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Uni und Stadt „Verliertnix“ kickt wie in früheren Zeiten
UNIversum Uni und Stadt „Verliertnix“ kickt wie in früheren Zeiten
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18:46 04.10.2010
Die Fußballgemeinschaft „Verliertnix Marburg“ feierte ihr 35-jähriges Bestehen. Quelle: Privatfoto

Marburg. In 95 Turnieren hatte die „Fußballgemeinschaft Verliertnix Marburg“ immerhin 70 Erfolge zu verbuchen. Gründer und Teamchef Dr. Frank Meik hatte gerufen, und fast alle von denen, die seit mehr als einem Vierteljahrhundert das Verliertnixtrikot übergestreift haben, kamen, auch wenn es die ehemaligen Studenten unter anderem nach Zürich, Kiel, Berlin oder München verschlagen hatte.

Bei der Feier zum 35-jährigen Bestehen fand die „erste Halbzeit“ „auf‘m Platz“ statt. Gekickt wurde an alter Wirkungsstätte auf den Afföllerwiesen. Leider entsprachen die Platzverhältnisse nicht mehr dem früheren „englischen Rasen“. So war aktive Eigenleistung gefragt. Aber auch das schreckte einen „Verliertnix“ nicht: Das Spielfeld wurde vor dem Turnier noch gemäht. Die anschließenden Spiele verliefen wie immer: In einem Kleinfeldturnier dribbelten, rannten und kämpften die „Verliertnix-Kicker“ wie in alten Zeiten, angefeuert von den immer gleichen Fans.

Zugegebenermaßen wirkte alles etwas langsamer, aber gespielt wurde mit der gleichen Leidenschaft wie damals. Und wie das bei solchen Turnieren immer so ist: Am Ende bombte dann der Teamchef seine Mannschaft zum Sieg.

Die „zweite Halbzeit“ der 35-Jahr-Feier fand dann traditionell in der „Sonne“ statt. Neben den unvermeidlichen, aber humorvoll vollzogenen Ehrungen löste dann der eigens für die 35-Jahr-Feier produzierte Film „Verliertnix – weltberühmt in Marburg“ Begeisterungsstürme aus.

Die durch die laufenden Bilder entstandene Atmosphäre konnten auch skeptische Nachfragen der Kinder, ob der mit den langen Haaren denn wirklich der Papa sei, nicht trüben. Gerade dieses abendliche Beisammensein verdeutlichte, warum diese außergewöhnliche Fußballgemeinschaft auch nach 35 Jahren so glänzend harmoniert – egal, wie sich die einzelnen Spieler beruflich oder privat entwickelt haben, ob sie Chefarzt, Senator, Unternehmer, Manager, Chef eines Gesundheitsamtes, Leiter eines Gymnasiums, Produktionsleiter beim Fernsehen, Berater, Rechtsanwalt, Psychologen oder Lehrer sind oder in einem Ministerium oder an einer Universität Karriere gemacht haben.

In einem zum Jubiläum erschienenen Bändchen heißt es treffend: „Fußballspielen heißt Weltanschluss. Die Schnittstelle zwischen Ich und Welt: der Ball“, so schreibt Klaus Theweleit in seinem lesenswerten Buch „Tor zur Welt“.

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