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Uni und Stadt Zwei gegensätzliche Meinungen
UNIversum Uni und Stadt Zwei gegensätzliche Meinungen
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18:52 17.11.2013
Seit der Bologna-Reform ist die Zahl der Klausuren für Studierende angestiegen. Quelle: flown / pixelio.de
Marburg

Dass die Lehre seit der Bologna-Reform dem Schulsystem ähnlicher wurde als es zuvor der Fall war, ist eine Tatsache. Über deren Sinnhaftigkeit lässt sich streiten. Zwei unserer Professoren tun das zwar nicht direkt, vertreten aber sehr gegensätzliche Meinungen bezüglich dieses Themas.

„Früher war ich zufrieden (mit der Lehre, Anm. der Redaktion), seit der Bologna-Reform bin ich zunehmend irritiert und häufiger als früher frustriert, denn die Studierenden können nicht mehr studieren. Das Studium ist verschult, also im Grunde zerstört worden. Den Studierenden ist die Zeit geraubt worden, zu lesen, nachzudenken, zu diskutieren - all das, was studieren ausmachen sollte“, schreibt ein/e Professor/in der Geschichtswissenschaft.

Demgegenüber steht die Meinung eines/einer Lehrenden aus dem Bereich der Naturwissenschaften. Er/sie ist vor allem von den studienbegleitenden Prüfungen überzeugt. Während früher Klausuren lediglich auf bestanden/nicht bestanden geschrieben worden seien und Noten lediglich für mündliche Prüfungen, die das Wissen mehrerer Jahre abfragten, gegeben wurden, zähle jetzt jede Klausur für die Gesamtnote. Die Studenten strengten sich dadurch mehr an und erzielten bessere Ergebnisse, so der Standpunkt des/der Lehrenden, „während es vorher für viele Studierende als eine Verschwendung galt, mehr als 50 Prozent des Stoffs zu lernen, und viele daher nur 40 Prozent erzielten und durchfielen. Ich bin auch sicher, dass der auf diese Weise mehr studienbegleitende Stoff besser behalten wird, als das vorher in das Kurzzeitgedächtnis geprügelte Wissen für die Vordiplom- und Diplomprüfung“.

von Kristina Gerstenmaier