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Psychologen sind die Schnellsten

Einhaltung der Regelstudienzeit Psychologen sind die Schnellsten

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes schaffen weniger als 40 Prozent der Absolventen ihr Studium in der sogenannten Regelstudienzeit.

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Eine Aufnahme aus einem Marburger Hörsaal.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Sie sollen schneller, fleißiger und effizienter studieren, als ihre Vorgänger in den vergangenen Jahrzehnten. Studenten von heute gelten in der globalisierten Wirtschaft als „human resources“ - als menschliche Ressourcen also. Seit der Bologna-Reform klagen Studenten zunehmend über die hohen Belastungen während des Studiums. Dass diese Klagen nicht immer unberechtigt sind, zeigen Zahlen, die das Statistische Bundesamt 2014 veröffentlichte. Demnach schafften nur 39,3 Prozent aller Studenten ihr Studium in der vorgegebenen Zeit - von „Regelstudienzeit“ kann bei weniger als der Hälfte der Betroffenen kaum noch die Rede sein.

Auch an der Uni Marburg liegt die durchschnittliche Studiendauer meist klar über der Regelstudienzeit (siehe Grafik). Woran liegt das? Bei der Ursachensuche seien einzelne Studiengänge immer isoliert voneinander zu betrachten, erklärt Andrea Ruppel von der Uni-Pressestelle. „Wenn es zu Abweichungen von der Regelstudienzeit kommt, dann liegen dafür in der Regel individuelle Gründe vor: Diese können in besonders intensivem fachlichen wie sozialen Engagement begründet sein, ebenso in Erwerbstätigkeit zur Studienfinanzierung oder einer parallelen Tätigkeit zum Sammeln von Berufserfahrung.“ Bei aller Individualität der einzelnen Studenten gibt es jedoch durchaus markante Unterschiede auch zwischen verschiedenen Fachbereichen.

Am längsten brauchen an der Philipps-Universität die Informatiker mit durchschnittlich 8,13 Semestern für einen 6-Semester-Bachelor. „Für Studierende der Informatik gibt es zahlreiche Möglichkeiten, bereits während des Studiums etwa als Programmierer zu arbeiten, und die meisten nehmen diese Gelegenheit auch wahr“, liefert Ruppel dafür eine mögliche Erklärung. Ebenfalls sehr lang benötigen die Historiker mit 8,11 Semestern im Schnitt. „Auch der Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen, die für das Studium oder einen Auslandsaufenthalt erforderlich sein können, kann eine Rolle spielen“, sagt Ruppel. Gerade in den Geisteswissenschaften nutzen viele Studenten die Gelegenheit für ein Jahr im Ausland.

Schnell sind hingegen die Humanbiologen. Mit 6,11 Semestern liegen sie nur knapp über der anvisierten Zeit. Ein mögliches Erfolgsrezept: „Dass es ein im Vergleich zu einigen anderen Studiengängen relativ kleiner Studiengang mit besonders guter Betreuungsrelation ist.“ Im Verhältnis zur geplanten Dauer sind aber die Psychologen am schnellsten. Statt der vorgesehenen 8 Semester brauchen sie sogar nur 7,99.

„Angesichts einiger Jahrzehnte im Berufsleben müssen aber auch ein oder zwei Semester mehr kein Beinbruch sein. „Aus Hochschulsicht sehen wir kein Problem darin, denn Studium verstehen wir als Ausbildung und Bildung durch Wissenschaft in den Fächern und deren interdisziplinäre Verknüpfung. Das ist ein herausfordernder Prozess, der individuell unterschiedlich Zeit benötigt“, so Ruppel.

von Peter Gassner

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