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Wo die Herzen der Telefonsammler höher schlagen

Relikte aus der Universitätsgeschichte Wo die Herzen der Telefonsammler höher schlagen

Können Sie sich noch an den Klingelton eines alten Telefons erinnern? Bei dem Besuch in der Kommunikationsabteilung des Hochschulrechenzentrums werden diese Geräusche wieder zum Leben erweckt.

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Hat ein Faible für alte Telefone: Jörg Bast.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Es sind mindestens 15 alte Telefone, die Jörg Bast über die Jahre in seinem Büro im Hochschulrechenzentrum auf den Lahnbergen gesammelt hat. Benutzt werden sie schon seit Jahren nicht mehr. Basts Schreibtisch selbst ist wie der vieler anderer Uni-Mitarbeiter mit einem hochtechnisierten Telefon ausgestattet. Doch könnte er jedes der alten Geräte im Nu wieder zum Leben erwecken.

Als Bast sich vor über 30 Jahren an der Universität bewarb, bestand ein Teil seiner Einstellungsprüfung darin, ein Telefon komplett auseinander- und wieder zusammenzubauen. Das tat er im Vergleich zu allen anderen Bewerbern in so kurzer Zeit, dass sein damaliger Chef über seine schlechten Ergebnisse im schriftlichen Test hinwegsah und ihn prompt einstellte.

Drei Umzugskartons voller Apparate

Bast ist ein Sammler. Als 1999 die Telekommunikation der Universität umgestellt und alle alten Geräte verschrottet wurden, rettete er drei Umzugskartons voller Apparate - darunter Telefone aus so ziemlich jedem Jahrzehnt. „Man konnte damals praktisch alles ersetzen“, schwärmt Bast, während er in Kartons kramt. „Von der Hörmuschel über das Telefonkabel bis hin zur Wählscheibe.“ Das sei heute in den hochtechnisierten Geräten nicht mehr möglich. Auch ein „Grubentelefon“ ist unter den Relikten, das, wie den Grubenarbeitern unter Tage, als Notfalltelefon im Chemikalienbunker der Universität fungierte. Es hängt nun in seinem Büro. Obwohl es voll funktionsfähig ist und laut klingelt, wenn man darauf anruft, hängt es dort eher aus nostalgischen Gründen.

Auch Wähler- und Kontaktrelais, die früher in Telefonschaltanlagen verbaut waren, bewahrte Bast auf. Die Telefonschaltanlage der Universität erstreckte sich auf einer Fläche in Größe eines halben Tennisfelds. „Die Anlage war größer als die der Telekom Anfang der 1970er-Jahre“, erinnert sich Bast.

von Ruth Korte

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