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Sprungbrett Marburg

„Machen Sie auch mal etwas anderes“

Sie ist Karrierefrau und Familienmensch zugleich: Anita Kohl-Truebenbach. Studiert hat die promo-vierte Pharmazeutin in den 1970er-Jahren in Marburg. Heute ist sie Produktionsleiterin bei CSL-Behring.
Dr. Anita Kohl-Truebenbach, Leiterin der Produktion bei CSL Behring.

Dr. Anita Kohl-Truebenbach, Leiterin der Produktion bei CSL Behring.

© Ruth Korte

Marburg. Ein kräftiger Händedruck ist ihr Markenzeichen: Anita Kohl-Truebenbach leitet und organisiert seit 2008 die Produktion der CSL Behring GmbH am Standort Marburg. Von der Anlieferung des Blutplasmas über die Basisfraktionierung und die Herstellung der Produkte bis hin zur Abfüllung, Etikettierung und Versandvorbereitung hat sie alles fest im Griff.

„Ich schätze, dass ich Dinge voranbringen kann“, sagt sie, wenn man sie fragt, was sie an ihrer Arbeit besonders liebt. Das gelte sowohl im Betrieb als auch für die Lebensbedingungen vieler schwer und lebensbedrohlich erkrankter Patienten, die die erforschten Arzneimittel brauchen.

Studiert hat Kohl-Truebenbach von 1974 bis 1978 in Marburg. Ihr Studium hat sie in guter Erinnerung: „Das Pharmaziestudium ist sehr intensiv. Es wird viel im Labor gearbeitet und es gibt ziemlich viele Prüfungen.“ All das hätte jedoch auch zu einem starken Zusammenhalt innerhalb der Studenten ihres Semesters geführt. „Jeder kannte Jeden.“ Auch heute noch finden alle fünf Jahre Semestertreffen statt.

„Als Frau in der Produktion eine absolute Exotin“

Nach ihrem Studium und der Promotion suchte sie einen Job und bewarb sich bei den damaligen Behringwerken, wo sie zunächst in verschiedenen Funktionen im Produktionsbereich arbeitete. „Damals war ich als Frau in der Produktion eine absolute Ausnahme“, sagt sie. Heute leitet sie diesen Bereich.

Pharmaziestudenten rät die zweifache alleinerziehende Mutter, „sich nicht festzulegen“. Viele würden nach dem Studium in einer Apotheke arbeiten, ohne etwas anderes ausprobiert zu haben. „Machen Sie auch mal etwas anderes, lernen Sie in Praktika Unternehmen kennen, so wie unseres.“ So könne man sich hinterher auch besser entscheiden, welchen Weg man einschlagen wolle, wenn man noch unsicher ist.

von Ruth Korte


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