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Uni und Stadt "Nachhilfe muss raus aus dem Zuhause"
UNIversum Uni und Stadt "Nachhilfe muss raus aus dem Zuhause"
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17:46 13.07.2014
Nachhilfe soll individuelle Betreuung bieten statt Massenabfertigung zu sein, finden Diana Nusko und Asita Warsideh. Die beiden gründeten das Institut Eselsbrücke. Quelle: Archivfoto
Marburg

„Man kann immer irgendwie helfen“, sagt Asita Warsideh. Gemeinsam mit Diana Nusko hat die 43-Jährige sich eine eigene Existenz aufgebaut. Rund 25 Studenten beschäftigen sie derzeit in ihrem Nachhilfe­institut, das sie im Sommer 2005 gründeten. Individuelle Beratung und Betreuung für jeden Schüler wollen sie anbieten, eine „gewisse Bindung aufbauen“ und „vom Schüler mehr wissen als nur seine Noten“. Spezielle Wünsche und Anforderungen der Kinder beziehungsweise ihrer Eltern sollen berücksichtigt werden, um sinnvolle Unterstützung gewährleisten zu können. Dabei war die Existenzgründung der beiden Frauen mehr oder weniger Zufall.

„Wir haben es einfach mal ausprobiert und geguckt, was passiert“, so Nusko, denn die Idee zur Selbstständigkeit entstand spontan. Neben dem privaten Unterricht halfen die beiden auch bei anderen Instituten aus und waren „zum Teil entsetzt über die Methoden, die dort herrschen“, sagt die 36-jährige Nusko. Die beiden Gießener Studentinnen fingen an „ein bisschen herumzuspinnen“ und wollten beweisen, „dass es auch professioneller geht“, erklärt sie. Es begann die Suche nach geeigneten Geschäftsräumen, doch die meisten Immobilien waren „katastrophal“, erinnern sich die beiden. Über eine Anzeige in der OP meldeten sich schließlich aber Vermieter, die der Literaturwissenschaftlerin und Psychologin Nusko und der Medizinerin Warsideh Räume am Lahntor anboten und diese sogar nach den Wünschen der beiden umbauten.

Institut soll nicht zu groß werden

„Gießen hat uns nicht gefallen“, berichtet Nusko, „daher war für uns klar, dass wir es in Marburg machen“. Und sie hatten Erfolg. Durch Mundpropaganda entwickelte sich schnell ein kleiner Stamm an Schülern. Mittlerweile ist die Eselsbrücke gewachsen und in ein 13 Räume großes Hauptgebäude in der Haspelstraße sowie eine Zweigstelle in der Schwanallee umgezogen. Leben können sie vom Ertrag des kleinen Unternehmens jedoch noch immer nicht ganz.

Studentisches Personal - „Wir bleiben immer jung“

„Immer wenn wir mal ein wenig Geld hatten, haben wir es in die Eselsbrücke investiert“, erklärt Nusko. Doch irgendwann, so sind sie sich sicher, „kommt der Punkt, an dem wir davon auch gut leben können“. Zu groß soll das Institut allerdings nicht werden, die beiden wollen den Überblick nicht verlieren. Nur so könnten sie sicherstellen, dass die Nachhilfe nicht zu einer „Massenabfertigung“ werde. Als Ansprechpartner wollen sie daher so oft es geht vor Ort sein.

Stets auf der Suche sind sie nach neuen studentischen Aushilfen. „Ein Fluch und sein Segen“ sei es, dass immer wieder ein Teil des Personals sein Studium beende und die Suche von vorne beginne. Der Vorteil daran sei: „Wir bleiben immer jung“, so Nusko. Neun Euro in der Stunde erhalten die Mitarbeiter, die zumeist auf Lehramt studieren. „Warum soll ich für mein Kind dann nicht gleich privat einen Studenten engagieren?“, lautet eine Frage, die daher häufig von Eltern gestellt wird. Doch die Antwort hat das Duo parat: Es stehe ein „professionelles Gefüge dahinter“, das eine Kontrolle des vermittelten Stoffes gewährleiste und für Vertretung bei Ausfall der unterrichtenden Person sorge. Wichtig sei zudem, dass die Lehrkraft eindeutig „das Sagen“ habe. Fände der Unterricht zuhause statt, befände sich der Schüler oftmals in der stärkeren Position. Daraus folgere, so Nusko: „Nachhilfe muss raus aus dem Zuhause.“

von Peter Gassner

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