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„Esperanto ist eine Weltsprache“

Linguistik „Esperanto ist eine Weltsprache“

„Ein schnell erlernter Lingo zur Verständigung der Nationen“, rappte Max Herre über die Sprache Esperanto. Kann man sie wirklich so schnell lernen? Und was ist das Besondere an ihr? Die OP hat zwei Experten getroffen.

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Gunter Neue(links) und Jan Christof Hienerwadel unterhalten sich gern auf Esperanto.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Wenn Gunter Neue und Jan Christof Hienerwadel sich auf Esperanto unterhalten, klingt es so, als würden sie zwischen Italienisch, Französisch und Latein hin und her wechseln. „Die meisten Esperanto-Wörter entstammen tatsächlich den romanischen Sprachen, aber auch dem Latein“, weiß Neue, der seit über 30 Jahren fließend Esperanto spricht und unterrichtet. Im Juni etwa leitete er einen Esperanto-Workshop am Institut für Fremdsprachen in Marburg, der sehr gut besucht war.

Zum ersten Mal begegnete er der Sprache während seiner Schulzeit. „Ich hatte mich gerade mühsam durch die unregelmäßigen englischen Verben gebüffelt, als ich davon erfuhr, dass es eine Sprache gibt, die man in nur einem statt in vier Jahren lernen kann und die auf der ganzen Welt gesprochen wird“, erinnert sich der gebürtige Ostfriese. Nach seinem Studium belegt er schließlich einen Esperanto-Kurs. „Seitdem will ich nichts anderes mehr sprechen.“

Um nicht aus der Übung zu kommen, reist er nicht nur regelmäßig zu weltweiten Esperanto-Kongressen und Seminaren, sondern trifft sich auch privat mit anderen Esperanto-Sprechern, von denen es in Marburg nur zehn gibt.

Sprache auf spielerische Weise lernen

Jan Christof Hienerwadel, der seit seinem 16. Lebensjahr Esperanto spricht, kommt dafür extra aus Frankfurt angereist. Ihn begeistert, dass man „die Sprache auf sehr spielerische Weise lernen und aus einem Wort schnell neue bilden“ kann.“ So werde aus dem Baum, „Arbo“, mit nur einer Endung‚ „ro“, ein ganzer Wald, „Arbaro“, ohne dass sich der Wortstamm verändert. Die Grammatik basiert auf 16 Grundregeln, das „fundamento“, kennt keine unregelmäßigen Verben oder Deklinationen und andere Dinge, die natürliche Sprachen oft so schwierig machen. Umgekehrt kann Esperanto auch dabei helfen, andere Fremdsprachen besser zu verstehen und zu lernen.

Hienerwadel gefällt besonders, dass Esperanto eine sehr weltoffene Sprache sei. „Esperanto ist eine Weltsprache. Dadurch, dass ich sie spreche, reise ich mehr und kann mich selbst in Ländern wie China, Japan oder Brasilien viel besser verständigen.“ Über „Pasporta Servo“ („Passdienst“), ein Netzwerk von Menschen, die Esperanto sprechen, findet er in über 100 Ländern kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten. „Das ist quasi so etwas wie Couch-Surfing, nur für Esperanto-Sprecher.“ Obwohl auch er sehr viel reist, denkt Neue nicht ans Aufhören. Im Gegenteil. In Marburg sucht er immer wieder Menschen - Jung und Alt -, die an der Sprache interessiert sind.

  • Wer an einem Kurs interessiert ist, kann sich unter info@esperanto-marburg.de.vu bei Gunter Neue melden.

von Ruth Korte

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