Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Stadt wappnet sich für Ansturm

Rekord-Studentenzahl Stadt wappnet sich für Ansturm

Die Nachricht, dass zum Wintersemester erneut eine Rekordzahl an Studenten erreicht wird, überrascht nicht wirklich. Was bleibt, ist die Frage nach Wohnraum.

Voriger Artikel
Uni will gute Ausbildung anbieten
Nächster Artikel
Gebäude wachsen aus dem Staub

Vollen Einsatz zeigt die Zimmermeisterin Sabine Schwick. Sie arbeitet auf dem Dach des Hauses in der „Ritterstraße 13“.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Im Rathaus wird der neuerliche Rekord-Zulauf als Zeichen für die Qualität der Lehre an der Philipps-Universität interpretiert. Auf Nachfrage der OP erklärt die Pressestelle der Stadt aber auch, dass die derzeitige Wohnungssituation „nicht einfach“ sei. Besonders im Innenstadtbereich gäbe es einen erhöhten Nachfragedruck, während in den Außenstadtteilen noch Leerstände zu verzeichnen seien.

Die Notunterkünfte

Auf der Suche nach Problemlösungen hatte sich bereits im Frühjahr der „Runde Tisch Wohnungsnot“ gegründet. Konkrete Ergebnisse hat der Runde Tisch bislang jedoch nicht vorgelegt. Die rund 2100 Wohnheimplätze des Marburger Studentenwerks sind bereits komplett vermietet, teilten die Verantwortlichen nun mit. Studierende, die vor Semesterbeginn noch keine Bleibe gefunden haben, bietet das Studentenwerk deshalb bereits seit dem 1. Oktober Notunterkünfte an.

Ritterstraße 13

Eine der zahlreichen Marburger Baustellen findet sich in der Oberstadt, in der „Ritterstraße 13“. Dort entstehen gerade 34 Einzelzimmer. Das Haus musste im Jahr 2009 wegen erheblicher Wasserschäden geräumt werden. Zuvor hatten insgesamt 16 studentische Paare dort gelebt. „Es folgten langwierige Gutachten und die Frage nach der Finanzierung“, berichtet Franziska Busch, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Studentenwerk Marburg. Inzwischen kämen die Sanierungsarbeiten aber gut voran.

Die Stadt Marburg beteiligt sich an dem Projekt mit rund 340000 Euro und auch das Landesamt für Denkmalpflege steuert rund 50000 Euro bei.

Bahnhof und Kilian-Haus

Die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobau baut derzeit das Haus Kilian um. Die 22 Zimmer sollen bis Ende Oktober fertiggestellt sein. Weitere 350000 Euro wurden in den Bau von Studentenwohnungen am Hauptbahnhof investiert. Die 28 Zimmer in den sieben Wohneinheiten sind bereits bezogen worden.

60 Studentenappartements

Weiterer Wohnraum soll auf dem Parkplatz des früheren Arbeitsgerichts an der Gutenbergstraße entstehen. Geplant ist dort ein vierstöckiges neues Studentenwohnheim. Ein Teil des benötigten Geldes stammt aus der ersten Tranche des von der hessischen Landesregierung aufgelegten Förderungsprogramms für den studentischen Wohnungsbau.

Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) aus Biedenkopf hatte den Zuweisungsbescheid in Höhe von 1,013 Millionen Euro am 17. September im Studentenhaus am Erlenring übergeben. 

Angedacht ist nun der Bau von 60 weiteren Studentenappartements in der Gutenbergstraße. Kostenpunkt: zwischen drei und vier Millionen Euro. Der Haken an der Sache: der Bau wird frühstens im Sommer 2015 eingeweiht werden.

Neues Begegnungszentrum

Wesentlich weiter sind die Verantwortlichen bei den Arbeiten am Max-Kade-Zentrum im Studentendorf. Dort wurde bereits am 3. September Richtfest gefeiert. Ab Februar 2014 sollen die 49 zusätzlichen Wohnungen bezugsfertig sein. Kernstück des neuen Gebäudes wird das Kommunikationszentrum, dass vor allem die Begegnung von deutschen und ausländischen Studierenden ermöglichen soll.

Trotz aller Neubau- und Sanierungsarbeiten bleibt der Wohnungsmarkt in Marburg hart umkämpft. Deshalb bemüht sich das Studentenwerk auch auf anderen Ebenen darum, Wohnraum für Studierende zu vermitteln.

„Fairmieter“ gesucht

Weithin sichtbar ist das riesige Transparent an der Milchbar des Studentenhauses am Erlenring. In großen Lettern steht dort geschrieben „Fairmieter gesucht“. Mit der Aktion ist ein Aufruf an alle Marburger, ihren privaten, vermietbaren Wohnraum zu fairen Konditionen für Studierende anzubieten.

Die Verbreitung findet über die Privatzimmerbörse des Studentenwerks statt. Dort wird das Angebot von Studierenden abgerufen. Außerdem hat das Studentenwerk in der Privatzimmerbörse einen Gästezimmerservice eingerichtet. „So können Marburger den Neuankömmlingen in der Stadt den Anfang erleichtern und eine Bleibe bieten, bis diese ein eigenes Zuhause gefunden haben“, erklärt Franziska Busch.

Aktion „Wohnen für Hilfe“

Ein weiterer Service ist die Aktion „Wohnen für Hilfe“ – hier werden Wohnpartnerschaften zwischen Senioren und Studierenden vermittelt. Konkret bedeutet das: ältere Menschen, die ein Zimmer oder gar eine Wohnung in ihrem Haus frei haben, stellen diesen Raum Studierenden kostenlos oder günstig zur Verfügung.

Dafür übernehmen die Studenten Aufgaben im Haushalt. Ob bei der Gartenarbeit, beim Einkauf, sei es die regelmäßige Fahrt zum Arzt oder die Unterstützung beim Hausputz – wie die Hilfe im Einzelfall aussieht, wird zuvor in einem Schriftstück festgelegt.

Franziska Busch berichtet, dass die Nachfrage der Studierenden sehr groß sei – und nicht nur aus der „(Wohnungs)not“ heraus geboren sei. Sie wünscht sich aber noch mehr Engagement vonseiten der Senioren.

von Dennis Siepmann

Wichtige Adressen

Unter der Adresse www.op-immo.de sammelt und veröffentlicht die Oberhessische Presse Angebote zum heimischen Wohnungsmarkt.

Informationen zu den Notunterkünften gibt beim Studentenwerk.

Mehr Informationen zum Thema „Fairmieter gesucht“ gibt es unter der Telefonnummer 06421/296296.

Die Zimmer-Angebote des Studentenwerks.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Instagram