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Uni und Stadt Uni will Förderer künftig gezielter ansprechen
UNIversum Uni und Stadt Uni will Förderer künftig gezielter ansprechen
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06:17 25.03.2012
Dr. Ramona Gresch ist bei der Marburger Universität seit Mitte Februar Leiterin der Stabsstelle „Freunde und Förderer“. Quelle: Manfred Hitzeroth
Marburg

Bereits seit einigen Jahren haben andere hessische Universitäten wie die Uni Frankfurt und die Uni Gießen "Fundraising"-Abteilungen aufgebaut. Im Fall der Frankfurter Hochschule geht es dabei immerhin pro Jahr um zusätzliches Sponsoring in zweistelliger Millionenhöhe. Das heißt, dass das Thema "Fundraising" sich für Hochschulen durchaus als lukrativ erweisen kann.

Jetzt zieht auch die Marburger Universität nach: Zunächst für die kommenden fünf Jahre wurde die "Stabsstelle Freunde und Förderer" eingerichtet, die von Dr. Ramona Gresch geleitet wird, die eine halbe Stelle hat. Unterstützt wird sie von der Verwaltungskraft Susanne Rommel, die aber auch noch Dr. Annette Wiesheu in der ebenfalls mit einer halben Stelle neu eingerichteten Stabsstelle "Alumni" zuarbeitet, in der die Betreuung der Ehemaligen der Philipps-Universität im Vordergrund stehen soll.

Ramona Gresch ist eine Expertin im "Fundraising". Sie hat sich in den vergangenen 15 Jahren in Tübingen mit dem Einwerben von Spendengeldern für "Non-Profit-Organisationen" aus der Entwicklunsgzusammenarbeit beschäftigt. Die Ethnologin will nun auch das Einwerben von Spendengeldern an der Uni Marburg vorantreiben. Seit dem 15. Februar ist sie an der Uni Marburg beschäftigt. "Wir wollen keine Konkurrenz zum Marburger Universitätsbund aufbauen", sagte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause auf Anfrage der OP zur Einrichtung der neuen Stabsstelle, die zur Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Marburger Universität gehört.

Stattdessen solle die neue Stabsstelle eine Ergänzung zu dem Verein darstellen, der vor allem die Förderer und Freunde der Uni Marburg in der heimischen Region betreut. Entweder die halbe Stelle "Freunde und Förderer" oder die halbe Stelle "Alumni" wird für fünf Jahre vom Universitätsbund finanziert.

"Wir erhalten an der Philipps-Universität häufiger, als die Öffentlichkeit ahnt, großzügige Zuwendungen. Dafür gab es bisher an der Hochschule keinen Ansprechpartner", erläutert die Marburger Uni-Präsidentin, wieso die Stelle eingerichtet wurde.

Im Gegensatz zur TU München oder der Universität Frankfurt sei die Philipps-Universität aber keine Großstadt-Universität. Entsprechend niedriger sei das mögliche Spendenpotenzial einzuschätzen.

Gresch will sich zum Start ihrer Tätigkeit vor allem auf zwei Projekte konzentrieren:

Vor allem in der heimischen Region will sie bei Freunden des von der Schließung bedrohten Botanischen Gartens um zusätzliche Spendengelder werben. Mit einer gezielten Kampagne soll versucht werden, zusätzliches Geld in Höhe von bis zu einer halben Million Euro zu akquirieren. Dieses Geld wird unter anderem benötigt für die energetische Sanierung der Gewächshäuser, wofür im regulären Etat der Universität kein Geld zur Verfügung steht.

Ebenfalls um die Einwerbung von zusätzlichen Geldern geht es ihr bei der Sanierung des Uni-Museums. Denn vor allem bei der Innensanierung des Museums, dessen energetische Außensanierung in den kommenden zwei Jahren geplant ist, gibt es noch nicht ausreichend Mittel.

"Die Universität muss sich vor allem um die Finanzierung von Forschung und Lehre kümmern", erläutert Ramona Gresch, wieso die Universität unter anderem für das Museum und den Botanischen Garten dringend auf zusätzliche Geldquellen angewiesen ist.

Sie will sich in Zukunft aber auch um die Betreuung der Universitäts-Stiftung kümmern, in der mehrere kleine Stiftungen zusammengefasst sind.

von Manfred Hitzeroth