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"Großteil schätzt das Lehrangebot"

Umfrage "Großteil schätzt das Lehrangebot"

Kinder sind unsere Zukunft - klar. Aber wie gelingt der Spagat zwischen Uni-Karriere und den Aufgaben als Eltern? Die OP hat sich umgehört.

Marburg. Stein des Anstoßes waren zwei Studentinnen der Wirtschaftswissenschaften, die in einer UNIversum-Ausgabe die Qualität der Lehre bemängelten. Um diese Meinung auf eine breitere Basis zu stellen, befragten wir anschließend 100 Studierende aus 25 Studienfächern mittels Fragebögen. Dieses Stimmungsbild der Marburger Studierenden veröffentlichten wir in der vergangenen Woche. Die Meinungen waren weniger drastisch, als die Aussagen der beiden Studentinnen, zeichneten aber eine deutliche Tendenz in Richtung Unzufriedenheit mit dem Bachelorsystem und der Qualität der Lehre.

Nur 22 Prozent sahen ihre Ansprüche an eine gute Vorlesung erfüllt. Nun nahm Professor Dr. Harald Lachnit, Vizepräsident für Studium und Lehre der Philipps-Universität, Stellung zu den Umfrageergebnissen. Zunächst verwies er auf regelmäßig durchgeführte Evaluationen der Lehrveranstaltungen. Die Auswertung von 5168 Fragebögen für Veranstaltungen, die überwiegend von Bachelorstudierenden besucht werden, ergebe ein sehr viel positiveres Bild als die Befragungen der OP.

Die Beurteilung der Planung und Darstellung der Veranstaltungen ergaben eine Durchschnittsnote von 3,9 (bester Wert 5), der Umgang mit Studierenden wurde mit 4,2 bewertet, Interessantheit und Relevanz mit 3,6 – die Rahmenbedingungen mit einer Note von 3,5.

Die „Noten“ für die Lehrenden (2,1: hier zählen Schulnoten, bester Wert ist also eine 1) und die Lehrveranstaltung (2,4) entsprechen einem „Gut“. Schwierigkeit, Stoffumfang und Tempo (3,3) sind aus Sicht der Studierenden angemessen mit einer leichten Herausforderungskomponente, so Lachnit.

„Diese breit angelegte und sorgfältige Untersuchung der Qualität der Lehrveranstaltungen der Philipps-Universität belegt eindeutig, dass die große Mehrheit der Bachelor-Studierenden unser Lehrangebot positiv einschätzt. Im Lichte solcher Ergebnisse gibt es eigentlich keinen zwingenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Lehre“, sagte der Vizepräsident gegenüber der OP.

Die Abweichungen der beiden Ergebnisse der Umfragen von Uniseite und der OP erklärt er sich mit mangelnder Repräsentativität der OP-Umfrage. Lachnit verweist darauf, dass die Uni fast zwölf Millionen Euro eingeworben habe, um den Studierenden „ein richtig gutes Studium“ zu ermöglichen.

Zu dem Ergebnis der OP-Umfrage, dass 49 Prozent der Befragten das Bachelorsystem für nicht sinnvoll halten, bemerkt Lachnit, dass dieser Prozentsatz ungewöhnlich hoch gegenüber bundesweiten Studien sei.

Allerdings finde sich auch in diesen Studien das Argument, die Bachelorstudenten seien zu jung. „Dass aber in einem Bachelorstudium an der Philipps-Universität ‚kritisches, wissenschaftliches Denken‘ unerwünscht sei, ist für uns überhaupt nicht nachvollziehbar, steht es doch in krassem Widerspruch zu unseren Zielen“, so Lachnit. Dabei verweist er auf den Entwicklungsplan in dem es heißt: „Das Studium an der Philipps-Universität soll die Entwicklung der Studierenden zu vielseitig interessierten und kritisch denkenden sowie selbstbewusst und umsichtig agierenden Persönlichkeiten fördern“.

Dazu gehöre auch eine solide fachliche Ausbildung und ein Bewusstsein für internationale Zusammenhänge. Das Studium solle die Studierenden motivieren und vorbereiten, auch nach dem Studium weiterzulernen.

Natürlich, so betont der Vizepräsident, sei man immer bemüht, die Lehre weiter zu verbessern.

von Kristina Gerstenmaier

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