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Uni und Stadt „Selbstverwaltung ist eine tolle Sache“
UNIversum Uni und Stadt „Selbstverwaltung ist eine tolle Sache“
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11:15 10.10.2012
In seinen Händen liegen Information und Qualität: Professor Joachim Schachtner ist einer der drei Vizepräsidenten der Philipps-Universität. Foto: Sabine Nagel-Horn
Marburg

Auf die Frage, was sich hinter dieser Umschreibung verbirgt, lächelt der 49-Jährige herzlich und sagt mit unverkennbar bayerischem Akzent: „Viel ist das. Sehr viel.“

So arbeitet Schachtner allein im Informationsmanagement an mehreren ehrgeizigen Projekten, seit er vor zweieinhalb Jahren zum Vizepräsidenten gewählt wurde.

Zum Beispiel das Integrierte Campusmanagement: Mit Hilfe eines IT-Systems sollen alle Informationen über die Fachbereiche und Einrichtungen der Uni und über ihre Studenten nutzbringend abrufbar werden. „Das wird ein Portal, das den Studierenden kennt“, erläutert Schachtner. Dieses Portal könne beim Gestalten des Stundenplans behilflich sein und mit praktischen „SB-Funktionen“ wie dem Ausdruck von Seminarscheinen den Studenten und den Lehrenden den Uni-Alltag erleichtern - „damit mehr Zeit für die Inhalte bleibt.“

Das wichtigste am „Integrierten Campusmanagement“ sei das „i“ am Anfang, sagt Schachtner lächelnd: Es gehe um Integration anstatt der bisher eingesetzten Parallel-Strukturen, die jeweils nur auf einen Teil der Uni-Informationen zugreifen konnten.

Wenn es um Integration geht, um das Zusammenführen von Kompetenzen, um Kommunikation und Partizipation, dann ist Joachim Schachtner in seinem Element. Deshalb war auch das neu geschaffene Profil des Vizepräsidenten für Informations- und Qualitätsmanagement wie für ihn gemacht. „Noch während ich vor knapp drei Jahren im Vorfeld der Präsidiumswahl darüber nachdachte, dass das eigentlich genau das ist, was ich machen möchte, schlugen mir das verschiedene Kolleginnen und Kollegen auch vor“, erinnert sich Schachtner. Er stellte sich als Kandidat zur Verfügung und hat das seither „kein einziges Mal bereut“, sagt er.

Zwar sei das Amt in der Realität dann doch etwas anders, als er es sich vorgestellt habe. „Aber wir haben als Präsidiums-Team schon viel erreicht“, sagt er - „Selbstverwaltung ist eine tolle Sache.“ Durch den Lebenslauf des Neurobiologie-Professors zieht sich die Mitwirkung an der Uni-Selbstverwaltung wie ein roter Faden: Schon während seines Biologie-Studiums in Regensburg war er in der Fachschaft aktiv, „und seither habe ich immer versucht, in Gremien mitzuarbeiten.“

Dabei geht er durchaus auch mal unkonventionelle Wege: „Zur Vorbereitung des Campusmanagements habe ich eine Lenkungsgruppe aus 30 Leuten ins Leben gerufen. Das wurde sehr skeptisch beäugt, weil viele das für zu groß und unproduktiv hielten“, erzählt er schmunzelnd. „Aber es klappt großartig. Die vielen verschiedenen Perspektiven bringen das Projekt voran“, sagt er.

An verschiedenen Perspektiven mangelt es ohnehin nicht in der Präsidiumsarbeit des Joachim Schachtner - das bringt allein schon die Fülle der Aufgaben mit sich. Sei es die Lenkungsgruppe „Neue Medien in der Lehre“, die er bereits seit 2009 leitet, sei es das Konzept für ein Qualitätsmanagement der gesamten Uni, an dem er mit einer anderen Lenkungsgruppe feilt. Seien es die Sammlungen und Museen der Uni oder die verschiedenen Fachbereiche, für die Schachtner ebenfalls zuständig ist: Thematische Monotonie kann da nicht aufkommen. „Die Vielfältigkeit der Aufgaben macht mir großen Spaß“, sagt er.

Und was tut so ein vielfältig beschäftigter Hochschullehrer in seiner Freizeit? Schachtner lächelt. „Arbeiten.“

von Sabine Nagel-Horn

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