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Uni und Stadt Krause: Keine Professur für Ägyptologie in Sicht
UNIversum Uni und Stadt Krause: Keine Professur für Ägyptologie in Sicht
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13:32 23.09.2010
Mit fantasievollen Mitteln protestierten Studierende der Ägyptologie der Universität gestern im Uni-Senat gegen die drohende Abschaffung der Ägyptologie, die Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause nicht einmal mehr als Fach ansieht. Quelle: Hitzeroth

Marburg. „Die Ägyptologie an der Philipps-Universität soll endgültig abgeschafft werden“, befürchtet die Marburger Asta-Vorsitzende Stefanie Fritz in einer Pressemitteilung. Um auf die aus ihrer Sicht drohende Abwicklung der Ägyptologie hinzuweisen, übergaben Studierende am vergangenen Montag im Uni-Senat eine Unterschriftenliste mit 1.000 Unterschriften an die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause.

Laut der Pressemitteilung des Asta wurde den Mitgliedern des Fachbereichsrats des Fachbereichs Fremdsprachliche Philologien, an den die Ägyptologie angegliedert ist, eine „Vierjahres-Gnadenfrist“ bis zur Abwicklung des Faches eingeräumt. Bereits im Jahr 1997 war die Ägyptologie-Professur an der Marburger Universität abgeschafft worden. Im Jahr 2003 hatte Honorarprofessor Rainer Hannig dann für einen Wiederbeginn des Fachs an der Philipps-Universität gesorgt. 2006 war die Ägyptologie an das damals neugegründete Centrum für Nah- und Mitteloststudien (Orientzentrum) angegliedert worden.

„Die Ägyptologie läuft gut und hat sich bewährt“, sagte Sommerfeld auf OP-Anfrage. Immerhin gibt es statt vier im Jahr 1997 nun mehr als 50 Ägyptologie-Studenten, und rund 10 Doktoranden, die von Hannig betreut werden. Durch die jetzige Finanzierung der Stelle aus dem Gesamtbudget des Orientzentrums habe die Ägyptologie zumindest erstmals eine finanzielle Basis erhalten. Sommerfeld findet entgegen der Empfehlung des Wissenschaftsrates, der dem Orientzentrum eine weitere Änderung des Schwerpunktes in Richtung moderne Orientwissenschaften vorgeschlagen hatte, dass die Ägyptologie durchaus eine Existenzberechtigung in dem Zentrum besitzt.

Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause machte den protestierenden Ägyptologie-Studenten allerdings keine großen Hoffnungen. Sie sieht die Ägyptologie nicht einmal mehr als Uni-Fach, weil ihr eine regelrechte Professur fehle. Schon aus Gründen der Finanzknappheit sehe sie auch keine Chance, das Fach Ägyptologie mit einer Professur auf Dauer wieder einzurichten, so Krause. Die jetzige Präsidiums-Entscheidung diene aber dazu, zumindest das Lehrangebot für die aktuellen Studierenden „auf rechtssichere Füße“ zu stellen.

von Manfred Hitzeroth

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der gedruckten OP vom Dienstag.