielecke in der UB, und nach dem Umbau wirde es im Hörsaalgebäude endlich auch einen Wickelplatz geben.

von Gabriele Neumann

weitere Informationen zum Familienservice gibt es hier.

Der Familienservice bietet in seinem Internetauftritt eine wertvolle Link-Sammlung zu vielen Fragen rund um Studium mit Familie, Elterngeld und Kinderbetreuung.

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