Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Mittelalterliches Vorbild für Toleranz

Joukas Blog Mittelalterliches Vorbild für Toleranz

OP-Auslandsblogger Jouka Röhm verweist auf das beispielhafte Zusammenleben der spanischen Mauren mit Christen und Juden im mittelalterlichen Granada.

Voriger Artikel
Die zehn nervigsten Kommilitonen
Nächster Artikel
„Selbst schuld“ ein Kind zu haben?

Granada. Ab in den Süden: Zum ersten Mal in meiner Zeit in Spanien komme ich nach Andalusien. In eine Stadt, deren Geschichte so manchem deutschen Kleinbürger eine Lehre sein sollte. Die Rede ist von Granada.

Vermächtnisse aller drei Weltreligionen

Im Mittelalter regieren Mauren die Stadt, unter deren Herrschaft Christen, Juden und Muslime friedlich zusammenleben. Ein imposantes Zeugnis aus Zeiten der arabischen Führung und heute ein Wahrzeichen der Stadt ist die Alhambra, ein reich verzierter Herrschaftssitz der granadinischen Kalifen auf einem Hügel über der Stadt. Außerdem existieren noch heute das arabische und jüdische Viertel und eine Vielzahl von Vermächtnissen der drei hier einst vereinten Weltreligionen.

1492 bedeutet die Rückeroberung der Stadt durch die Christen das Ende der spanischen Reconquista. Juden und Muslime, die sich nicht zum Christentum bekennen wollten, wurden vertrieben - wohl um die Werte des Abendlandes zu verteidigen, das die Araber vorher jahrhundertelang durch ihr Wissen und ihre Fähigkeiten bereichert hatten. Ganz zu schweigen von der friedlichen Koexistenz der verschiedenen Kulturen und Religionen zu dieser Zeit. Von solcher Toleranz sind einige ,,Abendländer“ noch heute scheinbar meilenweit entfernt.

Jouka Röhm (26) studiert den Master Romanische Philologie an der Philipps-Universität Marburg und berichtet für die OP von seinem sechsmonatigen Erasmus-Aufenthalt in Oviedo/Spanien.

von Jouka Röhm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Uni und Stadt
Instagram