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„Was mich reizt, ist die Vielfältigkeit“

International Office „Was mich reizt, ist die Vielfältigkeit“

Über Langeweile kann sich Petra Kienle nun wirklich nicht beklagen. Als Leiterin des International Office kommt sie nicht nur viel herum, sondern knüpft auch interessante Kontakte ins Ausland.

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Seit 2011 ist Petra Kienle Leiterin des International Office in Marburg.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Petra Kienle ist viel auf Reisen. „Dazwischen bin ich jeweils nur wenige Tage im Büro und der Terminkalender ist schon recht voll“, warnt sie in einer Mail – lange vor unserem Gespräch. Als sie mich schließlich in ihrem Büro im Gebäude in der Deutschhausstraße begrüßt, wirkt die 49-jährige Dezernatsleiterin nicht gerade gestresst.

Ihr Büro ist hell und groß. Von ihrem Schreibtisch aus kann man direkt auf die Marburger Oberstadt und das Landgrafenschloss sehen. „Noch“, betont Kienle, denn die Bauarbeiten der neuen Universitätsbibliothek, die in den nächsten drei Jahren vor ihrem Fenster entstehen soll, sind voll im Gang. Die Dinge ändern sich. Das weiß Kienle nur zu gut: Noch vor drei Jahren war sie Referentin für Internationale Beziehungen der Philipps-Universität Marburg. Heute ist sie Leiterin des Dezernats für Internationale Angelegenheiten und Familienservice.

Mit ihren Händen umschließt sie eine Tasse mit grünem Tee, ihrem Lieblingstee, wie sie verrät. „Oft trinke ich aber auch Tees, die ich von meinen Reisen mitbringe und die es in Marburg nicht gibt.“ Ob sie gerne reise? Sie lacht. „Ja klar – sonst würde ich diesen Job nicht machen.“

Marburg besonders bei Chinesen beliebt

Und damit sind wir mitten im Gespräch über ihre Aufgaben am Dezernat 6 der Uni-Verwaltung. Für Kienle bedeutet ihr Job, „die Philipps-Universität internationaler zu machen“. Gerade ist sie aus China zurückgekommen, wo sie die Tongji-Universität in Shanghai und Zhejiang-University in Hangzhou besucht hat, die beiden strategischen Partneruniversitäten Marburgs im Reich der Mitte. Außer Kontakte ins Ausland zu pflegen, berät sie Fachbereiche, ausländische Studierende und die, die es einmal werden wollen. Es ist diese Vielfältigkeit, die Kienle an ihrem Job reizt.

Mit all den Aufgaben ist sie natürlich nicht allein. Im International Office, wie das Dezernat auch genannt wird, arbeiten rund 20 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. Pro Jahr vermitteln sie zwischen 400 und 500 Studenten nach Marburg oder von hier ins Ausland. Besonders beliebte Studienorte für deutsche Studenten sind Frankreich und Spanien, aber auch englischsprachige Länder wie die USA, Kanada oder Großbritannien. Marburg wiederum ist besonders bei Chinesen aber auch zunehmend vielen Studenten aus dem nahen und mittleren Osten beliebt.

„Buddy-Program“ bot entscheidende Hilfe

Kienle, die neben Englisch und Französisch auch fließend Japanisch „und ein bisschen Chinesisch“ spricht, studierte in den 1990er Jahren Japanologie in Tübingen. Ihre ersten Auslandserfahrungen sammelte sie, als sie mit ihrer damals erst dreijährigen Tochter nach Tokio reiste, um dort ein Semester lang zu studieren. „In der ersten Woche war ich davon überzeugt, dass das ein Fehler war“, erinnert sich die inzwischen zweifache Mutter.

Doch durch Hilfsprogramme der Universität, wie das „Buddy Program“, bei dem der jungen Mutter ein japanischer Student als Ansprechpartner zur Seite gestellt wurde, fand sie sich immer besser zurecht – so gut, dass sie zwei Jahre später beschloss, nach Japan zurückzukehren, um an einem Forschungsprojekt mitzuarbeiten. Diese Erfahrung einmal gemacht zu haben, was es bedeutet als junger Mensch in einem fremden Land zu studieren, hat sie geprägt.
Sie weiß: „Ein guter Empfang ist für ausländische Studierende wichtig und, dass sie sich begleitet fühlen.“ Um diesem Wunsch gerecht zu werden, bietet das Dezernat 6 Orientierungsprogramme an, wie Stadtführungen oder begleitete Behördengänge. Durch das Tutorenprogramm soll der Kontakt zu deutschen Studenten hergestellt werden.

In Marburg, so Kienle, fühlen sich die ausländischen Studenten sehr wohl. Oft seien sie erstaunt, dass es hier keine Campus-Uni gibt, sondern die Institute sich in der ganzen Stadt verteilen und diese somit selbst der Campus ist. „Es ist auch erstaunlich für viele Studenten, dass Marburg eine sehr alte Stadt ist und es überall so aussieht, wie in einem Grimmschen Märchen.“

von Ruth Korte

Dezernat 6
Das International Office koordiniert die internationalen Beziehungen der Philipps-Uni und ist Ansprechpartner in Fragen rund um die Internationalität von Forschung und Lehre. Das International Office berät Studierende, Wissenschaftler und Mitarbeiter, die einen Auslandsaufenthalt planen oder einen Aufenthalt an der Marburger Universität wünschen.
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