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Uni und Stadt Phantasie-Summen verzögern Arbeiten
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19:31 16.12.2011
Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause erläuterte den Planungsstand zum Campus Firmanei. Quelle: Privatfoto

Marburg. Neben der Planung der neuen Universitätsbibliothek am alten Botanischen Garten sprach die Präsidentin auch über weitere Bauplanungen der Universität auf den Lahnbergen und in der Kernstadt.

Professorin Katharina Krause erinnerte zunächst daran, dass nach dem „HEUREKA-Hessen-“ Programm im Jahr 2007 beschlossen wurde bis zum Jahr 2019 rund drei Milliarden Euro in hessische Hochschulen zu investieren. Davon sollten etwa 440 Millionen Euro in die Philipps-Universität fließen.

Inzwischen sei aufgrund verschiedener Initiativen noch mehr Geld hinzugekommen, sodass man heute in Marburg über eine Gesamtbausumme von rund 486 Millionen Euro verfüge, erläuterte Krause.

 „Das ist viel Geld, aber noch immer nicht genug“, sagte Krause. Gemäß der Richtwerte von 2010 sei der Bedarf bei rund 800 Millionen Euro. Hinzu käme, dass diese Schätzungen ohne den laufenden Bauunterhalt und ohne Mehrkosten für besondere Energieeffizienz gemacht worden seien. Somit seien möglicherweise insgesamt bis zu einer Milliarde Euro nötig, so Krause.

Die gelernte Architekturhistorikerin, die sich mit dem Baugesetz und dessen Geschichte sehr gut auskennt, erklärte auch, dass es sich bei Haushaltsanmeldungen um sehr komplizierte und schwerfällige Prozesse handelt, die meist sehr lange dauern, bis sie durch sind.

Um diesen Bürokratieaufwand etwas einfacher zu gestalten, um flexibler zu sein, um schneller in Gang zu kommen und um besser auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen zu können, baue man in Marburg, gemäß HHG §9 Abs. 3, nicht alles gleichzeitig, sondern plane in autonomen Teilbauten, so Krause.

In einem Grundsatzbeschluss mit dem hessischen Finanzminister, Dr. Thomas Schäfer, sei kürzlich gesichert worden, dass die Philipps-Universität Marburg zwischen 2012 und 2016 Geld aus dem Investitionsprogramm „Heureka Hessen“ bekomme. Außerdem würden auch die Universität selbst und das Hessische Baumanagement (HBM) in diesen vier Jahren ihren Teil zur Finanzierung des neuen Campus Firmanei beitragen, so Krause.

Sie erklärte, dass neben dem Campus Firmanei auch auf dem Campus auf den Lahnbergen viele Umbauarbeiten geplant seien. So sei beispielsweise der Neubau des Gebäudes für den Fachbereich Chemie fast vollendet. Hinsichtlich dieses Baus werde man wohl innerhalb der Kostengrenze von 113,6 Millionen Euro bleiben und das Gebäude werde wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres mit einem Festakt eingeweiht.

Ein weiteres Gebäude auf den Lahnbergen, mit einer Kostenobergrenze von 39,83 Millionen Euro, das als Zentrum für Tumor- und Immunbiologie dienen soll, wird wohl im November 2013 fertiggestellt sein, so Krause.

von Felix Schneider

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