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Uni und Stadt Psychologie ohne obligatorische Couch
UNIversum Uni und Stadt Psychologie ohne obligatorische Couch
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15:11 01.10.2010
Die Schulpsychologen Harald Diegelmann und Christiane Weppler betreuen gemeinsam mit drei Kollegen die Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Quelle: Marie Lisa Schulz

Marburg. Harald Diegelmann ist einer von fünf Schulpsychologen des Staatlichen Schulamts Marburg-Biedenkopf und weiß: „Die meisten Lehrer arbeiten an der Grenze der Belastbarkeit – die Veränderungen im schulischen Bereich fordern viel ein, sowohl von Lehrern als auch von Schülern.“

23 Schulen, 35.000 Schüler und fünf Schulpsychologen – das verlangt nach einer gehörige Portion Organisationstalent seitens der Berater. Denn nicht nur ihr Arbeits-, sondern auch ihr Aufgabenfeld ist breit gefächert. Einzelberatungen mit Schülern, Lehrern oder Eltern machen dabei nur einen geringen Anteil der täglichen Arbeit aus. Die Schulpsychologen versuchen auch, durch Lehrerfortbildungen den Blick der Pädagogen für Probleme abseits des Lernstoffs zu sensibilisieren. „Das, was wir an Wissen und Können haben, müssen wir versuchen weiterzugeben“, erklärt Diegelmann. Seit Juni arbeitet Weppler als Schulpsychologin für den Kreis – eine kurze Zeit, in der sie schon mit vielen Vorurteilen konfrontiert wurde. „Einige Schüler kommen mit absurden Vorstellungen zu uns. Sie denken, dass ihr Kopf an Kabel angeschlossen wird und sie untersucht werden“, schmunzelt Weppler. Und auch Lehrer und Eltern haben oft nur vage Vorstellungen, wie ein Beratungsgespräch mit einem Schulpsychologen aussehen kann. Nicht selten gleitet ihr Blick durch das Zimmer – immer auf der Suche nach der obligatorischen Couch.

Es sei keineswegs die Aufgabe der Schulpsychologen, mit dem erhobenen Zeigefinger Patentrezepte zu verteilen, erklärt Harald Diegelmann, „Solange wir nicht herkommen und kluge Ratschläge erteilen, sondern konkrete Lösungen suchen, findet unsere Arbeit Akzeptanz.“

Das Ziel ihrer Arbeit definieren die Schulpsychologen so: „Es reicht nicht, Ganztagsschulen zu haben, hinter denen kein Konzept steht. Wir müssen Lebensraum gestalten – dann macht Schule mehr Spaß.“

von Marie Lisa Schulz

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