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Was macht eigentlich der Asta?

Hochschulwahlen Was macht eigentlich der Asta?

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Nach der Oberbürgermeister-Stichwahl, sind in dieser Woche Hochschulwahlen. Doch wer wird da überhaupt gewählt und welchen Einfluss hat das für das Leben an der Uni?

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Wahlplakate verschiedener Listen zieren die Wände der Unterführung zwischen Philosophischer Fakultät und Lahnufer.

Quelle: Peter Gassner

Marburg. Nur 18 Prozent Wahlbeteiligung bei den vorigen Hochschulwahlen sprechen eine deutliche Sprache. Viele Studierende interessieren sich offensichtlich nicht für die Abstimmung oder wissen erst gar nicht, was dabei gewählt wird. Worum also geht es überhaupt bei den Hochschulwahlen, die von Dienstag, 30. Juni, bis Donnerstag, 2. Juli, stattfinden?

Gewählt werden Vertreter für Uni-Senat, Studierendenparla­ment (Stupa) und an den jeweiligeFachbereichen die Fachschaften und Fachbereichsräte. Für die übergeordneten Gremien treten dabei verschiedene Listen an.
Im Uni-Senat kommen neben den zu wählenden studentischen Vertretern auch Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitglieder der Verwaltung zusammen. Der Senat berät die Universität in Angelegenheiten von Forschung, Lehre und Studium und hat dabei ein Initiativrecht. Zudem überwacht er die Geschäftsführung des Uni-Präsidiums.

Asta plant eine Kommunikationsoffensive

Das Stupa hingegen vertritt als höchstes Gremium die rund 26 700 Studenten der Philipps-Universität. Es beschließt unter anderem den Haushalt der Studierendenschaft sowie handelt das Semesterticket aus. Ähnlich wie der Bundestag nach Bundestagswahlen den Bundeskanzler wählt, bestimmt das Stupa den Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) – also eine Art „Studentenregierung“. Durch das Hessische Hochschulgesetz sind dem Asta Aufgaben wie „Förderung des politischen Verantwortungsbewusstseins“ und „Unterstützung des kulturellen, politischen und sozialen Engagements der Studierendenschaft“ übertragen, erläutert ­Asta-Sprecher Jonas Becker.

Wie der Asta konkret den Alltag von Studenten beeinflusst, scheint vielen aber unklar zu sein. „Vor dem Hintergrund der Umstellung auf das Bachelor-Master-System fehlt vielen Studierenden die Zeit für ein hochschulpolitisches Engagement“, sagt Becker. Umso mehr sei der Asta zukünftig bemüht die Relevanz gegenüber den Studierenden zu kommunizieren.

Asta stattet die Fachschaften aus

„Grundsätzlich ist zu betonen, dass der Asta die Geschäfte der Studierendenschaft führt und damit eine Vielzahl von Angeboten ermöglicht, die den Studierenden in vielen Bereichen Hilfe leisten“, so Becker. Dazu zähle kostenlose Rechts- und Sozialberatung und die Bereitstellung des Semestertickets. Zudem gebe es in den insgesamt 15 Referaten „permanente Beratungsmöglichkeiten“. Sowohl auf regionaler als auch auf landes- und bundesweiter Ebene werde Hochschulpolitik gemacht. Aus den Geldern des Studierendenhaushalts stattet der Asta auch die Fachschaften nach ihrer jeweiligen Größe mit finanziellen Mitteln aus.

Eine Asta-Party, wie sie früher im Hörsaalgebäude stattfand, ist aktuell kein Thema. Zum einen seien die Auflagen für Veranstaltungen in Uni-Gebäuden in den vergangenen Jahren gestiegen, zum anderen wolle der aktuelle Asta das Augenmerk auf andere Dinge legen. „Unsere Priorität liegt zurzeit auf einem funktionierenen Asta, der die Geschäfte pflichtbewusst führt“, sagt Becker.

Ärger gab es im Vorfeld der Hochschulwahlen um die Zulassung verschiedener Listen. Nach Darstellung des Wahlausschusses haben diese Listen ungültige Unterschriften eingereicht und wären demnach nicht zugelassen. Die Listen „International Students List“, „Fachschaftsvertretung Marburg“, „Hochschulgruppe Korporierter Studenten“, „Fachschaftsliste“, „Linke Einheitsliste“ und „Frauen Pauer“ wurden vom Ausschuss weiter nicht zugelassen. Nur der Einspruch der „WiWi/Jura Liste“ hatte Erfolg. Zudem treten noch elf weitere Listen an: „Lehrer aus Leidenschaft“, B90, „Soziale Demokratische Hochschul­gruppe“, „Juso-HSG“, „Radikale Linke“, „RCDS“, Rosa Liste, LHG, SDS, Campus Grün und Fachschaftspower. Die nicht zugelassenen Listen erwägen, die Wahl anzufechten.

von Peter Gassner

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