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Zirkusnummer mit spanischem Apfelwein

Auslandsblog Zirkusnummer mit spanischem Apfelwein

OP-Blogger Jouka Röhm berichtet Kurioses vom Getränk „Sidra“.

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Jouka Röhm (26) studiert den Master Romanische Philologie an der Philipps-Universität Marburg und berichtet für die OP von seinem sechsmonatigen Erasmus-Aufenthalt in Oviedo/Spanien.

Quelle: Privatfoto

Oviedo. Was dem Hessen sein Apfelwein, ist dem Asturier der Sidra. Auch beim Sidra handelt es sich um Apfelmost, der sich in Asturien großer Beliebtheit erfreut. Apfelwein in Spanien? Das mag im ersten Moment verwundern, doch der Nordwesten Spaniens ist – ähnlich wie die französische Bretagne – keltisch geprägt. So ist das flüssige Kulturgut nicht nur in jedem Örtchen zu haben, in Oviedo ist ihm sogar eine ganze Straße gewidmet. Hier reiht sich eine Sidreria an die nächste.

Zu Gast in einer der zahlreichen Bars, lässt sich schnell feststellen, dass der Apfelwein hier etwas anders genossen wird als der hessische „Schoppen“. Zunächst das Einschenken: Hierbei hält der Kellner die Flasche über den Kopf und gießt den Wein in das auf Hüfthöhe gehaltene Glas (Foto: Röhm). Was wirkt wie eine Zirkusnummer, ist essentiell für den Geschmack. Durch den Aufprall im Glas schäumt der Sidra und erhält eine erfrischende Note.

Der Kellner hält mir das Getränk hin. Jetzt gilt es, den Most auf einen Schluck zu trinken, bevor sich im Glas ein Bodensatz bildet und den Geschmack verfälscht. Sobald ich ausgetrunken habe, füllt der Kellner das Glas erneut und reicht es meinem Tischnachbarn. Nach einer Runde Sidra bleibt die halbvolle Flasche auf Tisch stehen. Der Kellner bestimmt, wann er wiederkommt und uns eine neue Runde serviert. In der Zwischenzeit erzähle ich meiner Tischgruppe vom Apfelwein zuhause in Hessen, womit ich aber niemanden so recht beeindrucken kann. Die spanische Variante ist einfach lustiger.

von Jouka Röhm

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