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Uni und Stadt In Marburg und Gießen bald Lungenzentrum?
UNIversum Uni und Stadt In Marburg und Gießen bald Lungenzentrum?
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20:00 09.11.2010
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Marburg. Das Zentrum, in dem die experimentelle und klinische Lungenforschung der Universitäten Gießen und Marburg und des Max-Planck-Institutes für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim gebündelt wird, ist neben München, Heidelberg, Hannover sowie Borstel/Lübeck einer von fünf Standorten, die noch im Rennen um den Titel „Deutsches Zentrum für Lungenforschung“ sind.

„Das ist ein toller Erfolg“, freuten sich der Marburger Wissenschaftler Professor Harald Renz, einer der drei Koordinatoren des Lungenzentrums. Immerhin wäre mit der Auszeichnung mindestens für die nächsten fünf Jahre und im besten Fall für zehn Jahre alleine für den Standort Marburg eine Fördersumme von 1,5 Millionen Euro jährlich verbunden. Renz machte im Gespräch mit der OP deutlich, dass der Erfolg auch ein Beweis dafür sei, dass die strukturierte Kooperation zwischen den Standorten Gießen und Marburg funktionieren könne. „Wir in Marburg wären alleine nicht so weit in dem Wettbewerb gekommen“, erklärte Renz.

Lungenerkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Zurzeit existieren noch immer kaum effektive Therapiemöglichkeiten für die meisten chronischen Lungenerkrankungen. Damit diese dauerhaft erfolgreicher behandelt werden können, sollen in einem „Deutschen Zentrum für Lungenforschung“ die besten Forschungseinrichtungen auf diesem Fachgebiet zusammengeführt werden. Das mittelhessische Lungenzentrum wurde im vergangenen Jahr im Rahmen der „Loewe“-Initiative des Landes Hessen gegründet. An dem Gesamtprojekt sind rund 70 Wissenschaftler beteiligt. Sie arbeiten in der Grundlagenforschung sowie in der klinischen Forschung und der Erprobung neuer Diagnose- und Therapieverfahren.

Die Anträge wurden durch internationale Experten begutachtet. „Die ausgewählten Partnerstandorte sollen nun je ein Gesamtkonzept für die Zentren erstellen“, erklärte Forschungsministerin Annette Schavan. Bereits im Jahr 2009 hat die Bundesregierung zwei Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung gegründet: das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung. 2011 sollen vier weitere dazukommen: Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislaufforschung, das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung, das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung und das Deutsche Zentrum für Lungenforschung.

von Manfred Hitzeroth

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