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Über die Rechte der Menschen

"Christian-Wolff-Vorlesung" Über die Rechte der Menschen

Hans Joas hat eine klare Meinung, die er mit Nachdruck vertritt. Im Rahmen der „Christian-Wolff-Vorlesung“ beschäftigt sich der Philosoph mit einem großen Thema: den Menschenrechten.

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Das Thema Menschenrechte bleibt ein vieldiskutiertes. Besonders, wenn es um Bilder wie diese geht: kniende Häftlinge im US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba.

Quelle: Shane T. McCoy

Marburg. Guantanamo Bay und Abu Ghraib sind die vielleicht bekanntesten Beispiele dafür, dass Folter in modernen Zeiten immer noch ein Diskussionsthema darstellt. Der Umgang der westlichen Welt mit Menschenrechten ist ein Bestandteil des Vortrags, den Hans Joas am Donnerstag halten wird. Der Philosoph kommt nach Marburg, um seine Sicht auf die Probleme der Gegenwart darzulegen.

„Wir sind froh, eine so renommierte Persönlichkeit begrüßen zu dürfen“, sagt Malte Dreyer, der die „Christian-Wolff-Vorlesungen“ organisiert. Ganz im Zeichen des berühmten Philosophen Wolff, der auch in Marburg lehrte (1723 bis 1740), beschäftigen sich die Redner mit dem Gedanken der Aufklärung und führen diesen in die Gegenwart. Joas steht dabei in einer ehrenvollen Tradition von Agnes Heller, Jürgen Habermas, Axel Honneth oder Kurt Flasch, die allesamt bei der Vorlesungsreihe gesprochen haben. Auch Helmut Schmidt kam schon zu Wort.

Organisator Dreyer sieht in der Veranstaltung auch die Möglichkeit, Philosophie-Institut und interessierte Öffentlichkeit zusammenzubringen. Spannend werde es für die Zuschauer schon allein deshalb, weil Joas ein Redner sei, der eine gesellschaftliche Auseinandersetzung nicht scheue und auch einmal deutliche Worte finde. Seine Ansichten in Bezug auf die Geltung von Menschenrechten könnten als Schnittstelle von Sozialwissenschaften und Philosophie betrachtet werden, erklärt Dreyer. Dabei stehe bei Joas das verantwortungsvoll handelnde Individuum im Fokus.

Joas‘ Vortrag trägt den Titel „Sklaverei und Folter in globaler Perspektive“. Im Anschluss findet noch ein Empfang im „Kreuzgang“ statt, bei dem Zeit bleibt, über das Gesagte zu diskutieren.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 7. November, um 20 Uhr in der Aula der Alten Universität am Lahntor 3 statt.

von Dennis Siepmann

Im Blickpunkt: Kritischer Denker und Soziologe

Hans Joas ist gegenwärtig Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies und Professor für Soziologie an der University of Chicago und leitete bis 2011 das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien an der Universität Erfurt. Für seine Forschungen an der Grenze von Sozialwissenschaften und Philosophie erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Preise.

Hintergrund

Die Christian-Wolff-Vorlesungen haben sich zu einer festen Institution im kulturellen Leben Marburgs entwickelt und sind auch über die Grenzen der Universitätsstadt hinaus bekannt. Sie sind 1999 aus dem Selbstverständnis des Instituts für Philosophie heraus entstanden, das Forschung und Lehre als lebendige Praxis begreift und sich Fragen und Problemen der Gegenwart mit Freude am Denken stellt.

Die Vorlesungen richten sich an eine philosophisch interessierte Öffentlichkeit. Sie werden von bedeutenden Philosophinnen und Philo­sophen gehalten, die gesellschaftliche Probleme thematisieren und ihr Disziplinen übergreifendes Denken einer kritisch-aufklärerischen Tradition verpflichten.

Der Namensgeber für die jährlich stattfindenden Vorlesungen, Christian Wolff (1679-1754), war einer der bedeutendsten Philosophen der europäischen Aufklärung. Sein Wirken in Marburg 1723-1740 trug dazu bei, dass die Universität an der Lahn internationalen Rang erhielt.

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