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Uni und Stadt Großbaustelle Marburg
UNIversum Uni und Stadt Großbaustelle Marburg
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13:52 23.09.2010
Ein Blick auf die Baustelle am Fachbereich Chemie auf den Lahnbergen. Das Bild ist eine Panorama-Fotomontage aus acht Einzelfotos. Rund 120 Millionen Euro wird der Neubau der Chemie kosten. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg. Für die meisten Marburger ist die Großbaustelle der Deutschen Vermögensberatungs AG (DVAG) zwischen Bahnhofstraße und Rosenpark die derzeit wohl auffälligste Investition: Rund 50 Millionen Euro investiert das Finanzdienstleistungsunternehmen in ein neues Verwaltungsgebäude und ein Messe-Centrum.

Es ist eine große Investition, aber bei weitem nicht die größte: Denn still und leise ist Marburg in den vergangenen Jahren der Motor der Entwicklung der Region geworden.

In Kürze will Novartis sein Impfstoffwerk MARS (Marburger Standortentwicklung) am Standort Görzhäuser Hof einweihen. Die Projektkosten für die hochmoderne Anlage, in der einmal rund 300 Menschen arbeiten werden, wurden von dem Pharmagiganten auf 168 Millionen Euro beziffert. Auch Siemens und CSL Behring investieren Jahr für Jahr hohe Milllionensummen in den Pharmastandort.

Rund 110 Millionen Euro hat die Rhön Klinikum AG in die Partikeltherapie investiert. 2011 soll dort der erste Krebspatient behandelt werden, sagte Frank Steibli, Leiter der Kommunikation des Universitätsklinikums Gießen-Marburg GmbH. Im Januar 2011 will das Klinikum die neue „Kopfklinik“ eröffnen. Bauvolumen: mehr als 105 Millionen Euro.

Wenige Meter Luftlinie entfernt haben unterdessen die Arbeiten für ein Großprojekt der Philipps-Universität begonnen: Mit schwerem Gerät werden auf dem Gelände der neuen Chemie Wasser- und Gasleitungen verlegt. Rund 120 Millionen Euro soll der Neubau kosten. Das alte Gebäude aus den 1970er Jahren wird abgerissen, wenn es von der Uni nicht mehr benötigt wird.

Was die Chemie für die Naturwissenschaften auf den Lahnbergen ist, ist die neue Zentrale Universitätsbibliothek für die Geisteswissenschaften in der Innenstadt. Längst ist alles in die Wege geleitet für das 120-Millionen-Euro-Projekt. Baubeginn ist 2012.

Und auch die Stadt Marburg investiert: Rund 150 Millionen Euro sind es nach Auskunft von Oberbürgermeister Egon Vaupel allein in den Jahren 2009 bis 2011. Das Geld geht in Schulen, die Infrastruktur, in Straßen und Radwege: Universitätsstraße (3,5 Millionen Euro), Elisabeth-Kirche (3,6 Millionen Euro), Bahnhofsvorplatz mit Elisabethbrücke (8 Millionen Euro) sind nur einige von vielen Bauprojekten.

Nach Ansicht von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) sind die Investitionen auch „Ausdruck von Vertrauen und Verbundenheit der Investoren zum Standort“. Dieses Vertrauen sei auch den Rahmenbedingungen geschuldet, die die Politik geschaffen habe. Bürgermeister und Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) sieht in den Investitionen eine „gewaltige Aufwertung der Stadt und der Region“. Es seien nachhaltige Investitionen mit Folgewirkungen. Sie sicherten Arbeits- und Ausbildungsplätze und den Konsum vor Ort.

von Uwe Badouin

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